Unternehmen

VW verschärft Sparkurs: 28.000 Jobaustritte bereits vereinbart

Volkswagen verschärft seinen Sparkurs und treibt den Stellenabbau trotz erster Erfolge weiter voran. Konzernchef Oliver Blume sieht das Unternehmen unter Druck und kündigt weitere wichtige Entscheidungen für den Sommer an.
18.06.2026 10:19
Aktualisiert: 18.06.2026 10:19
Lesezeit: 2 min

Blume bekräftigt Sparkurs: 28.000 Stellenabbau bereits fix

VW-Chef Oliver Blume hat auf der Hauptversammlung des Konzerns seinen Sparkurs verteidigt. "2026 haben sich die Rahmenbedingungen der Automobilindustrie nochmals verschärft", sagte er laut vorab veröffentlichtem Redemanuskript bei dem virtuellen Aktionärstreffen. "Unsere Lage ist angespannt und anspruchsvoll." Darauf müsse der Konzern reagieren.

Blume hatte im Frühjahr ein "Zielbild Volkswagen Konzern 2030" angekündigt und erste Eckpunkte für die Neuausrichtung vorgestellt. "Unser über Jahrzehnte erfolgreiches Geschäftsmodell funktioniert heute nicht mehr. Wir müssen es weiterentwickeln", sagte er. Daran werde gearbeitet. "Weitere wesentliche Entscheidungen treffen wir gemeinsam mit unserem Aufsichtsrat im Sommer."

Volkswagen: Rendite und Wachstum im Blick

Ziel sei es, 2030 der "weltweit der attraktivste Automobilhersteller" zu sein. Die Umsatzrendite soll dann bei 8 bis 10 Prozent liegen.

Blume: Verdienen nicht genug Geld

Zugleich zog Blume eine positive Bilanz der bisherigen Bemühungen. Mit neuen Modellen wie dem gerade vorgestellten elektrischen ID. Polo sei die Marke auf dem richtigen Weg. "Mit unseren Produkten stehen wir wieder vorn im Wettbewerb. Allerdings verdienen wir damit nicht genug Geld." Zwar zeigten die laufenden Sparprogramme bereits Wirkung. Neue Belastungen durch Zölle, Handelsbarrieren und geopolitische Risiken schmälerten diese Erfolge jedoch.

Beim geplanten Abbau von konzernweit 50.000 Stellen bis 2030 liege VW im Plan. Allein bei der Kernmarke, bei der 35.000 Stellen wegfallen sollen, werde sich die Belegschaft bis Ende 2026 um 19.000 Beschäftigte verringern, berichtete Blume. 28.000 freiwillige Austritte seien bereits fest vereinbart, die Fabrikkosten an deutschen VW-Standorten 2025 um mehr als 20 Prozent gesunken.

Überkapazitäten: VW baut Werke weiter zurück

Zugleich bekräftigte Blume seine Pläne, die Kapazitäten der Werke weiter zu senken und Überkapazitäten abzubauen. Bis 2030 will Blume die Kapazität seiner europäischen Werke um weitere 500.000 Fahrzeuge reduzieren – zusätzlich zum bereits laufenden Kapazitätsabbau um eine Million Fahrzeuge bis 2028. In China sollen ebenfalls 500.000 Fahrzeuge wegfallen, weltweit damit insgesamt eine Million Autos. Details zu konkreten Maßnahmen nannte Blume zunächst nicht.

Hauptversammlung: Aktionärstreffen erneut digital

Das Aktionärstreffen findet erneut ausschließlich digital statt – wie bereits in den vergangenen beiden Jahren. Vorstand und Aufsichtsrat sind dabei nicht einmal in Wolfsburg, sondern werden aus München zugeschaltet. In Präsenz hatte Blume die eigenen Anteilseigner zuletzt 2023 empfangen.

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