Wirtschaft

Europa tankt grün – doch reicht das für die Verkehrswende?

Der Verbrauch alternativer Kraftstoffe in Europa boomt – doch hinter den Rekordzahlen bleibt vieles fraglich. Ist das echter Klimaschutz oder nur grüne Kosmetik?
27.06.2025 05:55
Lesezeit: 2 min
Europa tankt grün – doch reicht das für die Verkehrswende?
DKV meldet Rekordzahlen, doch Experten warnen: Reicht das für die Verkehrswende wirklich aus? (Foto: dpa | Hauke-Christian Dittrich) Foto: Hauke-Christian Dittrich

Alternative Kraftstoffe boomen – doch die Abhängigkeit von fossiler Mobilität bleibt

Der Einsatz alternativer Kraftstoffe wie Flüssigerdgas, komprimiertes Erdgas und Wasserstoff ist im vergangenen Jahr um 17 Prozent gestiegen. Das Unternehmen DKV Mobility, eine Plattform für internationale Mobilitätsdienstleistungen, hat erstmals den Nachhaltigkeitsbericht für das Jahr 2024 veröffentlicht. Darin finden sich zahlreiche interessante Zahlen zur Entwicklung des Marktes für Elektrofahrzeuge und alternative Antriebe.

DKV Mobility bietet Transportunternehmen verschiedene Dienstleistungen an, darunter die DKV-Card zur Bezahlung von Mautgebühren und Kraftstoff, Fahrerkarten für Hotels, Parkplätze und Ähnliches. Zudem organisiert das Unternehmen die Rückerstattung von Kraftstoffsteuern innerhalb der EU und stellt Pannenhilfe bereit. Auf Basis dieser umfangreichen Datenbasis hat DKV Mobility den ersten Nachhaltigkeitsbericht 2024 erstellt.

Großes Wachstum bei Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge

Laut Bericht ermöglichte DKV Mobility im vergangenen Jahr Zugang zu rund 893.000 Ladepunkten für Elektrofahrzeuge in ganz Europa – ein Plus von 41 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch die Nachfrage nach Ladekarten für Elektrofahrzeuge stieg deutlich: Im Umlauf waren über 798.000 Bezahlkarten, was einem Wachstum von etwa 35 Prozent im Vergleich zu 2023 entspricht. Für die gesamte Ladeleistung über die DKV card + charge in den Jahren 2024 und 2025 wurden Herkunftsnachweise für Strom aus erneuerbaren Energien erworben. Damit garantiert das Unternehmen, dass jede über die Karte geladene Kilowattstunde zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen stammt. Auch die Nutzung alternativer Kraftstoffe hat weiter zugenommen: Im Vergleich zu 2023 verzeichnete DKV Mobility ein Plus von 17 Prozent beim Verbrauch von Flüssigerdgas, komprimiertem Erdgas und Wasserstoff.

Ausbau des Tankstellennetzes für alternative Antriebe

Auf die steigende Nachfrage reagierte das Unternehmen mit einem Ausbau des Tank- und Servicenetzes für alternative Kraftstoffe um 14 Prozent – auf insgesamt rund 24.000 Stationen. Ende des Jahres erhielten Kunden zudem Zugang zu einem der größten Versorgungsnetze für den nachhaltigen Dieselersatz HVO100 in Europa, mit mehr als 2.600 Stationen in 15 Ländern. Sebastian Klauke, CEO von DKV Mobility, betonte bei der Vorstellung der Ergebnisse: „Ich bin sehr zufrieden, dass wir unsere führende Rolle beim Umstieg auf alternative Energien weiter ausbauen konnten. Die hohe Nachfrage motiviert uns, das Angebot für Elektrofahrzeuge und alternative Kraftstoffe kontinuierlich zu erweitern.“

DKV Mobility verpflichtet sich zu neuen Klimazielen, die von der Initiative Science Based Targets (SBTi) bestätigt wurden. Das Unternehmen will bis 2050 entlang der gesamten Wertschöpfungskette Netto-Null-Emissionen erreichen. Bis 2030 sollen die Emissionen um 42 Prozent sinken. Bereits im vergangenen Jahr konnte DKV Mobility den Anteil erneuerbarer Energien in allen Unternehmensbereichen auf 59 Prozent steigern (2023 lag der Anteil bei 54 Prozent).

Durch den nahezu vollständigen Einsatz von Grünstrom (Anteil: 99,9 Prozent) gelang es dem Unternehmen, die Treibhausgasemissionen im Zusammenhang mit Stromverbrauch und Heizung (Scope 1 und 2) im Jahr 2024 gegenüber 2023 um mehr als 30 Prozent zu senken. Laut Bericht stellte das Unternehmen zudem fest, dass im vergangenen Jahr fast die Hälfte der Belegschaft weiblich war. Rund 38 Prozent der Führungspositionen sind bei DKV Mobility inzwischen mit Frauen besetzt.

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