Unternehmen

Aldi: Neue Preis-Offensive des Discounters bei Milch

Nach den Preissteigerungen einiger Molkereiprodukte in den vergangenen Tagen, erhöht der Discounter jetzt auch die Preise seiner weißen Linie.
01.07.2022 15:43
Aktualisiert: 01.07.2022 15:43
Lesezeit: 1 min

Aldi macht ernst: Der Discounter hat bereits vor einigen Tagen die Preise einiger Molkereiprodukte erhöht. Jetzt legt er noch einmal kräftig nach. Und nimmt die sogenannte weiße Linie ins Visier. Dabei sind die Preiserhöhungen der einzelnen Milch-Varianten selbst bei Eigenmarken heftig, und wohl für viele Kunden bereits jetzt ein rotes Tuch.

Der Grund der Preissteigerungen liegt an den neuen Preisen, die der Discounter an Molkereien für Frischmilch zahlen muss. Damit gibt er die steil ansteigenden Preise für die knappe Rohmilch und die explodierenden Kosten in der Verarbeitung an seine Kunden weiter.

Demnach kostet der Liter Vollmilch mit 3,5 Prozent Fett der Eigenmarke Milsani künftig 17 Cent mehr. Das ist ein Preisanstieg von 18 Prozent. Die fettarme Variante macht einen Sprung von zuletzt 84 Cent auf 99 Cent.

Auch andere Sondermilchen verteuern sich deutlich: Weidemilch kostet Verbraucher künftig nicht mehr 1,15, sondern 1,45 Euro. Die fettarme Variante kostet mit 1,35 Euro je Liter satte 29 Cent mehr.

Noch größer ist der Preisunterschied allerdings bei den Landmilch Fair & Gut-Produkten bei Aldi. Die Milch mit dem Label des Deutschen Tierschutzbundes legt bei den neuen Verbraucherpreisen von jetzt 1,39 Euro bei Vollmilch und 1,29 Euro sogar um 30 Cent zu.

Und wer auch künftig nicht auf Biomilch verzichten will, muss tief in die Tasche greifen. Bisher kosteten die Tetra Paks der Bio-Vollmilch 1,15 Euro je Liter. In Zukunft zahlen Verbraucher dafür 1,69 Euro. Bei der fettarmen Variante zahlen Kunden ab jetzt einen Literpreis von 1,59 Euro. Ein kräftiger Preissprung von über 50 Cent.

Bisher hielten lange Vertragslaufzeiten die Preiserhöhungen in Schach. Deshalb konnten die Preisanpassungen auch erst jetzt nachgeholt werden. Anders als bei Butter: Dort konnten die Preise aufgrund kurzfristigerer Verträge in den vergangenen sechs Monaten fast im Monatstakt preislich angepasst werden.

Dennoch: Es gibt auch eine gute Nachricht für Aldi-Kunden. So bieten Aldi Nord und Aldi Süd nun erstmalig Hähnchenfleisch-Produkte an, die von Tieren stammen, die nach den Richtlinien der Europäischen Masthuhn-Initiative gehalten werden.

Vor knapp zwei Jahren ist Aldi dieser Initiative beigetreten. Sie besteht aus knapp 30 Nichtregierungsorganisationen (NGOs,) - darunter animal Equality, Greenpeace, Vier Pfoten oder PROVIEH - die unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen Mindestanforderungen an die Hühnermast stellt.

Die Unternehmen, die die Masthuhn-Initiative unterstützen, verpflichten sich unter anderem, bestimmte Kriterien im Tierschutzrecht, in der Haltung oder der Schlachtung einzuhalten. Aldi ist von den großen deutschen Lebensmittel-Einzelhändlern der einzige Unterstützer dieser Initiative.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Panorama
Panorama Cartier Tank oder Santos – welche ist zeitloser?

Eine pauschale Antwort gibt es nicht: Design-Kenner sehen in der klar reduzierten Tank das zeitlosere Statement, während die vielseitigere...

 

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin-Kurs springt über 85.000 Dollar. Was hat die Erholung ausgelöst?
22.09.2026

Der Bitcoin-Kurs ist wieder deutlich gestiegen und kletterte über 85.000 Dollar. Bemerkenswert ist der Rebound, da kurz zuvor zwei...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Insolvenz: So schützen Unternehmer ihr Privatvermögen
22.09.2026

Gerät die Firma ins Wanken, kann es schnell um mehr gehen als das Unternehmen. Plötzlich stehen auch Haus, Depot und Ersparnisse auf dem...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Mercedes-Benz-Aktie: Arbeitszeit in der Diskussion – Konzern setzt deutsche Werke unter Druck
22.09.2026

Mercedes hält seine deutschen Werke für zu teuer und fordert mehr Arbeit für das gleiche Geld. Um den Druck zu erhöhen, legt der...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Quereinstieg wird zum Karrieremodell: Wo Quereinsteiger gefragt sind
22.09.2026

Ein neuer Job, ein anderer Berufsweg, neue Perspektiven: Für immer mehr Menschen in Deutschland ist der Quereinstieg eine attraktive...

DWN
Finanzen
Finanzen Vonovia-Aktie unter Druck: Enteignungsdebatte kehrt zurück
22.09.2026

Die Vonovia-Aktie gerät nach der Berlin-Wahl erneut unter Druck und fällt auf den niedrigsten Stand seit Sommer 2023. Der Wahlsieg der...

DWN
Technologie
Technologie Datendurst: Rechenzentren verschärfen Deutschlands Wasserproblem
22.09.2026

Deutschlands Rechenzentrumskapazitäten sollen bis 2030 massiv wachsen, sich mindestens verdoppeln – und brauchen dafür nicht nur immer...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EU und Philippinen einigen sich auf Freihandelsabkommen
22.09.2026

Neue Chancen für Maschinen, Arzneimittel und Schweinefleisch: Die Europäische Union und die Philippinen haben sich auf...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Evonik-Aktie: Chemiekonzern streicht 3.200 Stellen
22.09.2026

Evonik streicht 3.200 Stellen und will allein in Deutschland 2.150 Jobs abbauen. Der Chemiekonzern setzt zugleich auf Wachstum in Asien und...