Wirtschaft

Wirtschaftsstandort Deutschland: Stabilität schlägt Handelskonflikte

Trotz geopolitischer Spannungen, drohender Zölle und wachsender Handelskonflikte entdecken internationale Unternehmen den Standort Deutschland neu. Erstmals seit vielen Jahren investierten ausländische Firmen 2025 mehr Kapital hierzulande als deutsche Unternehmen im Ausland, wie eine Analyse zeigt.
26.01.2026 10:15
Lesezeit: 2 min
Wirtschaftsstandort Deutschland: Stabilität schlägt Handelskonflikte
Spaten und Helme stehen bereit für den Spatenstich zur Erweiterung des Werkgeländes der N3 Engine Overhaul Services GmbH (ARCHIV 2024). Erstmals seit Jahren übersteigen ausländische Investitionen in Deutschland (96 Mrd. Euro) die deutschen Auslandsinvestitionen - trotz globaler Handelskonflikte und Trump-Zöllen. Foto: Martin Schutt

Schlaglichter auf die Situation werfen Nachrichten wie diese: Der deutsche Volkswagen -Konzern hält sich bei seinem Plan für ein Audi-Werk in den USA zurück, weil wegen der Zollbelastung kein Geld dafür da sei. Und US-Präsident Donald Trump nutzt Zolldrohungen weiter als politisches Druckmittel: Er droht Kanada mit 100-Prozent-Zöllen, um eine engere wirtschaftliche Zusammenarbeit des Nachbarlands mit China zu verhindern.

Deutschland punktet mit Rechtssicherheit

Die erratische Politik des US-Präsidenten schade nicht nur den Partnern, sondern auch der US-Wirtschaft, betont Matthes. "Rechtssicherheit und Kalkulierbarkeit werden im globalen Wettbewerb zum Standortvorteil für Deutschland." Außerdem bleibe Deutschland auch als Forschungsstandort hochattraktiv.

Die Experten des arbeitgebernahen Instituts gehen davon aus, dass sich die ausländischen Direktinvestitionen in Deutschland von 43 Milliarden Euro 2024 auf 96 Milliarden Euro im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt haben. Deutsche Unternehmen hätten unterdessen eine unterdurchschnittliche Summe im Ausland investiert: 86 Milliarden Euro. Basis der Schätzung seien Zahlen der Deutschen Bundesbank für die ersten elf Monate 2025.

Ökonomen sehen Zölle als "Eigentor"

Ob gleichzeitig weniger in den USA investiert wurde, ist offen. Es liegen für 2025 noch keine vollständigen Zahlen vor. Studien zufolge schaden die Zölle der US-Wirtschaft - denn amerikanische Konsumenten müssen sie über höhere Preise bezahlen. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) sprach jüngst von einem "Eigentor" Trumps.

Seine Zollpolitik schadet aber auch der deutschen Wirtschaft, die weniger Produkte absetzen kann. Das Ifo-Institut beziffert die negativen Wachstumseffekte der Trump-Zölle für die deutsche Wirtschaft auf 0,3 Prozentpunkte in 2025 und prognostiziert 0,6 Prozentpunkte für 2026. Besonders die Autobranche hat zu kämpfen. Damit schwächt Trump auch potenzielle Investoren, etwa Volkswagen.

VW-Chef: Audi-Werk wegen Zöllen nicht finanzierbar

Den VW-Konzern belastete das in den ersten neun Monaten 2025 mit und 2,1 Milliarden Euro, wie Vorstandschef Oliver Blume dem "Handelsblatt" sagte. Das erwogene Audi-Werk in den USA kann Volkswagen demnach erst bauen, wenn Trump die Belastung durch Zölle senkt. "Bei einer unveränderten Belastung durch die Zölle ist eine große zusätzliche Investition nicht finanzierbar", sagte Blume. Er verlangte Kostenentlastungen und verlässliche Rahmenbedingungen.

Unterdessen droht US-Präsident Donald Trump Kanada. Sollte das Nachbarland einen Deal mit China schließen, werde das Land umgehend mit einem 100-Prozent-Zollsatz auf alle kanadischen Waren, die in die USA importiert werden, belegt, schrieb der Republikaner auf seiner Plattform Truth Social. Wenn Kanadas Premierminister Mark Carney glaube, Kanada zu einem "Umschlagplatz" für China zu machen, damit chinesische Waren in die USA kommen, irre er sich gewaltig.

Unlängst war Carney nach Peking gereist und kündigte danach mehr Zusammenarbeit mit China an

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