Technologie

Rimac revolutioniert die Automobilindustrie: Wann kommt die Superbatterie auf den Markt?

Die Automobilindustrie befindet sich im Wandel. Neue Technologien sollen Reichweite, Effizienz und Ladegeschwindigkeit von Elektrofahrzeugen deutlich verbessern. Aber wie werden diese Entwicklungen die Zukunft von Hochleistungsbatterien in Deutschland und Europa verändern?
27.10.2025 11:03
Lesezeit: 3 min
Rimac revolutioniert die Automobilindustrie: Wann kommt die Superbatterie auf den Markt?
Der Autohersteller Rimac treibt die Entwicklung leistungsfähiger Batterien in der Automobilindustrie voran (Foto: iStock.com, Michael Derrer Fuchs) Foto: Michael Derrer Fuchs

Rimac entwickelt gemeinsam mit taiwanesischen Partnern Superbatterie

Die Feststoffbatterie von Rimac soll eine um 20 bis 30 Prozent höhere Energiedichte als herkömmliche Lithium-Ionen-Batterien bieten. Sie ist leichter und ermöglicht extrem schnelle Ladezeiten. Ein Ladebereich von zehn bis achtzig Prozent soll in weniger als zehn Minuten erreichbar sein.

Rimac Technology präsentierte die Pläne auf der IAA in München. Partner sind das taiwanesische Unternehmen Prologium Technology sowie die Mitsubishi Chemical Group. Ziel ist es, bis 2030 eine Batterie mit 500 bis 600 Kilometern Reichweite in Kleinserie zu produzieren.

Kombiniertes Fachwissen der Partner

Rimac steuert seine Expertise in der Integration von Batteriesystemen bei. Prologium liefert die Technologie der Feststoff-Lithiumkeramikzellen. Die Zellen werden mit Materialien der Mitsubishi Chemical Group kombiniert, um eine leichtere, sicherere und energiedichtere Plattform zu schaffen.

Prologium baut eine Batteriefabrik in Dünkirchen im Norden Frankreichs im Wert von 5,2 Milliarden Euro. Die Inbetriebnahme ist für 2028 vorgesehen, ein Jahr später als ursprünglich geplant. Laut Rimac-Chef Nurdin Pitarević soll der erste Prototyp bis Ende 2027 fertig sein.

Ein Testmuster soll ein Jahr später folgen. Wenn die Entwicklungsziele erreicht werden, könnten Rimac und Prologium 2030 mit der Kleinserienproduktion starten. Pitarević betonte, dass eine zukünftige Batterie im Idealfall auch den Bugatti Tourbillon antreiben könnte.

Technologische Zielsetzungen

Die Batterie soll eine Kapazität von 100 Kilowattstunden erreichen und 20 bis 30 Prozent energiedichter sein als aktuelle Lithium-Ionen-Varianten. Der Rahmen soll aus Verbundmaterialien statt aus Stahl oder Aluminium bestehen, um Gewicht zu sparen.

Diese Konstruktion verbessert das Verhältnis von Gewicht zu Leistung. Dies ist entscheidend für elektrische Supersportwagen wie den Bugatti Tourbillon, der von einem 16-Zylinder-Motor mit drei Elektromotoren und rund 1.800 PS angetrieben wird. Derzeit kommen zudem vier Elektromotoren und ein 16-Zylinder-Benzinmotor zum Einsatz.

Pitarević erklärte, dass Sicherheit, Reichweite und Ladegeschwindigkeit aktuell etwa auf halbem Weg zu den gesteckten Zielen liegen. Gleiches gilt für die Weiterentwicklung der Zellen bei Prologium, die auf langjähriger Erfahrung mit Lithium-Keramik-Elektrolyten basiert und die Technologie in die Massenproduktion überführen möchte.

Fortschritte bei der Zellentwicklung

Die Batteriezellen sollen die Grundlage für die geplante Kapazität bilden. Rimac und Prologium planen, 2030 mit der Kleinserienproduktion zu starten. Ziel ist es, eine Batterieplattform zu schaffen, die leichter, sicherer und effizienter ist.

Feststoffbatterien gelten als der nächste große Schritt in der Elektromobilität. Der Verzicht auf flüssige Elektrolyte erhöht die Sicherheit, verringert die Brandgefahr und verlängert die Lebensdauer. Gleichzeitig erlaubt der dichtere Elektrolyt höhere Energiedichten und kürzere Ladezeiten.

Wettlauf um die Batteriezukunft

Volkswagen berichtete in diesem Jahr von erfolgreichen Tests mit Feststoffbatterien von QuantumScape. Auch Toyota, Nissan, BYD und Mercedes-Benz investieren in diese Technologie. In den USA arbeitet Factorial Energy mit Stellantis und Hyundai an ähnlichen Lösungen.

Die Allianz Renault-Nissan-Mitsubishi begann 2022 mit der Entwicklung einer neuen Feststoffbatterie-Technologie. Nissan übernimmt die Fertigung für die Partner. Die neue Technologie ASSB soll die Energiedichte verdoppeln und die Ladezeit auf ein Drittel reduzieren.

Eine Massenproduktion ist bis Mitte 2028 geplant. Die Kosten pro Kilowattstunde sollen bis 2026 um 50 Prozent und bis 2028 um 65 Prozent sinken. Dann wird der Preis pro Kilowattstunde unter 60 Euro liegen.

Weitere Entwicklungen bei BYD

BYD bietet bereits eine Batterie mit anderer Konstruktion an, die ähnliche Eigenschaften besitzt. Sie erlaubt Laden mit einer Leistung von bis zu einem Megawatt und arbeitet auf Basis einer 1.000-Volt-Infrastruktur.

Die Batterie nutzt weiterentwickelte Lithium-Eisenphosphat-Zellen, leistungsstarke Elektromotoren und neue Siliziumkarbid-Steuerchips. Eine Technologie zur schnelleren Elektrolytübertragung beschleunigt das Ladeverhalten. Ladespannungen bis 1.000 Volt und Ströme bis 1.000 Ampere ermöglichen aktuell die weltweit höchste Ladeleistung von 1.000 Kilowatt.

Bedeutung für Deutschland und Europa

Feststoffbatterien könnten in Deutschland die Elektromobilität entscheidend voranbringen. Höhere Energiedichte, schnellere Ladezeiten und bessere Sicherheit bieten Chancen für Supersportwagen und leistungsstarke Elektrofahrzeuge.

Kooperationen wie die von Rimac und Prologium stärken die Batterieproduktion in Europa. Sie eröffnen Perspektiven für Forschung, Zulieferer und die deutsche Industrie.

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