Finanzen

DAX-Kurs steigt zeitweise über 25.000 Punkte: Iran-Abkommen und SpaceX-Erfolg treiben die Börsen an

An den Börsen kehrt plötzlich Optimismus zurück: Sinkende Ölpreise, Hoffnung auf Entspannung im Nahen Osten und ein spektakulärer Börsengang befeuern die Märkte. Der DAX überspringt kurzzeitig eine wichtige Marke – doch wie nachhaltig ist die aktuelle Rally wirklich?
15.06.2026 12:30
Lesezeit: 3 min
DAX-Kurs steigt zeitweise über 25.000 Punkte: Iran-Abkommen und SpaceX-Erfolg treiben die Börsen an
Starke Kursgewinne beim DAX: Das Iran-Abkommen und der Erfolg von SpaceX verbessern die Stimmung. (Bild: ChatGPT)

DAX-Kurs klettert kurzzeitig über 25.000 Punkte: Deal zwischen USA und Iran stützt

Iran-Abkommen stützt DAX - 25.000 Punkte bleiben aber Hürde

Das Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran für ein Ende des Krieges verlockt am Montag die Anleger zu Aktienkäufen. Der Schwung ließ aber etwas nach und so konnte der DAX nicht dauerhaft über die Marke von 25.000 Punkten zurückkehren. Zur Mittagszeit stand der Leitindex noch mit 1,1 Prozent im Plus bei 24.906 Punkten. Zu seinem Rekordhoch von 25.507 Punkten blieb er auf Abstand.

Für den MDAX ging es am Montag etwas schwungvoller um 2,1 Prozent hoch auf 32.743 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ist den deutschen Indizes mit einem erneuten Rekordstand einen Schritt voraus. In Asien waren die Börsen zuvor auch gestiegen und in New York zeichnet sich ebenfalls eine höhere Eröffnung ab.

Iran-Abkommen stützt DAX-Kurs – 25.000 Punkte bleiben aber Hürde

Nach wochenlangem Hin und Her konnten sich die Kriegsparteien auf eine Absichtserklärung einigen, die eine Verlängerung der Waffenruhe und eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus vorsieht. Das bestätigten neben der US-Regierung und dem Iran auch der Vermittler Pakistan. Die Einigung soll den Grundstein für weitere Verhandlungen legen, die etwa Teherans Atomprogramm zum Thema haben.

Die Anleger nehmen die Absichten gerne zur Kenntnis, da nachgebende Ölpreise Konjunktur- und Inflationssorgen dämpfen. Gut für die Stimmung war auch der Rekord-Börsengang des Weltraum- und KI-Konzerns SpaceX , der den Anlegern am Freitag im New Yorker Handel deutliche Kursgewinne eingebracht hatte.

"Trotz dieser zweifelsohne guten Nachrichten bleiben einige Unwägbarkeiten und offene Fragen", kommentierte am Morgen der Finanzanalyst Yannik Mosbach vom Bankhaus Metzler die Lage. "Die Verhandlungen über die Atomfrage dürften heikel werden und ein Kompromiss wahrscheinlich schwer zu finden sein", warnt auch Michael Nizard von Edmond de Rothschild Asset Management. In den Augen der Anleger sei aber zunächst die Hoffnung auf eine Wiederaufnahme der Öllieferungen das wichtigste Thema.

Friedenssignale aus dem Iran verschieben die Favoriten am Aktienmarkt

Im Frankfurter Aktienhandel standen die Gewinne bei Einzelwerten am Montag auf einer breiten Basis. Relativ deutlich reagierten Werte aus den Tourismus- und Luftfahrtbranchen auf die Neuigkeiten: Titel von Tui , Lufthansa oder Airbus schnellten im Größenbereich von 5,4 bis 6,6 Prozent hoch. Im europäischen Technologiesektor blieb die Stimmung marktgerecht gut. Allerdings scherte hier der Infineon -Kurs mit einem kleinen Abschlag etwas aus. Ein Börsianer verwies auf eine Gerichtsentscheidung in China, bei den es laut einem Medienbericht um verletzte Patentrechte des chinesischen Unternehmens Innoscience bei bestimmten Leistungshalbleitern geht.

Dagegen sorgte der mögliche Frieden im Iran bei Öl- und Energiewerten für einen Dämpfer, wie das Minus von 1,8 Prozent bei dem DAX-Mitglied RWE zeigte. Als Hersteller von Ölalternativen waren die Titel des Biospirt-Herstellers Verbio in den vergangenen Monaten ein Profiteur des Iran-Kriegs gewesen. Sie setzten nun ihren jüngsten Abwärtstrend mit einem Abschlag von 2,5 Prozent fort.

Auch das Interesse an Rüstungswerten wie Rheinmetall wurde von den nachlassenden geopolitischen Sorgen gebremst. Die Rheinmetall -Aktien sanken zuletzt um 2,6 Prozent. Nach einem Medienbericht sorgt sich der DAX-Konzern nach dem Aus für ein deutsch-französisches Kampfflugzeug nun auch um das gemeinsames Panzerprojekt MGCS.

Im MDAX gehörte DWS neben den Rüstungswerten Renk und Hensoldt mit einem Abschlag von einem Prozent zu den wenigen, schwächeren Werten. Analyst Oliver Carruthers von Goldman Sachs reagierte am Montag mit einer Verkaufsempfehlung auf die jüngste Kurserholung und erste Schwächesignale bei den Triebfedern des Fondsanbieters.

DAX-Kurs aktuell: Geopolitik bleibt ein entscheidender Marktfaktor

Die Kursbewegungen zeigen eindrucksvoll, wie stark geopolitische Entwicklungen die Finanzmärkte beeinflussen können. Die Aussicht auf eine Entspannung im Konflikt mit dem Iran führte zu einer deutlichen Neubewertung vieler Branchen. Während Tourismus- und Luftfahrtwerte von sinkenden Risiken und niedrigeren Energiekosten profitieren, geraten klassische Krisengewinner wie Rüstungs- und Energietitel unter Druck. Gleichzeitig verdeutlichen die unterschiedlichen Reaktionen einzelner Unternehmen, dass neben geopolitischen Faktoren auch unternehmensspezifische Nachrichten eine wichtige Rolle spielen. Für Anleger bleibt die Lage daher anspruchsvoll: Die Hoffnungen auf Stabilität sind groß, doch zahlreiche politische und wirtschaftliche Unsicherheiten bestehen weiterhin.

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Markus Gentner

Markus Gentner ist seit 1. Januar 2024 Chefredakteur bei den Deutschen Wirtschaftsnachrichten. Zuvor war er zwölf Jahre lang für Deutschlands größtes Börsenportal finanzen.net tätig, unter anderem als Redaktionsleiter des Ratgeber-Bereichs sowie als Online-Redakteur in der News-Redaktion. Er arbeitete außerdem für das Deutsche Anlegerfernsehen (DAF), für die Tageszeitung Rheinpfalz und für die Burda-Tochter Stegenwaller, bei der er auch volontierte. Markus Gentner ist studierter Journalist und besitzt einen Master-Abschluss in Germanistik.

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