Unternehmen

CATL Testkapazitäten: Europas größtes Batteriezellen-Zentrum entsteht

Der chinesische Batteriehersteller CATL verdoppelt seine Testkapazitäten in Arnstadt und baut eines der größten Batteriezellzentren Europas. Mit über 300 Teststationen und einem neuen Materiallabor reagiert das Unternehmen auf steigende Nachfrage aus der Automobilindustrie.
18.10.2025 14:22
Lesezeit: 1 min
CATL Testkapazitäten: Europas größtes Batteriezellen-Zentrum entsteht
Mit über 300 Teststationen reagiert CATL auf wachsende Nachfrage. (Foto: dpa) Foto: Martin Schutt

Batteriehersteller CATL erweitert Testkapazitäten

Der chinesische Batteriehersteller CATL verdoppelt im thüringischen Arnstadt seine Testkapazitäten. Bis Anfang 2026 entstehe dort eines der größten Testzentren für Batteriezellen in Europa, sagte ein Unternehmenssprecher auf dpa-Anfrage. Künftig verfüge CATL über mehr als 300 Teststationen, an denen unter anderem das Ladeverhalten von Zellen unter verschiedenen Umweltbedingungen wie Frost oder Hitze geprüft werde. Untersucht würden generell Batterieleistung und -sicherheit.

Reaktion auf Europas Expansionsstrategie

Die Erweiterung der Kapazität sei eine Antwort auf die europäische Expansionsstrategie von CATL, einem der weltweit größten Produzenten von Stromspeichern, vor allem für die Automobilindustrie. In den kommenden Jahren sollen an mehreren Standorten – darunter in Ungarn und Spanien – zusätzliche Produktionskapazitäten für Batterien entstehen, so das Unternehmen.

Reaktion auf steigende Nachfrage nach Batterien

"Mit der Erweiterung unseres Test- und Validierungszentrums macht CATL einen wichtigen Schritt, um der wachsenden Nachfrage nach fortschrittlichen Batterielösungen in Europa gerecht zu werden", erklärte Deutschland-Geschäftsführer Matt Shen.

In Arnstadt fertigt das Unternehmen seit 2023 Batteriezellen. Die Produktion soll schrittweise hochgefahren werden. Derzeit sind an dem Thüringer Standort rund 1.700 Arbeitnehmer beschäftigt. Die Contemporary Amperex Technology Thuringia GmbH beliefert verschiedene Automobilhersteller in Deutschland und Europa. Thüringens Wirtschaftsministerin Colette Boos-John (CDU) wird nach Angaben ihres Ministeriums im Oktober den Konzernsitz von CATL im chinesischen Ningde besuchen. Sie ist ab kommendem Samstag mit einer Wirtschaftsdelegation in China unterwegs.

Neues Materiallabor entsteht

Nach Unternehmensangaben liegt das Testzentrum in unmittelbarer Nähe zu den großen Produktionsstätten am "Erfurter Kreuz" bei Arnstadt und ist sowohl von Volkswagen <DE0007664039> als auch von der Deutschen Akkreditierungsstelle offiziell zertifiziert. Der Schwerpunkt liegt auf der Qualitätsprüfung von CATL-Produkten aus Europa. Tests für andere Anbieter seien jedoch nicht ausgeschlossen, so der Sprecher. CATL arbeite dabei mit dem Thüringer Fraunhofer-Institut für Keramische Technologien und Systeme zusammen.

Im Zuge der Erweiterung entsteht auch ein neues Materiallabor. Es soll zahlreiche zusätzliche Testfunktionen bieten. Durch die Analyse einzelner Batteriebestandteile können bei Leistungstests erkannte Probleme künftig schneller und präziser behoben werden, so das Unternehmen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

 

DWN
Politik
Politik Forschungsstandort Europa 2026: Zwischen Exzellenz und Sparzwang
25.05.2026

Europa forscht stark, doch Kürzungen bei Horizon Europe bedrohen den Anschluss an USA und China. Was das für Talente, Patente und...

DWN
Politik
Politik Weltbekannter Professor sieht gefährliche Veränderung bei Trump
25.05.2026

Francis Fukuyama sieht Trump politisch geschwächt, aber gerade deshalb gefährlich. Für Dänemark und Grönland könnte die nächste...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft KI-Arbeitsmarkt: Wer durch KI ersetzt wird, zahlt jahrelang
25.05.2026

KI soll Unternehmen schneller, schlanker und profitabler machen. Doch für Beschäftigte, die durch neue Technologien ihren Job verlieren,...

DWN
Finanzen
Finanzen Aktienempfehlungen: Günstige Aktien trotz KI-Hype, Zinsrisiko und Rüstungsboom
25.05.2026

Viele Anleger jagen weiter den teuersten KI-Gewinnern hinterher, doch Morningstar sieht die spannendere Chance woanders. Zehn globale...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Hyundai Kona im Test: Futuristisch, mutig und anders
25.05.2026

Der Hyundai Kona sieht aus, als wolle er nicht jedem gefallen. Genau das macht ihn spannend, denn hinter der mutigen Form steckt ein...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Klimarisiken in Europa: Warum der Mittelstand besser vorsorgen muss
25.05.2026

Klimarisiken und Nachhaltigkeit werden für Europas Mittelstand zu entscheidenden Faktoren für Finanzierung, Wettbewerbsfähigkeit und...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Veggie-Burger-Boom verliert an Tempo: Fleischersatz in Deutschland erstmals rückläufig
25.05.2026

Pflanzliche Fleischalternativen haben den Lebensmittelmarkt in Deutschland stark verändert. Doch nach Jahren kräftigen Wachstums sinkt...

DWN
Technologie
Technologie Meta: WhatsApp-Inkognito-Modus kommt für KI-Unterhaltungen
25.05.2026

Meta erweitert WhatsApp um neue KI-Funktionen und verspricht dabei mehr Datenschutz. Nutzer sollen künftig inkognito mit der Meta AI...