Finanzen

ETFs: Kann sich Nachhaltigkeit rentieren?

Gute Rendite mit gutem Gewissen? ESG-ETFs kombinieren Nachhaltigkeit und Rendite in einem Anlageprodukt. Erfahren Sie, wie diese Fonds funktionieren und warum sie für umweltbewusste Investoren interessant sind.
26.05.2023 00:41
Aktualisiert: 26.05.2023 00:41
Lesezeit: 3 min
ETFs: Kann sich Nachhaltigkeit rentieren?
Auch bei ESG-ETFs lohnt sich der Vergleich. (Foto: iStock.com/pcess609) Foto: pcess609

Nachhaltigkeit ist in den letzten Jahren zu einem zentralen Thema in der Investmentwelt geworden. Immer mehr Anleger suchen nach Möglichkeiten, ihr Kapital verantwortungsbewusst anzulegen, um langfristig sowohl finanzielle als auch ökologische und soziale Ziele zu erreichen. Eine attraktive Option für nachhaltig orientierte Investoren sind ESG-ETFs, die Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien (Environmental, Social, and Governance) berücksichtigen.

ESG-ETFs: Grundlagen und Vorteile nachhaltiger Investments

In den letzten Jahren ist das Interesse an nachhaltigen Investments stark gewachsen. Immer mehr Anleger möchten nicht nur finanzielle Rendite erzielen, sondern auch auf Umwelt-, Sozial- und Governance-Aspekte (ESG) achten. Hier kommen ESG-ETFs ins Spiel, die sowohl Nachhaltigkeit als auch Rendite miteinander verbinden.

ESG-ETFs sind börsengehandelte Fonds, die in Unternehmen investieren, die bestimmte ESG-Kriterien erfüllen. Diese Kriterien können beispielsweise den Umweltschutz, faire Arbeitsbedingungen oder eine verantwortungsvolle Unternehmensführung betreffen. ESG-ETFs folgen dabei einem zugrunde liegenden ESG-Index, der eine Auswahl von Unternehmen enthält, die in diesen Bereichen besonders gut abschneiden.

Die Vorteile von ESG-ETFs liegen auf der Hand. Durch die Investition in nachhaltige Unternehmen können Anleger dazu beitragen, gesellschaftliche und ökologische Veränderungen voranzutreiben. Gleichzeitig bieten ESG-ETFs die Möglichkeit, von der Wertentwicklung dieser Unternehmen zu profitieren. Studien zeigen, dass nachhaltige Investments nicht zwangsläufig mit einer geringeren Rendite einhergehen müssen. Im Gegenteil: In vielen Fällen erzielen ESG-ETFs eine ähnliche oder sogar höhere Rendite als herkömmliche ETFs.

Ein weiterer Vorteil von ESG-ETFs ist ihre Transparenz. Anleger können die Zusammensetzung der Portfolios und die zugrunde liegenden Kriterien einsehen. So können sie sichergehen, dass ihre Geldanlage tatsächlich den gewünschten Nachhaltigkeitsaspekten entspricht. Zudem sind ESG-ETFs in der Regel kostengünstig, da sie passiv verwaltet werden und somit niedrigere Verwaltungsgebühren als aktiv gemanagte Fonds aufweisen.

Die Auswahl des passenden ESG-ETFs

Die Auswahl an ESG-ETFs ist in den letzten Jahren rasant gewachsen, und Anleger haben heute eine Vielzahl von Optionen, um in nachhaltige Unternehmen zu investieren. Um ESG- ETFs zu erkennen, kann man auf bestimmte Kürzel im Namen achten. Stets enthalten diese Fonds das Kürzel "ESG" (Environmental, Social, Governance) in der Bezeichnung, um ihren nachhaltigen Fokus zu verdeutlichen. Es gibt verschiedene Kriterien und Aspekte der Index-Methodik, die bei der Auswahl eines ESG-ETFs berücksichtigt werden sollten.

1. ESG-Kriterien: ESG-ETFs basieren auf Indizes, die Unternehmen nach Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien bewerten. Achten Sie darauf, dass der gewählte ETF einem Index folgt, der Ihren persönlichen ESG-Präferenzen entspricht. Unterschiedliche Anbieter und Indizes können unterschiedliche Schwerpunkte setzen, etwa auf Klimaschutz, faire Arbeitsbedingungen oder ethische Unternehmensführung.

2. Index-Methodik: Die Art und Weise, wie der zugrunde liegende Index konstruiert ist, kann einen erheblichen Einfluss auf die Performance des ETFs und die ESG- Wirkung haben. Einige Indizes verwenden eine Best-in-Class-Strategie, bei der die führenden Unternehmen in Bezug auf ESG-Kriterien aus jeder Branche ausgewählt werden. Andere Indizes wenden Ausschlusskriterien an, um bestimmte Branchen oder Unternehmen, die nicht den ESG-Standards entsprechen, auszuschließen. Verstehen Sie die Methodik hinter dem Index, um sicherzustellen, dass er Ihren Anforderungen und Zielen entspricht.

3. Performance und Kosten: Bevor Sie sich für einen ESG-ETF entscheiden, sollten Sie die historische Performance und die Kosten des Fonds berücksichtigen. Während die Rendite nicht garantiert ist, kann die Betrachtung der langfristigen Performance Aufschluss darüber geben, wie gut der ETF im Vergleich zu ähnlichen Anlageprodukten abgeschnitten hat. Die Gesamtkostenquote (TER) ist ein weiterer wichtiger Faktor, da sie die jährlichen Verwaltungskosten des ETFs widerspiegelt. Niedrigere Kosten können einen großen Einfluss auf die langfristige Rendite Ihrer Anlage haben.

