Finanzen

Goldpreis aktuell: Gelbes Edelmetall startet fester in die neue Handelswoche

Der Goldpreis legt am Montagmorgen zu und nähert sich wieder der Marke von 4.400 US-Dollar je Feinunze. Schwächere US-Konjunkturdaten, nachlassender Inflationsdruck und umfangreiche Goldkäufe der chinesischen Zentralbank stützen den Goldkurs. Doch das Aufwärtspotenzial ist nicht endlos. Welche Faktoren die Goldpreis-Entwicklung begrenzen und was Anleger nun tun sollten.
17.08.2026 07:55
Aktualisiert: 17.08.2026 07:55
Lesezeit: 2 min
Goldpreis aktuell: Gelbes Edelmetall startet fester in die neue Handelswoche
Der Goldpreis nähert sich einer wichtigen Kursmarke. (Bild: ChatGPT)

Goldpreis aktuell: Gold startet fester in die neue Handelswoche

Der Goldpreis ist freundlich in die neue Handelswoche gestartet. Gegen 7.30 Uhr am Montagmorgen lag die Goldpreis-Indikation bei annähernd 4.395 US-Dollar je Feinunze. Das entsprach einem Plus von etwa 0,4 Prozent gegenüber dem Schlusskurs von Freitag bei 4.376,61 Dollar. Bereits vor dem Wochenende hatte das Edelmetall rund 0,6 Prozent gewonnen.

Damit bleibt der Goldpreis aktuell in Reichweite der psychologisch wichtigen Marke von 4.400 Dollar. Am vergangenen Mittwoch war der Preis bereits zeitweise bis auf 4.465 Dollar und damit auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Monaten gestiegen. Seit dem Zwischentief Ende Juli hat sich die Goldpreis-Entwicklung somit deutlich aufgehellt.

Goldpreis profitiert von schwächeren US-Konjunkturdaten

Zu den wichtigsten Kurstreibern gehören derzeit die Erwartungen an die US-Notenbank. Die jüngsten Wirtschaftsdaten haben den Druck auf die Federal Reserve verringert, ihre Geldpolitik weiter zu straffen. Die US-Verbraucherpreise stiegen im Juli um 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr, nach 3,5 Prozent im Juni. Im Monatsvergleich betrug die Teuerung lediglich 0,1 Prozent.

Zugleich fielen die US-Einzelhandelsumsätze im Juli überraschend um 0,6 Prozent. Es war der stärkste Rückgang seit Mai 2025. Auch der Anstieg der Erzeugerpreise schwächte sich ab. Diese Kombination aus moderaterer Inflation und nachlassender Konsumnachfrage spricht dafür, dass die Fed bei ihrer nächsten Sitzung zunächst abwartet. Für Gold ist das grundsätzlich positiv: Das Edelmetall wirft keine laufenden Zinsen ab und wird attraktiver, wenn die Aussicht auf steigende Leitzinsen abnimmt. Die aktuellen US-Daten hat Associated Press zusammengefasst.

Goldpreis aktuell zwischen steigenden US-Renditen und Chinas Rekordkäufen

Allerdings bleibt das Umfeld widersprüchlich. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg am Freitag von 4,63 auf 4,69 Prozent. Gleichzeitig verteuerte sich Brent-Rohöl angesichts der Unsicherheit über die Schifffahrt im Persischen Golf auf 88,52 Dollar je Barrel. Hohe Ölpreise können die Inflation erneut anfachen und damit eine restriktivere Geldpolitik begünstigen. Steigende Marktzinsen sind gewöhnlich ein Belastungsfaktor für den Goldpreis.

Zusätzlichen Rückhalt erhält Gold von der Nachfrage der Notenbanken. China kaufte im Juli annähernd 20 Tonnen Gold und tätigte damit seinen größten monatlichen Zukauf seit Oktober 2023. Diese strukturelle Nachfrage hat die jüngste Erholung des Goldkurses maßgeblich unterstützt. Auch geopolitische Risiken rund um Iran und die Straße von Hormus halten das Interesse an Gold als Absicherungsinstrument hoch. Axios nennt sowohl die chinesischen Käufe als auch den veränderten US-Zinsausblick als zentrale Faktoren der jüngsten Rally.

Goldpreis-Entwicklung: Fed-Protokoll rückt in den Mittelpunkt

Kurzfristig dürfte die Marke von 4.400 Dollar für den Goldpreis richtungsweisend bleiben. Am Montag können der Empire-State-Industrieindex und weitere US-Daten neue Impulse liefern. Besonders wichtig wird das am Mittwoch anstehende Protokoll der jüngsten Fed-Sitzung. Der Termin ist im offiziellen Kalender der Federal Reserve verzeichnet.

Bestätigt das Protokoll einen vorsichtigeren geldpolitischen Kurs, könnte der Goldpreis erneut das jüngste Hoch bei 4.465 Dollar ins Visier nehmen. Neue Inflationssorgen, ein stärkerer US-Dollar oder weiter steigende Anleiherenditen würden die Aufwärtsbewegung dagegen bremsen. Für Anleger bleibt das Umfeld konstruktiv, aber ausgesprochen datenabhängig.

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Markus Gentner

Markus Gentner ist seit 1. Januar 2024 Chefredakteur bei den Deutschen Wirtschaftsnachrichten. Zuvor war er zwölf Jahre lang für Deutschlands größtes Börsenportal finanzen.net tätig, unter anderem als Redaktionsleiter des Ratgeber-Bereichs sowie als Online-Redakteur in der News-Redaktion. Er arbeitete außerdem für das Deutsche Anlegerfernsehen (DAF), für die Tageszeitung Rheinpfalz und für die Burda-Tochter Stegenwaller, bei der er auch volontierte. Markus Gentner ist studierter Journalist und besitzt einen Master-Abschluss in Germanistik.

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