Politik

UPDATE - Mehrere europäische Staaten setzen Impfungen mit Wirkstoff von AstraZeneca aus

Mehrere europäische Staaten stoppen Impfungen mit dem Wirkstoff des schwedisch-britischen Konzerns AstraZeneca.
11.03.2021 10:59
Aktualisiert: 11.03.2021 10:59
Lesezeit: 2 min
UPDATE - Mehrere europäische Staaten setzen Impfungen mit Wirkstoff von AstraZeneca aus
Eine Ampulle des Corona-Impfstoffs von AstraZeneca wird in einer Arztpraxis aus einer Packung entnommen. (Foto: dpa) Foto: Hannibal Hanschke

Dänemark stoppt Impfungen mit dem Wirkstoff des schwedisch-britischen Konzern AstraZeneca. Bei mehreren geimpften Personen seien Komplikationen durch Blutgerinsel aufgetreten, teilt die Gesundheitsbehörde mit. Die Anwendungssperre sei befristet. Wie die staatliche russische Nachrichtenagentur RT berichtet, haben sich die drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen sowie Luxemburg inzwischen dem Stopp angeschlossen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, dessen Entscheidungen im Verlauf der Corona-Pandemie die aktuelle und künftige Gesundheit des deutschen Volkes maßgeblich beeinflussen werden, hat 56 Millionen Dosen des Impfstoff AstraZeneca für die Deutschen organisiert. „In einem auf den 22. Februar datierten Papier des Bundesgesundheitsministeriums, das Reuters einsehen konnte, wird davon ausgegangen, dass AstraZeneca den Lieferrückstand bis Ende September vollständig ausgleicht. Demnach soll Deutschland bis dahin insgesamt 56 Millionen Dosen erhalten, davon 34 Millionen im dritten Quartal“, so „tagesschau.de“. Über den AstraZeneca-Impfstoff hatte der selbstlose Herr Spahn zuvor gesagt: „Würde mich sofort impfen lassen.“

Mehr zum Thema: Jens Spahn gibt Fehleinschätzung zu: Jetzt muss er die Konsequenzen ziehen

Sein Kollege Karl Lauterbach hatte ebenfalls für AstraZeneca geworben. Lauterbach sorgt sich wirklich sehr um die Gesundheit der Deutschen. Er wollte sich eigentlich medienwirksam mit dem Impfstoff impfen lassen. Doch „Merkur Online“ führte dann aus: „Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat seinen geplanten Dienst in einem Leverkusener Impfzentrum abgesagt. ,Leider hat es schon im Vorfeld so viele angekündigte Proteste gegen das Leverkusener Impfzentrum gegeben, dass ich den Start erst einmal absagen muss. Polizei und Sicherheitsbehörden sahen Gefährdung‘, twitterte Lauterbach am Freitag.“

Weiterhin berichtet „tagesschau.de“: „Die Berliner Sozialsenatorin Elke Breitenbach kündigte an, dass mit einem Teil der übrig gebliebenen AstraZeneca-Dosen die rund 3000 Wohnungslosen in den Notunterkünften der Hauptstadt geimpft werden sollten. ,Es ist in der aktuellen Situation nicht hinnehmbar, dass Impfdosen ungenutzt herum liegen‘, sagte sie den Funke-Zeitungen. Sie hoffe, dass andere Bundesländer dem Berliner Beispiel folgen.“

Damit die AstraZeneca-Dosen nicht „ungenutzt herum liegen“, sollen sie also obdachlosen Menschen eingespritzt werden. Doch Spahn & Co. haben mit dem AstraZeneca-Impfstoff noch mehr vor. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) den Corona-Impfstoff des Herstellers AstraZeneca künftig auch für Ältere ab 65 Jahren. „Das ist eine gute Nachricht für alle Älteren, die auf eine Impfung warten. Sie können schneller geimpft werden“, sagte Spahn.