4. Größe und Liquidität: ESG-ETFs mit größerem Fondsvolumen und höherer Liquidität können leichter handelbar sein, was für Anleger von Vorteil ist. Größere Fonds haben in der Regel engere Bid-Ask-Spreads und ermöglichen eine einfachere Ausführung von Handelsaufträgen.

Ein bekannter und attraktiver ESG-ETF ist einem Artikel von Forbes zufolge der Xtrackers MSCI World ESG UCITS ETF. Dieser ETF bildet den MSCI World ESG Leaders Index ab, der aus Unternehmen besteht, die in Bezug auf Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien führend sind. Der Fonds investiert in Unternehmen aus verschiedenen Sektoren und Ländern, sodass Anleger von einer breiten Streuung und Diversifikation profitieren.

Wie ESG-ETFs im Vergleich abschneiden

Die Renditeaussichten von ESG-ETFs sind ein wichtiger Faktor für Anleger, die nachhaltig investieren möchten. In den letzten Jahren haben ESG-orientierte Unternehmen immer mehr an Bedeutung gewonnen, da sie häufig besser auf zukünftige regulatorische Anforderungen, Veränderungen der Marktbedingungen und steigende Nachfrage nach nachhaltigen Produkten und Dienstleistungen vorbereitet sind. Diese Faktoren können dazu beitragen, dass ESG-ETFs langfristig attraktive Renditen erzielen.

Studien haben Börse Online zufolge gezeigt, dass ESG-Investitionen in vielen Fällen eine ähnliche oder sogar höhere Rendite als traditionelle Investitionen erzielen können. Eine gute ESG-Bewertung kann als Indikator für ein solides Risikomanagement, innovative Geschäftspraktiken und eine zukunftsorientierte Unternehmensführung dienen. Daher kann die Berücksichtigung von ESG-Kriterien dazu beitragen, Unternehmen mit einem besseren Wachstumspotenzial zu identifizieren.

Trotz der vielversprechenden Renditeaussichten sollten Anleger auch die möglichen Risiken von ESG-ETFs berücksichtigen. Dazu gehört das regulatorische Risiko, das sich aus Veränderungen der Gesetzgebung oder Umweltauflagen ergeben kann. Darüber hinaus können ESG-ETFs aufgrund ihrer Fokussierung auf bestimmte Branchen und Themen weniger diversifiziert sein als herkömmliche ETFs, was zu einem höheren Konzentrationsrisiko führen kann.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

Patryk Donocik

                                                                            ***

Patryk Donocik ist ein Wirtschaftsredakteur, spezialisiert auf ETFs, Kryptowährungen und zukunftsweisende Anlagestrategien. Er verbindet analytische Tiefe mit leserfreundlicher Darstellung, um komplexe Finanzthemen verständlich zu vermitteln. Als Autor zahlreicher Fachartikel unterstützt er Anleger dabei, fundierte Entscheidungen in einer sich ständig verändernden Welt zu treffen.

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsen: Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA beflügelt die Wall Street
20.02.2026

Die Wall Street beendete den Handelstag am Freitag mit Gewinnen, nachdem der Oberste Gerichtshof der USA die von Präsident Donald Trump...

DWN
Unternehmen
Unternehmen KI-Chips aus Sachsen: Infineon eröffnet im Juli neue Chipfabrik in Dresden
20.02.2026

Es ist die größte Investition in der Unternehmensgeschichte von Infineon. Fünf Milliarden Euro investiert Deutschlands größter...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Krka Generika: Wie Innovationen Preise und Märkte revolutionieren
20.02.2026

Der slowenische Pharmakonzern Krka entwickelt Generika, die den Markt verändern und Patienten besser versorgen sollen. Trotz fallender...

DWN
Politik
Politik NATO unter Druck: USA drängen auf Ende der Irak-Mission und Truppenabbau im Kosovo
20.02.2026

Die USA drängen in der NATO auf einen Kurswechsel und stellen Auslandseinsätze zunehmend infrage. Steht das Bündnis vor einer...

DWN
Finanzen
Finanzen EZB verhängt Millionenstrafe gegen US-Großbank J.P. Morgan
20.02.2026

Die EZB nimmt das amerikanische Geldhaus ins Visier, weil es den Aufsehern über Jahre falsche Zahlen gemeldet habe. Damit hat J.P. Morgan...

DWN
Politik
Politik KEF-Bericht: Kommt eine neue Empfehlung zum Rundfunkbeitrag?
20.02.2026

Eine Expertenkommission legt einen neuen Bericht zum Rundfunkbeitrag vor. Diesmal könnte auch eine aktualisierte Empfehlung zur...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Breite Allianz für faire Bezahlung: Mehrheit fordert Tarifpflicht bei Staatsaufträgen
20.02.2026

In der Debatte um die Verwendung öffentlicher Gelder zeichnet sich ein deutlicher Stimmungsumschwung ab: Eine große Mehrheit der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Konjunktureller Frühling: Unternehmensstimmung in der Eurozone überrascht positiv
20.02.2026

Die Wirtschaft in der Eurozone startet mit unerwartetem Rückenwind in das Frühjahr, da sich die Stimmung in den Unternehmen im Februar...