Immobilien

Wende am Bau: Baugenehmigungen legen im Mai um knapp 25 Prozent zu

Der Aufwärtstrend auf dem deutschen Wohnungsmarkt setzt sich fort: Im Mai haben die Bauämter in Deutschland spürbar mehr neue Wohnungen genehmigt als im Vorjahresmonat. Besonders der Neubau zieht nach einer langen Durststrecke wieder an und sorgt für ein deutliches Plus im bisherigen Jahresverlauf.
17.07.2026 11:56
Aktualisiert: 17.07.2026 12:22
Lesezeit: 1 min
Wende am Bau: Baugenehmigungen legen im Mai um knapp 25 Prozent zu
Die Baugenehmigungen in Deutschland legen um fast 25 Prozent zu. Doch reicht das für die Wende am Bau? Erfahren Sie, warum die Krise bleibt (Foto: dpa). Foto: Jens Büttner

Deutlicher Zuwachs auch von Januar bis Mai

Dieser positive Mai-Trend spiegelt sich auch in der Bilanz der ersten fünf Monate wider. Von Januar bis Mai gaben die Behörden bundesweit grünes Licht für insgesamt 104.700 Wohnungen in neuen und bestehenden Gebäuden. Im Vergleich zum sehr schwachen Vorjahreszeitraum entspricht das einem deutlichen Plus von 15,4 Prozent.

Genehmigt ist noch nicht gebaut

Die Genehmigungen gelten zwar als Frühindikator für die Bautätigkeit, doch zuletzt wurden in Deutschland nur noch sehr wenige Wohnungen tatsächlich fertiggestellt. 206.600 bezugsfertige Einheiten bedeuteten 2025 einen Rückgang um 18 Prozent zum Vorjahr und die geringste Zahl seit 2012.

Verbände sehen Wohnungsbau weiter in der Krise

Die Wohnungsbaukrise bleibe trotz der steigenden Genehmigungszahlen ungelöst, warnen verschiedene Verbände der Bau- und Immobilienwirtschaft. Sie verlangen einfachere Vorschriften und höhere Fördermittel. Das Geschäftsklima kenne nur die Richtung nach unten, klagt beispielsweise der Wohnungswirtschaftsverband GdW. Präsident Axel Gedaschko sagt: "Hohe Bau- und Finanzierungskosten sowie immer neue Anforderungen machen weiterhin viele bereits genehmigte Vorhaben unwirtschaftlich und lassen sie zu Schubladenprojekten werden." Im laufenden Jahr erwarte er nur noch rund 200.000 fertiggestellte Wohnungen.

Schätzungen zufolge fehlen etwa eine Million Wohnungen in Deutschland. Vor allem in Ballungsräumen ist bezahlbarer Wohnraum knapp. Das liegt auch an gestiegenen Ansprüchen: Die Zahl der Wohnungen ist in den vergangenen zehn Jahren deutlich stärker gestiegen als die Bevölkerungszahl. Pro Kopf haben die Menschen in den 44,0 Millionen Wohnungen jetzt im Schnitt 49,5 Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung.

Die Bundesregierung will mit einem "Bau-Turbo" über schnellere Genehmigungen den Wohnungsbau voranbringen und hat zudem Förderprogramme für energieeffizientes Bauen reaktiviert.

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