Finanzen

Kosten der Arbeitslosigkeit deutlich gestiegen - Bürgergeld größter Block

Die Ausgaben für Arbeitslosigkeit waren 2024 so hoch wie seit rund zehn Jahren nicht mehr. Warum die Kosten explodieren und was das für die Zukunft bedeutet.
29.12.2025 14:42
Lesezeit: 1 min

Kosten der Arbeitslosigkeit deutlich gestiegen

76,6 Milliarden Euro hat die Arbeitslosigkeit in Deutschland den Staat 2024 gekostet. Das seien 12,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor und so viel wie zuletzt 2015, teilte das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) mit.

Die Gründe dafür seien der starke Anstieg der Arbeitslosenzahlen und die höheren Regelsätze in der Grundsicherung. Angesichts der zunehmenden Arbeitslosigkeit erwarten die Fachleute trotz der Nullrunde beim Bürgergeld auch für 2025 höhere Kosten.

Nach den IAB-Berechnungen machten 2024 die fiskalischen Kosten der Arbeitslosigkeit 1,77 Prozent des Bruttoinlandprodukts (BIP) aus. Diese setzen sich aus Versicherungsleistungen, Sozialleistungen und Mindereinnahmen bei Steuern und Sozialversicherungsbeträgen zusammen.

Bürgergeld ist größter Block

Die Transferzahlungen an Arbeitslosengeld- und Bürgergeld-Beziehende machten einschließlich der abgeführten Sozialversicherungsbeiträge mit etwa 47 Milliarden Euro rund 61 Prozent der Gesamtkosten aus. Hinzu kommen Mindereinnahmen des Staates an Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen in Höhe von 29,6 Milliarden Euro.

Den größten Block machte mit 25,1 Milliarden Euro und einem Anteil von gut 37 Prozent das Bürgergeld und damit zusammenhängende Sozialleistungen wie die Kostenerstattung für Unterkunft und Heizung aus. Die Kosten für die öffentlichen Haushalte fallen vor allem beim Bund (32 Prozent), der Bundesagentur für Arbeit (27 Prozent) und der Rentenversicherung (14 Prozent) an.

Die IAB-Fachleute weisen darauf hin, dass die Rücklage der Bundesagentur für Arbeit durch den seit mehr als drei Jahren anhaltenden Wirtschaftsabschwung aufgebraucht ist und diese 2025 auf ein Defizit von 5,2 Milliarden Euro kommt. Um künftig Darlehen des Bundes zum Haushaltsausgleich zu vermeiden, bräuchte die Bundesagentur demnach eine Rücklage in Höhe von mindestens 0,65 Prozent des BIP - aktuell wären dies 29 Milliarden Euro.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold als strategischer Anker: Warum physische Substanz zählt

Wo sich die wirtschaftlichen Gewichte grundlegend verschieben, suchen Unternehmen sowie Privatanlegerinnen und Privatanleger nach...

 

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Immobilien
Immobilien Preisschock am Bau: Neue KI soll explodierende Materialkosten und Baustopps verhindern
01.11.2026

Kriege, Krisen und explodierende Rohstoffpreise bringen die Baubranche zunehmend unter Druck. Bauprojekte werden teurer, Kalkulationen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Xiaomi-Elektroautos: Warum dieser Milliardär Volkswagen und Tesla gefährlich werden könnte
31.10.2026

Er verkaufte Smartphones, wurde Milliardär und stieg schließlich ins Autogeschäft ein. Mit seinem ersten Elektroauto gelang Xiaomi-Chef...

DWN
Panorama
Panorama Kommunale Schulden wachsen deutlich: Deutschlands Städte unter Druck, die KfW warnt
31.10.2026

Die integrierte Verschuldung der deutschen Kommunen ist 2025 deutlich gestiegen. Ende des Jahres entfielen rechnerisch 4.907 Euro Schulden...

DWN
Unternehmen
Unternehmen 70 Jahre Fernsehwerbung: Das beste Marketing, das Deutschland nie vergessen hat
31.10.2026

Ein Fleck auf der Tischdecke, ein Waschmittel und ein Satz, der hängen blieb: 1956 begann die Fernsehwerbung in Deutschland. Seitdem haben...

DWN
Immobilien
Immobilien Heizungstausch finanzieren: So nutzen Eigentümer Förderung, Kredit und Steuerbonus
31.10.2026

Eine neue Heizung kann langfristig Geld sparen, verlangt zunächst aber eine beträchtliche Investition. Eigentümer müssen deshalb...

DWN
Finanzen
Finanzen Vermögensbarometer 2026: ETF-Boom hält an, Anteil der Privatanleger stagniert
31.10.2026

ETFs werden in Deutschland immer beliebter, doch der Anteil der Menschen mit Wertpapieren stagniert. Das neue Vermögensbarometer des...

DWN
Finanzen
Finanzen KfW-Gründerkredite: 225 Millionen Euro zugesagt – doch Banken werden strenger
31.10.2026

Die staatliche Förderbank KfW hat im ersten Halbjahr 2026 deutlich mehr Gründerkredite zugesagt. Gleichzeitig verschärfen deutsche...

DWN
Immobilien
Immobilien Gebäudetyp E: Weniger Extras sollen den Wohnungsbau günstiger machen
31.10.2026

Weniger Steckdosen, dünnere Decken und niedrigere Baukosten: Der Gebäudetyp E soll den Wohnungsbau in Deutschland erleichtern. Ein neuer...