Die aktuellen Medienberichte sind in diesem Zusammenhang besonders interessant. „Nach einer Corona-Impfung mit AstraZeneca sind bei Erziehern Nebenwirkungen aufgetreten. In mehreren Kitas fällt die Kinderbetreuung aus. Das Landratsamt Bamberg hat nun Änderungen bei den Impfungen angekündigt“, teilt „inFranken.de“ mit (HIER).

In Bayern wurde ein Bürgermeister mit dem AstraZeneca-Impfstoff geimpft. Trotzdem infizierte er sich mit dem Corona-Virus (HIER). In Österreich war zuvor eine Krankenschwester nach einer AstraZeneca-Impfung verstorben. Ein Zusammenhang zwischen Tod und Impfstoff wird untersucht. Weitere Impfungen mit dem Impfstoff wurden gestoppt. Bundesgesundheitsminister Spahn und SPD-Politiker Lauterbach hatten den AstraZeneca-Impfstoff zuvor in den höchsten Tönen gelobt (HIER).

Mehreren Berichten zufolge hat der Astrazeneca-Impfstoff stärkere Nebenwirkungen als bisher vermutet. Mehrere französische Krankenhäuser unterbrachen oder verlangsamten Ende Februar 2021 die Astrazeneca-Impfprogramme für ihre Mitarbeiter, da viele Mitarbeiter aufgrund schwerwiegender Nebenwirkungen krankgeschrieben werden müssen (HIER).

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie Brady TwinLead: Wenn das Etikett plötzlich mitdenkt

Ein Etikett bleibt am Produkt, doch die Informationen dahinter können sich verändern. Mit TwinLead verbindet Brady physische...

DWN
Technologie
Technologie „Die Super-Firewall wird nicht reichen“: Ex-BND-Chef Gerhard Schindler über die Zukunft des Wirtschaftsschutzes
12.10.2026

Künstliche Intelligenz, Cyberangriffe und klassische Spionage verschmelzen zunehmend miteinander. Gerhard Schindler, von 2012 bis 2016...

DWN
Politik
Politik Bärbel Bas tritt zurück – Alexander Schweitzer soll Arbeitsminister werden
12.10.2026

Bärbel Bas zieht sich aus der Bundesregierung und der SPD-Spitze zurück. Für das Arbeitsministerium zeichnet sich bereits eine Nachfolge...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Firmenpleiten steigen weiter: Unternehmensinsolvenzen erreichen Juli-Hoch
12.10.2026

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist im Juli 2026 deutlich gestiegen. Die Amtsgerichte registrierten 2.373 Fälle –...

DWN
Politik
Politik Ungarn gegen Russland: Péter Magyar erklärt Putins Einfluss den Kampf
12.10.2026

Jahrelang galt Ungarn als Putins verlässlichster Verbündeter innerhalb der EU. Jetzt macht ausgerechnet Budapest Front gegen Moskau. Der...

DWN
Politik
Politik Kostenrisiko Rentenreform: Rente verbraucht immer mehr Steuereinnahmen
12.10.2026

Rentenniveaugarantie, Mütterrente und Reformpakete: Warum die Pläne der Regierung für Milliardenrisiken sorgen und der Rechnungshof...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsen: Reichen die außergewöhnlichen Gewinne einiger weniger Giganten aus?
12.10.2026

US-Aktieninvestoren halten es offenbar nicht lange aus, ohne neue Kursrekorde zu erreichen. Die Energiepreise schießen nach oben, während...

DWN
Finanzen
Finanzen Wölfe der Wall Street: Industrieaktien sind heiß, diese Aktie ist der Favorit unter den Goldminen
11.10.2026

Der US-Bullenmarkt feiert nächste Woche sein vierjähriges Bestehen und hat seit dem Tiefpunkt beachtliche 117 Prozent zugelegt. Doch...

DWN
Finanzen
Finanzen KI-Boom außer Kontrolle: Diese sechs Gefahren bedrohen die Finanzmärkte
11.10.2026

Der KI-Boom treibt Börsenkurse, Investitionen und Bewertungen seit Jahren nach oben. Doch hinter der Euphorie wächst ein...