Finanzen

Bitcoin und Co.: Sparkassen starten schrittweise Kryptohandel

Der Wettbewerb im Kryptohandel nimmt zu: Nun wollen auch die Sparkassen mit einem eigenen Angebot Privatkunden ansprechen. Sie rollen schrittweise ein neues Angebot aus. Was steckt dahinter?
19.10.2026 15:18
Lesezeit: 2 min
Bitcoin und Co.: Sparkassen starten schrittweise Kryptohandel
Ziel des Angebots ist laut DSGV, Kundinnen und Kunden, die sich bewusst für Krypto entscheiden, einen Zugang im regulierten Umfeld zu ermöglichen. (Foto: dpa) Foto: Fernando Gutierrez-Juarez

Bitcoin und Co.: Sparkassen starten schrittweise Kryptohandel

Die Sparkassen steigen in das Geschäft mit Kryptoanlagen wie Bitcoin und Ethereum ein. Ab diesem Montag können die ersten Kunden Kryptowährungen über die bestehende Sparkassen-App handeln, wie der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) der Nachrichtenagentur dpa mitteilte. Das Angebot stehe zum Start bei den ersten teilnehmenden Sparkassen zur Verfügung, pro Monat sollen 30 bis 40 weitere Häuser dazukommen.

Vorgesehen sind zunächst Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum, Ripple, Solana und Polygon, so der DSGV. "Das Angebot richtet sich an Kundinnen und Kunden, die eigenständig Kryptowährungen kaufen, verkaufen und verwahren möchten. Eine Beratung oder aktive Bewerbung durch die Sparkassen in der Breite ist nicht vorgesehen." Einen einheitlichen bundesweiten Starttermin für das Angebot, das vom Sparkassen-Wertpapieranbieter Dekabank bereitgestellt wird, gebe es nicht.

"Wann eine Sparkasse startet, entscheidet sie selbst", sagte Joachim Schmalzl, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des DSGV, der dpa. "Das Interesse in der Gruppe ist groß, und Woche für Woche werden weitere Institute hinzukommen. Im ersten Halbjahr 2027 wollen wir bereits einen großen Teil der interessierten Sparkassen angebunden haben."

Kryptowährungen beliebt, aber riskant

Kryptowährungen sind gerade bei jungen Menschen beliebt. Den Handel mit Bitcoin und Co bieten Smartphone-Banken wie N26, Trade Republic und Revolut seit geraumer Zeit an, zuletzt stiegen auch Volksbanken in das Geschäft ein. Bei den Sparkassen gab es lange Bedenken, da Kryptowährungen stark schwanken und als riskant gelten. Auch wenn manche Kryptowährungen langfristig stark zugelegt haben: Kritiker warnen immer wieder vor Spekulationsblasen.

"Wir haben sehr genau abgewogen, ob und wie ein Krypto-Angebot zu uns passt", sagte Schmalzl. Entscheidend sei die Nachfrage der Kunden gewesen und dass es einen verlässlichen europäischen Rechtsrahmen gebe. Ziel des Angebots ist laut DSGV, Kundinnen und Kunden, die sich bewusst für Krypto entscheiden, einen Zugang im regulierten Umfeld zu ermöglichen. Verwahrt werden die Kryptowerte durch die Dekabank in Kooperation mit der Börse Stuttgart.

"Kryptowährungen bleiben aus Sicht der Sparkassen hochspekulative Anlagen", betont der DSGV. Kunden würden ausdrücklich "auf starke Kursschwankungen und das Risiko eines Totalverlusts" hingewiesen. Für die breite langfristige Vermögensbildung stünden weiterhin Wertpapieranlagen, Sparpläne und Beratung im Vordergrund.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold als strategischer Anker: Warum physische Substanz zählt

Wo sich die wirtschaftlichen Gewichte grundlegend verschieben, suchen Unternehmen sowie Privatanlegerinnen und Privatanleger nach...

 

DWN
Politik
Politik Erschreckende Expertenwarnung: Die Welt schlafwandelt in Richtung Dritter Weltkrieg
08.11.2026

Gideon Rachman ist außenpolitischer Chefkommentator der Financial Times und hat gerade ein neues Buch mit einem beunruhigenden Titel...

DWN
Panorama
Panorama Lebensverlängerung für Hunde: Neue Pille schenkt dem besten Freund des Menschen weitere gute Jahre
08.11.2026

In den USA arbeitet das Unternehmen Loyal an der Markteinführung einer lebensverlängernden Pille für Hunde. Zwei Tierärzte weisen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Big Brother: Wie Unternehmen KI zur Überwachung ihrer Mitarbeiter einsetzen
08.11.2026

Vom Mithören von Telefongesprächen über die Bewertung von Mitarbeitern bis hin zu Empfehlungen für Gehaltserhöhungen: Co-op, Walmart,...

DWN
Finanzen
Finanzen Wall Street: Die Börsenroboter können sich nachts frei bewegen
08.11.2026

Die Wall Street könnte sich bis Anfang Dezember in ein nahezu rund um die Uhr geöffnetes Börsencasino verwandeln. Mehrere US-Börsen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Importpreise steigen um 10,4 Prozent: Energie verteuert Deutschlands Produktion
08.11.2026

Deutschlands Importpreise sind im September so stark gestiegen wie seit fast vier Jahren nicht mehr. Besonders Energie und industrielle...

DWN
Technologie
Technologie Laserwaffen für Kampfflugzeuge: MBDA entwickelt neue Abwehrtechnik gegen Drohnen
08.11.2026

Die deutsche Rüstungsindustrie arbeitet an einem möglichen Technologiesprung: MBDA Deutschland entwickelt nach einem aktuellen Bericht im...

DWN
Panorama
Panorama Klavierstimmer sterben aus: Warum klassische Konzerte in 20 Jahren verschwinden könnten
08.11.2026

Weltweit gibt es Schätzungen zufolge nur noch 20 bis 30 Konzerttechniker auf höchstem Niveau. Viele stehen kurz vor dem Ruhestand. Nun...

DWN
Panorama
Panorama Gastkommentar: Die gefährliche Verlockung politischer Halbwahrheiten
08.11.2026

Manche Ideen klingen so selbstverständlich, dass sie nur selten hinterfragt werden. Deshalb lohnt es sich zu fragen, wer von ihnen am...