Politik

Energiewende: EnBW-Chef fordert Korrektur bei Windkraft-Ausbauzielen

Die EnBW hat den Ausbau der Offshore-Windkraft als wichtigen Eckpfeiler der Energiewende in Europa vorangetrieben. Jetzt fordert der EnBW-Chef beim Windkraft-Ausbau auf See vorerst auf die Bremse zu treten. Warum die Kehrtwende?
08.07.2026 15:05
Lesezeit: 1 min
Energiewende: EnBW-Chef fordert Korrektur bei Windkraft-Ausbauzielen
EnBW-Chef Stamatelopoulos fordert plötzlich weniger Ausbau der Offshore-Windparks in Nord- und Ostsee. (Foto: dpa) Foto: Marijan Murat

Energiewende: EnBW-Chef fordert Korrektur bei Windkraft-Ausbauzielen

Die Energie Baden-Württemberg (EnBW) fordert die Bundesregierung auf, ihre Ausbauziele für die Windkraft in Nord- und Ostsee zu überdenken. Vorstandschef Georg Stamatelopoulos sagte der Frankfurter Allgemeinen Zeitung: "Wir müssen die Bezahlbarkeit im Auge behalten. Ein niedrigeres Ausbauziel wäre eine sinnvolle Korrektur nach 20 Jahren, kein Bremsen."

Gesetzliches Ziel der Regierung ist, die Kapazität zur Stromerzeugung aus Windenergie auf See bis 2030 auf mindestens 30 Gigawatt (GW) auszubauen. Bis 2045 sollen 70 GW erreicht werden. Seit der Inbetriebnahme des ersten deutschen Windparks auf See 2010 ist die Gesamtleistung der Anlagen auf 10,2 GW gestiegen, wie das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) im April mitteilte.

Offshore-Windparks: Steigende Kosten, teure Technik

Der EnBW-Vorstandschef sagte weiter, die Situation der Branche habe sich "dramatisch verschlechtert." Windturbinen, Logistik und Kabel seien teurer geworden. Im Fünf-Jahres-Vergleich liege die Kostensteigerung bei 30 bis 40 Prozent, über 15 Jahre bei mehr als 50 Prozent. Deshalb schlägt er vor: "Lasst uns erst einmal 55 Gigawatt bauen, und dann sehen wir weiter."

EnBW betreibt bislang mit Baltic I, Baltic II, Hohe See und Albatros vier Parks. Im Spätsommer soll zudem He Dreiht mit rund 960 Megawatt hinzukommen. 55 der 64 Turbinen sind bereits installiert und etwa 30 davon in Betrieb.

Den Kurs von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) verteidigt Stamatelopoulos grundsätzlich. "Die Bundesregierung geht Dinge an, die seit langer Zeit geregelt werden müssen. Die Energiewende ist ein Langzeitprojekt, und das, was vor 20 Jahren richtig war, muss nicht unbedingt jetzt auch noch richtig sein." Jedoch verkaufe Reiche ihre Politik "mitunter kommunikativ schlecht".

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