Palantir-Aktie: KI-Datenfirma steigert Umsatz um mehr als 90 Prozent
Nach Militär und Behörden setzen auch US-Unternehmen verstärkt auf KI-Hilfe von Palantir. Firmenchef Alex Karp nutzt den Rückenwind für eine Attacke auf große KI-Anbieter.
Palantir-Aktie: Umsatz wächst rasant
Das Geschäft der für ihre Zusammenarbeit mit US-Sicherheitsbehörden bekannten Datenanalysefirma Palantir ist im vergangenen Quartal rasant gewachsen. Das KI-Unternehmen steigerte seinen Umsatz im Jahresvergleich um 93 Prozent und konnte ihn damit fast verdoppeln. Mit Erlösen von knapp 1,94 Milliarden Dollar übertraf Palantir die Erwartungen der Analysten deutlich. Sie hatten im Schnitt lediglich mit 1,8 Milliarden Dollar gerechnet. Allein binnen drei Monaten legte der Umsatz um rund ein Fünftel zu.
Palantir hat sich auf die Auswertung großer Datenmengen spezialisiert und liefert unter anderem Software, mit der Geheimdienst- und Militärinformationen analysiert werden.
Palantir-Aktie: Firmenchef attackiert KI-Vorreiter
Firmenchef Alex Karp nutzt den geschäftlichen Rückenwind, um Palantir als Gegengewicht zu führenden KI-Entwicklern wie OpenAI und Anthropic zu positionieren. Laut Karp ist Palantir ein wichtiger Mittler, damit Unternehmen bei der Nutzung von KI-Software die volle Kontrolle über ihre eigenen Daten behalten und bei Bedarf auch zwischen Anbietern Künstlicher Intelligenz wechseln können.
Die großen KI-Labore betonen stets, Kundendaten nicht zum Training ihrer KI-Modelle zu nutzen. In einer Videokonferenz mit Analysten sagte Karp dennoch, Unternehmen zahlten Geld dafür, damit ihr Wissen in KI-Modelle eingebracht werde, sodass damit ein konkurrierendes Geschäft aufgebaut werden könne.
Die Palantir-Aktie stieg im nachbörslichen Handel um rund 14 Prozent. Das Unternehmen hob die Umsatzprognose für das gesamte Jahr an und übertraf mit seiner Vorhersage für das laufende Quartal die Markterwartungen.
Palantir-Aktie: Hohe Nachfrage in den USA
Das aktuelle Wachstum stammt vor allem aus dem US-Geschäft. Die Erlöse im Heimatmarkt lagen im vergangenen Vierteljahr mit 1,57 Milliarden Dollar mehr als doppelt so hoch wie ein Jahr zuvor. Das Geschäft mit Regierungsbehörden wuchs um 90 Prozent auf 809 Millionen Dollar. Software von Palantir wird unter anderem vom Heimatschutzministerium und vom Pentagon eingesetzt – Medienberichten zufolge auch im Iran-Krieg. Das Geschäft mit Unternehmen in den USA legte um 149 Prozent auf 764 Millionen Dollar zu.

