Unternehmen

Siemens Energy-Aktie im Aufwind: Windgeschäft wird profitabel

Beim Energietechnikkonzern sprudeln die Gewinne und selbst das scheinbar ewige Sorgenkind Gamesa schreibt zum ersten Mal seit 2022 keine roten Zahlen.
05.08.2026 09:58
Lesezeit: 2 min
Siemens Energy-Aktie im Aufwind: Windgeschäft wird profitabel
Siemens-Energy-Chef Christian Bruch: "Dass unser Windgeschäft erstmals seit 2022 in einem Quartal wieder profitabel ist, ist eine fantastische Leistung des Teams." (Foto: dpa) Foto: Kay Nietfeld

Siemens Energy-Aktie im Aufwind: Windgeschäft wird profitabel

Bei Siemens Energy sprudeln die Gewinne. Im dritten Geschäftsquartal von April bis Juni verdiente der Energietechnikkonzern nach Steuern 1,2 Milliarden Euro, wie er mitteilt. Das sind rund 70 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Dazu trägt - neben der hohen Nachfrage nach Strom unter anderem durch Rechenzentren - auch bei, dass das scheinbar ewige Sorgenkind endlich aus den roten Zahlen ist.

Jahrelang hatte die Windkrafttochter Siemens Gamesa den ganzen Konzern in die Verlustzone gezogen. Immer wieder sorgte sie für Gewinnwarnungen und zehrte die Erträge der anderen Sparten ganz oder zuletzt noch teilweise auf. Jetzt trägt sie zum ersten Mal seit 2022 wieder positiv zum Ergebnis bei. In Zahlen: Statt eines operativen Verlusts von 425 Millionen vor einem Jahr stehen in der Sparte nun 56 Millionen Plus zu Buche.

Rekorde bei Auftragseingang, Umsatz und Profitabilität

"Wir haben Rekordwerte bei Auftragseingang, Umsatzerlösen und Profitabilität erzielt und verbesserten zugleich unsere Effizienz", sagt Siemens-Energy-Chef Christian Bruch. "Dass unser Windgeschäft erstmals seit 2022 in einem Quartal wieder profitabel ist, ist eine fantastische Leistung des Teams."

Auch wenn Gamesa eine besonders starke Verbesserung hinlegte, die Gewinne stammen vor allem aus anderen Bereichen. Das Geschäft mit Gasturbinen und deren Wartung sowie die Netztechnik verbesserten ihre Ergebnisse jeweils um rund 60 Prozent auf 645 Millionen beziehungsweise 718 Millionen Euro. Transformation of Industry steuerte 218 Millionen bei - rund 39 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Die hohe Nachfrage sorgte auch für Rekorde beim Quartalsumsatz, der um rund 18 Prozent auf 11 Milliarden Euro kletterte und beim Auftragseingang, der um rund 8 Prozent auf 18 Milliarden zulegte. Insbesondere aus den USA gab es viele Aufträge.

Siemens Energy-Aktie: Auf Kurs zum Jahresziel

Nach drei Quartalen hat Siemens Energy damit bereits 2,8 Milliarden an Gewinn eingefahren und ist auf Kurs für sein Jahresziel von rund 4 Milliarden Euro.

Ein Punkt könnte dem Team um Bruch allerdings Sorgen bereiten: Die Auftragseingänge bei Gamesa sind regelrecht eingebrochen. Im dritten Quartal waren es 1,05 Milliarden - nach 4,89 vor einem Jahr. Das liegt laut Energy zwar an einem Großauftrag im Vergleichsquartal, doch das Volumen der neuen Aufträge ist sehr viel kleiner als der abgearbeitete Umsatz von 2,7 Milliarden. Und das gilt nicht nur für das dritte Quartal, sondern auch für das laufende Geschäftsjahr. Allerdings liegt der Auftragsbestand immer noch bei 31 Milliarden Euro. Ein akuter Mangel sieht anders aus.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Ist die Ära der Niedrigzinsen vorbei? Wie Bull DeFi ungenutzte Ersparnisse in aktive Renditen verwandelt – bis zu 3.700 US-Dollar pro Tag.

Wir beleuchten die unterschiedlichen Mechanismen von Bull Market DeFi im Vergleich zu traditionellen Anlagen – und warum es sich lohnt,...

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

 

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Sinkende Strompreise? Keine kurzfristigen Entlastungen in Sicht
05.08.2026

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche dämpft Hoffnungen auf schnelle Entlastung bei den Strompreisen. Kurzfristig soll sich für...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Siemens Energy-Aktie im Aufwind: Windgeschäft wird profitabel
05.08.2026

Beim Energietechnikkonzern sprudeln die Gewinne und selbst das scheinbar ewige Sorgenkind Gamesa schreibt zum ersten Mal seit 2022 keine...

DWN
Politik
Politik Deutsche Bildungsmisere: Warum der Nachwuchs zum Standortrisiko wird
05.08.2026

Seit Jahren gibt es einen regelrechten Sturzflug bei den Lernleistungen an den Schulen. Inzwischen erreichen mehr als ein Drittel der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ifo-Geschäftsklimaindex: Deutsche Autoindustrie schöpft Hoffnung
05.08.2026

Die Erwartungen in der aktuellen Umfrage des Ifo-Instituts sind so gut wie seit mehr als drei Jahren nicht mehr. Das überdeckt die aktuell...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Infineon-Aktie im Fokus: Neuer Rekordumsatz dank KI-Boom
05.08.2026

Der Halbleiterhersteller Infineon hat dank der boomenden Nachfrage für Stromchips für KI-Rechenzentren im dritten Geschäftsquartal einen...

DWN
Politik
Politik Teilzeitquote bei Lehrkräften auf Rekordhoch - Jeder Dritte 50 Jahre oder älter
05.08.2026

Rund 44 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer in Deutschland arbeiten in Teilzeit. Zugleich ist mehr als jede dritte Lehrkraft mindestens 50...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Weltbank: Jobrisiko durch KI in einkommensstarken Ländern höher
05.08.2026

Künstliche Intelligenz kann die Produktivität steigern – womöglich so stark, dass bestimmte Arbeitsplätze überflüssig werden. Die...

DWN
Politik
Politik EU-Haushalt 2028–2034: Deutschland soll Europas Rechnung bezahlen
05.08.2026

Zwei Billionen Euro, neue Schulden und ein Machtkampf zwischen Berlin und Paris: Die Verhandlungen über den EU-Haushalt 2028–2034 drohen...