Politik

Mehr Schutz für kritische Infrastruktur nach mutmaßlichem Anschlag gefordert

Nach dem mutmaßlichen Angriff auf das Berliner Stromnetz wird ein stärkeres Sicherheitsbewusstsein für kritische Infrastruktur gefordert. Betreiber sensibler Anlagen sollen Sicherheitsvorkehrungen ernst nehmen, betonte NRW-Innenminister Herbert Reul im WDR. So wie wertvolle Baumaschinen vor Diebstahl geschützt werden, müsse künftig auch der Schutz von Stromleitungen, Bahngleisen und anderen zentralen Einrichtungen gewährleistet sein. Die Verantwortung liege dabei sowohl beim Staat als auch bei den Unternehmen selbst.
05.01.2026 10:10
Lesezeit: 1 min
Mehr Schutz für kritische Infrastruktur nach mutmaßlichem Anschlag gefordert
Allein die Scheinwerfer der Fahrzeuge scheinen in der Potsdamer Chaussee, die wegen des Stromausfalls im Südwesten Berlins ohne Straßenbeleuchtung und Strom in den Häusern völlig unbeleuchtet ist. Zehntausende Menschen im Südwesten der Hauptstadt haben keinen Strom (Foto: dpa). Foto: Michael Ukas

"Wir haben über viele, viele Jahre dieses Thema auch nicht ernst genommen", sagte Reul. "Wir haben sogar vor lauter Transparenteritis alles schön öffentlich gemacht." Täter könnten leicht online recherchieren, wo sich etwa sensible Knotenpunkte bei der Stromversorgung befänden.

Das führe dazu, dass ein großflächiger Stromausfall durch einen Anschlag wie in Berlin auch in Nordrhein-Westfalen passieren könne. "Wir haben eine Infrastruktur, die angreifbar ist, die ist nicht sehr geschützt", betonte der Landesinnenminister.

"Wir können ja nicht an jeder Stelle einen Polizist hinstellen"

Allerdings werde man Angriffe auf die Infrastruktur nicht gänzlich verhindern können. "100 Prozent Sicherheit wird es nie geben. Das gehört auch zur Wahrheit dazu", sagte Reul. "Wenn Sie sich allein die Bahnkilometer anschauen - wir können ja nicht an jeder Stelle einen Polizist hinstellen."

In Berlin sind nach einem Brandanschlag auf Stromkabel Tausende Menschen im Südwesten der Stadt weiter ohne Elektrizität und ohne Heizung - bei Schnee und eisigen Außentemperaturen. Auch Schulen und Kitas bleiben geschlossen. Noch tagelang könnten viele Haushalte ohne Strom sein.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen Eskalation im Nahen Osten belastet Rentenmarkt: Deutsche Staatsanleihen unter Verkaufsdruck
09.03.2026

Die Verunsicherung an den globalen Finanzmärkten spiegelt sich am Montag deutlich in den Kursen deutscher Bundesanleihen wider, die...

DWN
Politik
Politik Machtpoker im Ländle: Özdemir erteilt rotierender Staatskanzlei eine Absage
09.03.2026

Nach der Zitterpartie bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg verhärten sich die Fronten zwischen den potenziellen Koalitionspartnern....

DWN
Politik
Politik Geheime Unterstützung: Russland liefert Iran Zieldaten gegen amerikanische Streitkräfte
09.03.2026

Ein Bericht der Washington Post sorgt für Aufsehen. Demnach liefert Russland Iran geheimdienstliche Informationen über US-Streitkräfte...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutsche Industrie enttäuscht: Auftragseinbruch um 11,1 Prozent nach Großauftrags-Boom
09.03.2026

Die deutsche Industrie ist mit einer deutlichen Enttäuschung in das Jahr 2026 gestartet. Laut Daten des Statistischen Bundesamtes sanken...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Spritpreise aktuell: Preiszuwachs an Tankstellen verlangsamt sich
09.03.2026

Autofahrer können vorerst leicht aufatmen, da der steile Aufwärtstrend bei den Kraftstoffpreisen an deutschen Tankstellen an Schwung...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Preiswende im Kühlregal: Butter wird für Verbraucher wieder teurer
09.03.2026

Nach einer Phase sinkender Preise müssen Kunden in Deutschland für Butter wieder tiefer in die Tasche greifen. Führende Discounter und...

DWN
Politik
Politik Geopolitische Zeitenwende: Von der Leyen fordert radikalen Kurswechsel der EU
09.03.2026

Die alte Weltordnung ist Geschichte: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen drängt angesichts der globalen Instabilität auf eine...

DWN
Politik
Politik Neue EU-Strategie: Brüssels Plan für die Zukunft von Häfen und Werften
09.03.2026

Europas Lebensadern auf dem Prüfstand: Nach langer Wartezeit hat die EU-Kommission ihre neue maritime Strategie enthüllt. In zwei...