Wirtschaft

Merz plant „Stahlgipfel“ im Kanzleramt: Wege aus der Industriekrise gesucht

Die deutsche Stahlindustrie steckt in einer tiefen Krise. Um Lösungen für steigende Energiekosten und internationalen Wettbewerbsdruck zu finden, lädt CDU-Chef Friedrich Merz am 6. November zu einem Spitzentreffen ins Kanzleramt ein.
31.10.2025 14:18
Lesezeit: 1 min

Resilienz, Handelsbeziehungen und Energiepreise

Angesichts der Krise in der Branche lädt Bundeskanzler Friedrich Merz zu einem „Stahlgipfel“ am 6. November im Kanzleramt ein. Wie ein Regierungssprecher in Berlin sagte, sollen daran weitere Regierungsmitglieder wie Vizekanzler und Finanzminister Lars Klingbeil (SPD), Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sowie Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) teilnehmen - daneben Vertreter der Branche sowie Ministerpräsidenten aus Ländern mit Stahlindustrie. Der Sprecher nannte Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Brandenburg und das Saarland.

Bei dem Treffen solle es um Themen wie Resilienz, Handelsbeziehungen und Energiepreise gehen, sagte der Regierungssprecher. Ziel der Bundesregierung sei es, die Stahlindustrie in Deutschland zu erhalten und Arbeitsplätze zu sichern. Um Abhängigkeiten von anderen Ländern zu verhindern, sei es wichtig, eine heimische Stahlindustrie zu haben. Bei dem Treffen soll es darum gehen, mögliche Maßnahmen auf den Weg bringen.

Stahlbranche von vielen Seiten unter Druck

Die deutsche Stahlindustrie leidet unter der Krise in Abnehmerbranchen, vor allem der Autoindustrie. Hinzu kommen gestiegene Energiepreise, Billigimporte vor allem aus China und die Kosten für den Umbau hin zu einer klimafreundlicheren Stahlproduktion. Auch hohe Zölle auf Stahlimporte in die USA machen der Branche zu schaffen.

Vor drei Wochen fand bereits ein „Autogipfel“ im Kanzleramt statt. Merz hatte daneben einen „Stahlgipfel“ angekündigt.

Die EU-Kommission hatte Anfang Oktober Schutzmaßnahmen für die heimische Stahlindustrie angekündigt. Demnach soll die Menge für zollfreie Importe nahezu halbiert werden. Außerdem soll der Zollsatz für Importe, die darüber hinausgehen, auf 50 Prozent verdoppelt werden. Einer Neuregelung müssen auch die EU-Staaten zustimmen. Die Bundesregierung arbeitet zudem an einem staatlich subventionierten, niedrigeren Industriestrompreis.

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