Politik

Anschlag geplant? Terrorverdächtiger in Magdeburg reiste legal ein

Mit Visum kam er nach Deutschland, dann informierte er sich über Waffen und glorifizierte Anschläge. Zu dem 21-jährigen Mann in Magdeburg werden erste Details bekannt. Es könnte eine islamistische Motivation zugrunde liegen, hieß es zudem.
16.12.2025 13:33
Lesezeit: 1 min
Anschlag geplant? Terrorverdächtiger in Magdeburg reiste legal ein
Mögliche Anschlagspläne: Der 21-Jährige stammt aus Zentralasien, die Nationalität wollte Innenministerin Zieschang im Parlament auch auf Nachfrage nicht nennen. (Foto: dpa) Foto: Klaus-Dietmar Gabbert

Anschlag geplant? 21-Jähriger in Magdeburg reiste legal ein

Der wegen möglicher Anschlagspläne festgesetzte 21-Jährige in Magdeburg ist auf legalem Wege nach Deutschland gekommen. Er sei im Juni 2024 mit einem Visum nach Deutschland eingereist, sagte Sachsen-Anhalts Innenministerin Tamara Zieschang (CDU) im Landtag in Magdeburg. „Er hat im März diesen Jahres mit einer Ausbildung zum Pflegefachmann begonnen.“

Der Mann war am Freitag zunächst in polizeilichen Gewahrsam genommen worden. Nach Angaben des Innenministeriums in Magdeburg vom Montag sollte dadurch ein möglicher Anschlag auf größere Menschenmengen verhindert werden. Den Plänen könnte eine islamistische Motivation zugrunde liegen, hieß es zudem.

Mann glorifizierte Anschläge

Der 21-Jährige stammt aus Zentralasien, die Nationalität wollte Zieschang im Parlament auch auf Nachfrage nicht nennen. Man wolle aktuell „gewisse Maßnahmen“ nicht gefährden, sagte sie.

Am Freitag fand laut Zieschang auch eine Durchsuchung statt, Details nannte sie nicht. Die Erkenntnisse verdichteten sich, dass er zu Anschlägen bereit gewesen und eine Radikalisierung erfolgt sei, sagte die CDU-Politikerin. „Und er glorifizierte auch bestimmte Anschläge.“ Außerdem habe der Mann Interesse für Waffen und Schießtraining gezeigt. Anfang Dezember habe er ein Waffengeschäft in Magdeburg aufgesucht, jedoch keine Waffe erworben.

Abschiebung wird vorbereitet

Das Innenministerium bereitet eine Abschiebung aufgrund einer „auf Tatsachen gestützten Prognose zur Abwehr einer besonderen Gefahr für die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland oder einer terroristischen Gefahr“ vor. Eine Vorbereitungshaft sei am Montagabend gerichtlich bestätigt worden, sagte Zieschang.

Die Innenministerin dankte den Sicherheitsbehörden im Bund und Land für die Zusammenarbeit und den guten Informationsaustausch. Beteiligt an den Nachforschungen zu den Absichten und möglichen Planungen des jungen Mannes war nach dpa-Informationen auch der Verfassungsschutz.

Der Fall wurde knapp ein Jahr nach dem Anschlag auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt bekannt. Ein Mann aus Saudi-Arabien war damals mit einem Mietwagen durch die Menschenmenge auf dem Weihnachtsmarkt gefahren. Ein 9-jähriger Junge sowie fünf Frauen im Alter von 45 bis 75 Jahren kamen ums Leben. Mehr als 300 weitere Menschen wurden verletzt. Der Mann steht derzeit in Magdeburg vor Gericht.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Goldgedeckte Digitalwährungen als Brücke zwischen Sachwerten und Finanztechnologie

Steigende Inflation, geopolitische Unsicherheiten und die fortschreitende Digitalisierung verändern die Anforderungen an moderne Formen...

DWN
Panorama
Panorama Last Minute buchen: Wo Urlauber jetzt noch sparen können
20.06.2026

Kurzentschlossene setzen auch in diesem Sommer auf Last-Minute-Angebote. Doch der Reisemarkt hat sich verändert: Nicht jede spontane...

DWN
Technologie
Technologie KI-Pionier Bengio: „Wir können die Vorteile nutzen, ohne die Katastrophe zu riskieren“
20.06.2026

Yoshua Bengio ist ein kanadischer Informatiker, der bekannt wurde durch seine Forschung zu künstlichen neuronalen Netzen und Deep...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Energiewende: Milliardenauftrag für Windstrom-Plattform geht nach Rostock
20.06.2026

Für die Anbindung von Windparks auf See an Stromleitungen an Land sind Konverter notwendig. Warum der Milliardenauftrag des Netzbetreibers...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Die 7 gefährlichsten Bürokratiefallen für Mittelständler: So hebeln Sie sie aus
20.06.2026

Immer neue Regeln, Formulare und Dokumentationspflichten treiben Mittelständler an ihre Grenzen – oft weit stärker als große Konzerne....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Hyundai Inster im Test: Kleiner Elektro-SUV für fast jeden Geldbeutel
20.06.2026

Der Hyundai Inster wirkt auf den ersten Blick wie ein elektrischer Stadtzwerg. Im Test zeigt der kleine SUV aber mehr Platz, Komfort und...

DWN
Panorama
Panorama KI-Bewerbung: Diese 5 Fehler sollten Sie vermeiden
20.06.2026

Immer mehr Bewerber nutzen KI, um ihre Jobsuche zu beschleunigen. Doch die besten Ergebnisse entstehen nicht auf Knopfdruck. Wer Chatbots...

DWN
Panorama
Panorama EU einigt sich auf Fluggastrechte-Reform: Das ändert sich für Reisende
20.06.2026

Die EU hat sich auf neue Regeln für Flugreisende verständigt. Künftig sollen Passagiere bei Gepäck, Sitzplätzen und Informationen...

DWN
Finanzen
Finanzen Deutsche Börse: Deutschland strebt eine Ausnahmeregelung von der gemeinsamen Aufsicht an
20.06.2026

Deutschland fordert mehr europäische Kapitalmarktintegration, will der Deutschen Börse aber offenbar eine Ausnahme sichern. Der Fall...