Immobilien

Immobilienmarkt Deutschland: Käufer kehren zurück, Zinsen steigen

Der deutsche Immobilienmarkt lebt wieder auf. Mehr Käufer greifen zu, doch steigende Bauzinsen bremsen die Euphorie. Während die Nachfrage nach Wohnungen und Eigenheimen wächst, rückt die Vier-Prozent-Marke bei Krediten näher – und könnte den Aufschwung rasch gefährden.
18.09.2025 09:46
Lesezeit: 2 min

Verbraucher kaufen mehr Immobilien: Zinsen steigen

Ob Eigenheim oder Wohnung: Immer mehr private Käufer wagen sich erneut an den Traum von den eigenen vier Wänden. Doch bei den Kreditzinsen geht es nach oben. Die Marke von vier Prozent rückt näher.

Markt in Bewegung: Preise und Transaktionen steigen

Steigende Preise, mehr Transaktionen, mutigere Käufer: Der Immobilienmarkt in Deutschland kommt wieder in Schwung. Doch höhere Bauzinsen belasten Käufer. Experten erwarten, dass die Marke von vier Prozent bald erreicht werden könnte.

Das Hamburger Gewos-Institut für Stadt-, Regional- und Wohnforschung prognostiziert 2025 deutlich mehr Käufe von Wohnungen, Eigenheimen und Bauland. "Die Kaufzurückhaltung am deutschen Immobilienmarkt löst sich nach und nach auf, vor allem private Käufer kehren in den Markt zurück", erklärt Gewos-Immobilienexperte Sebastian Wunsch.

Vertrauen bei Käufern wächst

Konkret erwartet das Institut, dass die Zahl der Käufe von Wohnimmobilien in diesem Jahr auf rund 656.000 steigt - ein Plus von gut 14 Prozent gegenüber 2024. Das zeigt eine Studie, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt und auf einer Analyse abgeschlossener Kaufverträge basiert.

Der Umsatz mit Eigenheimen, Eigentumswohnungen, Mehrfamilienhäusern und Wohnbauland dürfte demnach um 18 Prozent auf rund 221 Milliarden Euro klettern, nach rund 188 Milliarden Euro im vergangenen Jahr. Damit erholt sich der Immobilienmarkt weiter von seinem Rückschlag ab 2022, als stark steigende Zinsen den Boom beendeten und die Preise fielen.

Bei potenziellen Käufern wachse das Vertrauen, eine Immobilienfinanzierung bewältigen zu können, sagt Wunsch. Zudem weichen einige Menschen wegen der hohen Mieten auf Wohneigentum aus.

Zumindest bei Eigenheimen sowie bei Eigentumswohnungen im Bestand dürfte das Vorkrisenniveau von 2021 übertroffen werden, so die Prognose. Das erste Halbjahr sei stark verlaufen, sodass man 2025 mit einem Anstieg der Käufe um rund 13 Prozent rechne. Bei Bauland und Neubauwohnungen bleibe man dagegen noch mehr als 40 Prozent unter Vorkrisenniveau.

Bauzinsen nähern sich vier Prozent

Allerdings müssen Käufer tendenziell steigende Kreditzinsen schultern. Für zehnjährige Immobilienkredite wurden laut FMH-Finanzberatung zuletzt jährlich rund 3,7 Prozent verlangt. Vor zwölf Monaten waren es erst 3,3 Prozent.

FMH-Gründer Max Herbst hält einen Anstieg auf 4 Prozent bis Jahresende für möglich. Er betont, dass die Bauzinsen nicht von den gesunkenen Leitzinsen der EZB abhängen, sondern von der Rendite zehnjähriger Bundesanleihen. Und die könnte wegen der Konjunkturflaute und steigender Staatsverschuldung steigen: "Es hängt davon ab, ob Investoren Deutschland die wirtschaftliche Wende zutrauen, der Bundesrepublik als Schuldner vertrauen oder steigende Risikoaufschläge verlangen."

Preise bleiben gedämpft

Da Käufer oft hohe Summen per Kredit finanzieren, können schon kleine Zinsaufschläge teuer werden. Herbst glaubt jedoch nicht, dass die Erholung am Immobilienmarkt so schnell endet. "2022 sind die Bauzinsen in einem halben Jahr von einem auf 3,3 Prozent gestiegen". Solch einen Anstieg gebe es jetzt nicht.

Potenzielle Käufer haben zudem wieder mehr Auswahl und profitieren von etwas niedrigeren Preisen, meint Gewos-Experte Wunsch. Das aktuelle Preisniveau für Bestandswohnungen liege immerhin 6 Prozent unter dem Rekord aus dem letzten Immobilienboom, bei Eigenheimen seien es 7 Prozent.

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