Wirtschaft

Trump-Zölle als Druckmittel gegen Irans Handelspartner

Donald Trump kündigt neue US-Zölle gegen Länder mit Iran-Geschäften an. Die Maßnahme wirft politische, wirtschaftliche und rechtliche Fragen auf. Droht nun eine Eskalation der US-Zölle mit globalen Folgen?
13.01.2026 09:05
Aktualisiert: 13.01.2026 09:05
Lesezeit: 2 min

Trump: Neue US-Zölle von 25 Prozent für Länder mit Iran-Geschäften

Die US-Regierung plant, Importe aus sämtlichen Staaten, die Iran-Geschäfte betreiben, mit neuen Trump-Zöllen in Höhe von 25 Prozent des Warenwerts zu belegen. Dies kündigte Präsident Donald Trump auf seiner Online-Plattform Truth Social an – offenbar als Reaktion auf die gewaltsame Niederschlagung regierungskritischer Proteste im Iran. Mit den Trump-Zöllen sollen nach Darstellung der Regierung politische und wirtschaftliche Signale gesetzt werden.

Trumps kurze Ankündigung zu den Trump-Zöllen ließ jedoch zahlreiche Fragen offen. So blieb zunächst unklar, was seine Formulierung zu Ländern, die "Geschäfte mit dem Iran machen", konkret einschließt. Zu den wichtigsten Handelspartnern der Islamischen Republik, die von den USA und der EU mit weitreichenden Sanktionen belegt ist, zählen unter anderem China, Indien, die Emirate und die Türkei. Doch auch EU-Staaten wie Deutschland unterhalten in begrenztem Umfang Iran-Geschäfte, eingeschränkt durch Sanktionen und politische Hürden. Gerade hier könnten US-Zölle neue Unsicherheiten schaffen.

Trump sprach von einer "endgültigen Anordnung", die ab sofort gelten solle. Vom Weißen Haus wurde zunächst jedoch kein entsprechender Erlass des Präsidenten veröffentlicht. Trump hat bereits häufiger Trump-Zölle oder Erhöhungen bestehender Einfuhrabgaben angekündigt, die später teilweise zurückgenommen oder verschoben wurden. Auch frühere US-Zölle folgten diesem Muster.

Trump-Zölle als indirektes Instrument – Neuer Streit mit China?

Trump, der als erklärter Befürworter von Zöllen gilt, kann dem Iran selbst keine direkten Strafabgaben auferlegen, da die USA kaum Handel mit Teheran betreiben. Daher setzt Trump bei den Trump-Zöllen offenbar auf einen indirekten Ansatz, um andere Länder von Iran-Geschäften mit der Islamischen Republik abzuhalten. Diese Strategie soll die Wirkung der US-Zölle ausweiten.

Es ist nicht das erste Mal, dass der US-Präsident auf solche indirekten Trump-Zölle zurückgreift. Bereits im Ukraine-Krieg hatte Trump wegen des Kaufs russischen Erdöls Zölle von bis zu 50 Prozent auf Waren aus Indien verhängt. Auch damals spielten US-Zölle eine zentrale Rolle im politischen Druckaufbau.

Zusätzliche Iran-bezogene Trump-Zölle gegen China könnten den Handelskonflikt zwischen den beiden größten Volkswirtschaften nach einer Phase relativer Ruhe erneut anfachen. Unternehmen in China kaufen sowohl iranisches als auch russisches Öl – bislang blieb das Land jedoch von diesen "Sekundärzöllen" verschont. Neue US-Zölle könnten diese Lage verändern.

Rechtliche Basis der Trump-Zölle weiter unklar

Weiterhin offen blieb, auf welcher rechtlichen Grundlage die Trump-Zölle gegen Irans Handelspartner eingeführt werden sollen. Bislang stützte sich Trump dabei überwiegend auf das Notstandsgesetz IEEPA (International Emergency Economic Powers Act). Allerdings prüft das Oberste Gericht der USA derzeit, ob die Anwendung dieses Gesetzes rechtmäßig war. Die Richter zeigten sich bei einer Anhörung zu dem Streit eher skeptisch, was die Zukunft der US-Zölle betrifft.

Seit mehr als zwei Wochen demonstrieren Iranerinnen und Iraner gegen das autoritäre Herrschaftssystem der Islamischen Republik. Die durch eine Wirtschaftskrise ausgelösten Proteste haben mittlerweile landesweite Ausmaße angenommen. In zahlreichen Städten kam es zu schweren Ausschreitungen und massiven Unruhen. Der Sicherheitsapparat reagiert mit brutaler Härte. Nach Angaben von Aktivisten wurden bereits Hunderte Demonstranten getötet. Es handelt sich um die schwersten Proteste im Iran seit Jahren.

Trump hatte den Demonstrierenden öffentlich seine Unterstützung zugesichert und die iranische Regierung vor einer brutalen Niederschlagung der Proteste gewarnt. Am Wochenende erklärte er vor Journalisten, dass die Führung in Teheran mit den USA verhandeln wolle. Zugleich hielt Trump an der Drohung eines militärischen Eingreifens fest und unterstrich damit erneut die politische Dimension der Trump-Zölle.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Technologie
Technologie Daimler Truck investiert groß in Wasserstoff-Lkw
10.09.2026

Während viele Hersteller beim Wasserstoff zurückstecken, investiert Daimler Truck weiter kräftig in die Technologie. Der Konzern setzt...

DWN
Politik
Politik Öl gibt es genug. Warum ist Diesel dann rekordteuer?
10.09.2026

Der Ölpreis ist hoch, aber nicht auf Rekordniveau. Trotzdem ist Diesel so teuer wie nie. Der Grund liegt nicht allein beim Rohöl, sondern...

DWN
Politik
Politik Neuer Umfragedämpfer bringt Bundeskanzler Merz weiter unter Druck: CDU stürzt in Mecklenburg-Vorpommern ab
10.09.2026

Nach dem Wahldebakel in Sachsen-Anhalt wächst der Druck auf Friedrich Merz. Schwache Umfragewerte in Mecklenburg-Vorpommern und ein...

DWN
Unternehmen
Unternehmen VW-Aktie im Fokus: Volkswagen drohen bis zu 16 Milliarden Euro Umbaukosten
10.09.2026

Der geplante Sparkurs bei Volkswagen hat einen hohen Preis: Bis zu 16 Milliarden Euro könnten Stellenabbau und mögliche...

DWN
Finanzen
Finanzen EZB-Zinsentscheid: EZB erhöht Zinsen auf 2,5 Prozent
10.09.2026

EZB-Zinsentscheid: Die EZB erhöht den Einlagenzins auf 2,5 Prozent – und rechnet trotzdem noch Jahre mit erhöhter Inflation. Während...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EZB-Leitzins-Prognose: Lagarde droht der Fehler von 2011
10.09.2026

Die nächste Zinserhöhung der EZB gilt beinahe als ausgemacht. Doch ausgerechnet die Erfahrung von 2011 zeigt, wie riskant ein solcher...

DWN
Technologie
Technologie Warum jeder vierte Deutsche aufs E-Auto umsteigen will
10.09.2026

Deutschland zeigt überraschend viel Interesse am Elektroauto: 27 Prozent der Besitzer von Benzin- oder Dieselautos planen den direkten...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Lidl und die Plastikfrage: So sollen Verpackungen bis 2030 schrumpfen
10.09.2026

Mit der Strategie REset Resources verringert Lidl den Verbrauch primärer Rohstoffe, erhöht den Anteil recycelter Materialien und führt...