Politik

USA und Iran nach Oman‑Verhandlungen: Zukunft der Gespräche offen – Konflikt bleibt ungewiss

Nach ersten indirekten Gesprächen zwischen Vertretern der USA und des Iran in Maskat, Oman, haben beide Seiten offen gelassen, ob und wann die Verhandlungen fortgesetzt werden. Zwar bezeichneten iranische Vertreter die Runde als „guten Anfang“, doch konkrete Zusagen für weitere Gespräche stehen noch aus – und der Konflikt zwischen Washington und Teheran bleibt angespannt und unklar.
06.02.2026 12:20
Lesezeit: 3 min
USA und Iran nach Oman‑Verhandlungen: Zukunft der Gespräche offen – Konflikt bleibt ungewiss
Menschen nehmen an einer staatlich organisierten Kundgebung teil, um den Geburtstag von Imam Mahdi zu feiern, einem Heiligen aus dem 9. Jahrhundert (Foto: dpa). Foto: Vahid Salemi

Nach einer ersten Verhandlungsrunde im Oman halten sich die USA und der Iran weitere Gespräche offen. Zunächst kehren die Delegationen beider Staaten nach den indirekten Verhandlungen unter Vermittlung des Gastgebers Oman nun für Konsultationen in ihre Hauptstädte zurück, wie iranische Staatsmedien berichteten.

"Es war ein guter Anfang", sagte Irans Außenminister Abbas Araghtschi dem Staatsfernsehen. Auf eine Frage des Moderators, ob und wenn ja, wann die Gespräche fortgesetzt werden, legte sich Araghtschi nicht fest. Außenamtssprecher Ismail Baghai schrieb auf der Plattform X, die Entscheidung über weitere Verhandlungsrunden werde "in Abstimmung mit den jeweiligen Hauptstädten" getroffen.

Omans Außenminister Badr al-Bussaidi bezeichnete die Gespräche auf X als "sehr ernst". Ziel der Vermittlung sei es gewesen, die Positionen beider Seiten zu klären und mögliche Ansatzpunkte für Fortschritte zu identifizieren. Die Gespräche seien hilfreich gewesen, hieß es. Eine Fortsetzung sei zu gegebener Zeit geplant. Die Ergebnisse sollen nun in Teheran und Washington sorgfältig geprüft werden. Aus den USA gab es zunächst keine Reaktion nach dem Treffen.

Indirekte Verhandlungen unter Vermittlung Omans

Das Außenministerium in Maskat teilte mit, al-Bussaidi habe sich jeweils separat mit Araghtschi sowie der US-Delegation um den US-Sondergesandten Steve Witkoff und dem Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, getroffen. "Die Beratungen waren darauf fokussiert, angemessene Bedingungen für die Wiederaufnahme diplomatischer und technischer Verhandlungen zu schaffen (...)", hieß es in der Mitteilung.

Auch der Oberbefehlshaber der amerikanischen Streitkräfte in der Region, Admiral Brad Cooper, war Teil der US-amerikanischen Delegation. Der Iran sah in seiner Teilnahme den Versuch einer "Machtdemonstration", wie das Onlineportal Nur-News berichtete. "Das Einbringen der militärischen Komponente erhöht das Risiko und die Kosten der Verhandlungen; die Verantwortung dafür liegt bei den USA", hieß es in einem Bericht.

Regionale Staaten vermitteln

Die Sorgen vor einem neuen Krieg waren zuletzt gewachsen. Trump hatte der Staatsführung in Teheran mehrfach gedroht, auch wegen des brutalen Vorgehens staatlicher Repressionskräfte gegen Demonstranten bei den jüngsten Massenprotesten. Dabei sollen Tausende Menschen getötet worden sein. Das US-Militär hat seine Präsenz in der Region seit Anfang Januar deutlich ausgebaut, etwa mit dem Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" und dessen Begleitschiffen.

Regionale Mächte wie die Türkei, Saudi-Arabien und Katar hatten in den vergangenen Tagen intensiv vermittelt. Ihre Regierungen unterhalten pragmatische Beziehungen zum Iran und haben kein Interesse an einem regionalen Krieg, dessen Folgen auch sie treffen würden.

Knackpunkt Atomprogramm

Bereits im vergangenen Jahr hatten Washington und Teheran über Irans umstrittenes Atomprogramm verhandelt, die Gespräche waren jedoch bei zentralen Fragen ins Stocken geraten. So fordern die USA etwa, dass Irans Führung ihre Urananreicherung vollständig einstellt. Der Oman war damals bereits Gastgeber von Gesprächen.

Nur einen Tag vor Beginn der geplanten sechsten Verhandlungsrunde im Juni 2025 griff Israel den Iran an. Die Streitkräfte der Islamischen Republik reagierten mit Raketenbeschuss. Knapp eine Woche später schloss sich das US-Militär dem Krieg an und bombardierte zentrale Atomanlagen. Trump sagte damals, Irans Nukleareinrichtungen seien komplett vernichtet worden.

USA fordern Zugeständnisse aus Teheran

US-Außenminister Marco Rubio forderte zuletzt Zugeständnisse aus Teheran. Damit Verhandlungen tatsächlich zu einem "sinnvollen Ergebnis" führten, müssten etwa die Reichweite der ballistischen Raketen, die Unterstützung terroristischer Organisationen, das Atomprogramm und der Umgang mit dem eigenen Volk beachtet werden, sagte er.

Irans Regierung hofft auf Aufhebung von Sanktionen

Teheran ist zur Begrenzung seines Atomprogramms bereit, betrachtet eine vollständige Aufgabe seines Atomprogramms jedoch als rote Linie. Auch Verhandlungen über das heimische Raketenprogramm schloss Irans Regierung vor dem Termin kategorisch aus.

Irans Regierung erhofft sich von Verhandlungen eine Aufhebung der harten Sanktionen und einen wirtschaftlichen Aufschwung. Ausgelöst wurden die jüngsten Demonstrationen Ende Dezember durch die schwere Wirtschaftskrise, ehe sich die Proteste zu einem politischen Aufstand ausweiteten.

Protestbewegung im Iran sieht Verhandlungen kritisch

Trump hatte den Demonstranten auf dem Höhepunkt der Proteste seine Unterstützung zugesagt. Mitte Januar sprach sich der Republikaner für einen Machtwechsel in der Islamischen Republik aus.

Viele Iranerinnen und Iraner, die Anfang Januar noch gegen das autoritäre Herrschaftssystem der Islamischen Republik demonstriert hatten, sehen neue Verhandlungen kritisch. Sie fordern einen Machtwechsel und fürchten, dass neue Gespräche der Regierung in Teheran nun den Rücken stärken. Tausende Demonstranten sollen in den Nächten des 8. und 9. Januar getötet worden sein.



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