Finanzen

EZB-Vize warnt: KI-Hype könnte Börsenkorrektur auslösen

EZB-Vizepräsident Luis de Guindos schlägt Alarm: Der aktuelle Boom rund um Künstliche Intelligenz und hoch bewertete US-Tech-Aktien könnte eine deutliche Korrektur an den Finanzmärkten auslösen. Auf der „Euro Finance Week“ in Frankfurt betonte er, dass die Märkte weiterhin anfällig für starke und gleichzeitig verlaufende Anpassungen der Vermögenspreise seien.
17.11.2025 13:32
Lesezeit: 1 min
EZB-Vize warnt: KI-Hype könnte Börsenkorrektur auslösen
Sind wir kurz vor dem Platzen einer KI-Blase an den Finanzmärkten? (Foto: iStock/ Petrovich9) Foto: Petrovich9

EZB-Vizepräsident Luis de Guindos warnt vor der Gefahr einer Börsenkorrektur, die von hoch bewerteten US-Tech-Aktien und dem Hype um Künstliche Intelligenz ausgehen könnte. Die Finanzmärkte seien weiter anfällig für starke und korrelierte Anpassungen der Vermögenspreise, sagte de Guindos auf der „Euro Finance Week“ in Frankfurt.

Die aufgekommene optimistische Stimmung seit der Erholung der globalen Aktienmärkte von ihren Tiefstständen im April habe die hohen Bewertungen an den Finanzmärkten noch steigen lassen.

Warnung vor plötzlichen Stimmungsumschwüngen

„Gleichzeitig hat die Marktkonzentration und die Vernetzung zwischen einer Handvoll großer US-amerikanischer Technologieunternehmen weiter zugenommen, wodurch die Märkte Risiken ausgesetzt sind, die sich aus potenziellen Schocks für ihre KI-bezogenen Geschäftsmodelle ergeben.“ Es gebe Raum für „plötzliche Stimmungsumschwünge“, sagte de Guindos.

Sollte es zu einem plötzlichen Markteinbruch kommen, könnten die Bilanzen von Nichtbanken-Akteuren im Euroraum unter Druck geraten. „Anhaltende Liquiditätsrisiken bei offenen Fonds und hohe Verschuldungsgrade bei Hedgefonds erhöhen das Risiko von Notverkäufen, die die Marktbelastungen noch verstärken könnten.“

Weitere Risiken für die Finanzstabilität seien die hohe Verschuldung einiger Industriestaaten und negative Folgen der US-Zölle für Unternehmen und Banken, so der EZB-Vize.

Sorgen vor KI-Blase an den Börsen

An den Finanzmärkten sind die Sorgen wegen der hohen Bewertungen bei US-Techkonzernen gewachsen. Sie haben wegen ihres immensen Börsenwerts ein hohes Gewicht auch in Indexfonds wie auf den MSCI World, die bei Privatanlegern beliebt sind.

Beobachter fürchten, dass der Hype um KI zu einer Blase geführt hat, die bald platzen und große Verluste an den Aktienmärkten verursachen könnte. Zuletzt stieg die Nervosität, da Investoren sich fragen, ob sich die gewaltigen Investitionen vieler Konzerne in KI später auszahlen und die aktuellen Kursniveaus rechtfertigen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Minijob 2026: Rückkehr in die Rentenversicherung möglich – was zu beachten ist
24.06.2026

Wer sich als Minijobber von der Versicherungspflicht befreien ließ und bislang keinen Eigenanteil für die Rentenversicherung zahlt, kann...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Märkte im Überblick: Tech-Ausverkauf setzt sich fort, während der Ölpreis nachgibt
24.06.2026

Spannung an der Wall Street: Welche Sektoren jetzt unter Druck geraten und wo sich neue Chancen auftun.

DWN
Politik
Politik Gipfeltreffen E5: Europäer sichern Ukraine anhaltende Unterstützung zu
24.06.2026

Die Europäer wollten in Ankara ein starkes Zeichen der Unterstützung für die Ukraine setzen, sagte Kanzler Merz. Die Bundesregierung...

DWN
Finanzen
Finanzen Rheinmetall-Aktie crasht: Wie tief kann es noch gehen?
24.06.2026

Milliarden-Schock für Rheinmetall: Berlin stoppt das größte deutsche Kriegsschiff-Projekt seit dem Zweiten Weltkrieg. Die Aktie stürzt...

DWN
Politik
Politik Bertelsmann Stiftung warnt: Abkehr von Energiewende gefährdet Jobs
24.06.2026

Eine Untersuchung sieht einen Beschäftigungsrekord bei erneuerbaren Energien. Eine energiepolitische Kursänderung der Bundesregierung...

DWN
Politik
Politik Aus für milliardenteures Rüstungsprojekt: Pistorius zieht den Stecker für Fregatte F126
24.06.2026

Erst der Flop beim deutsch-französischen Luftkampfsystem FCAS, nun das Ende für das Fregattenprojekt F126. Binnen weniger Wochen platzen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft VW-Aktie im Krisenmodus trotz radikalem Jobabbau
24.06.2026

Volkswagen will sparen, kürzen und umbauen, doch der Druck auf den Konzern bleibt enorm. Zehntausende Stellen fallen weg, Werke verlieren...

DWN
Politik
Politik Bundestag: Ein Drittel der Bundestagsabgeordneten hat Nebeneinkünfte
24.06.2026

Mehr als ein Drittel der Bundestagsabgeordneten hat in der laufenden Legislaturperiode meldepflichtige Nebeneinkünfte bezogen - neben...