Finanzen

Hellofresh-Aktie unter Verkaufsdruck: Nach Zahlenvorlage droht das Rekordtief

Die Hellofresh-Aktie ist am Donnerstag eingebrochen, ein schwieriger Jahresstart des Kochboxenversenders belasten den Kurs. Trotz Fortschritten beim Sparprogramm wächst die Unsicherheit. Steht die Hellofresh-Aktie vor einer nachhaltigen Stabilisierung – oder droht das Rekordtief?
12.02.2026 13:09
Lesezeit: 3 min

Hellofresh-Aktie rutscht weiter Richtung Rekordtief: Hellofresh-Zahlen enttäuschen

Die Hellofresh-Aktie steht am Donnerstag massiv unter Druck. Nach der Vorlage vorläufiger Geschäftszahlen und Signalen über einen schwierigen Start ins Jahr 2026 sackte die Hellofresh-Aktie im SDAX zeitweise bis auf 4,785 Euro ab. Damit nähert sich der Titel erneut dem Hellofresh-Rekordtief aus dem Juni 2024 bei 4,422 Euro. Seit Jahresbeginn hat der Hellofresh-Aktienkurs bereits ein Fünftel an Wert verloren.

Die vorgelegten Hellofresh-Zahlen zeigen einen deutlichen Rückgang beim Umsatz. Der Konzern erzielte 2025 einen Nettoumsatz von rund 6,76 Milliarden Euro, was einem währungsbereinigten Minus von 9 Prozent entspricht. In der Berichtswährung sank der Umsatz sogar um 11,8 Prozent. Damit fiel der Umsatzrückgang stärker aus als von der Börse erwartet. Analysten kritisierten, dass die Erlöse auch leicht hinter der Konsensschätzung zurückblieben. Die schwache Umsatzentwicklung sorgt dafür, dass die Hellofresh-Aktie erneut in Richtung Hellofresh-Rekordtief gedrückt wird.

Effizienzprogramm hilft – doch Umsatz bleibt entscheidend

Positiv entwickelte sich dagegen die Profitabilität. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg 2025 um 6 Prozent auf 423 Millionen Euro. Hellofresh hatte eine Spanne von 415 bis 465 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

Analyst Marcus Diebel von JPMorgan betonte: „Während das Effizienzprogramm weiterhin gute Fortschritte macht, muss dennoch betont werden, dass die Stabilisierung der Umsatzentwicklung für das Unternehmen von entscheidender Bedeutung ist.“ Ohne sichtbare Stabilisierung sei ein Investment in die Hellofresh-Aktie aus seiner Sicht nicht ratsam. Auch Barclays-Experte Andrew Ross warnte, dass die Konsensschätzung für das EBITDA 2026 deutlich zu hoch sein könnte. Diese Unsicherheit belastet den Hellofresh-Aktienkurs zusätzlich.

Hellofresh-Aktie: Rückzug aus Italien und schwieriger Jahresstart 2026

Im Zuge weiterer Sparmaßnahmen zieht sich der Konzern aus Italien zurück. Zudem wurde in Spanien ein kollektives Kündigungsverfahren eingeleitet. Für beide Märkte bestehe keine klare Perspektive, die angestrebte Größe und Profitabilität zu erreichen.

Hinzu kommt ein schwieriger Start ins neue Jahr: Hellofresh erklärte, dass Auslieferungen und Profitabilität im Januar durch extreme Wetterbedingungen in wichtigen Märkten Europas und der USA beeinträchtigt worden seien. Konkrete Aussagen zum Ausblick 2026 und die vollständigen geprüften Hellofresh-Zahlen will das Unternehmen am 18. März 2026 vorlegen. Bis dahin bleibt die Hellofresh-Aktie stark im Fokus – auch wegen der Nähe zum Hellofresh-Rekordtief.

Hellofresh-Aktie bleibt ein Hochrisikowert – das sagen die Analysten

Die aktuellen Hellofresh-Zahlen zeigen ein zwiespältiges Bild: Während das EBITDA 2025 auf 423 Millionen Euro steigt, schrumpft der Umsatz deutlich auf rund 6,76 Milliarden Euro. Genau diese Diskrepanz sorgt dafür, dass die Hellofresh-Aktie massiv unter Druck steht. Der Hellofresh-Aktienkurs nähert sich dem Hellofresh-Rekordtief von 4,422 Euro und signalisiert anhaltende Skepsis am Markt. Zwar macht das Effizienzprogramm Fortschritte, doch ohne nachhaltige Stabilisierung der Erlöse bleibt die Lage angespannt. Entscheidend dürfte nun der 18. März 2026 werden. Erst mit klaren Aussagen zum Ausblick könnte die Hellofresh-Aktie neues Vertrauen gewinnen – oder weiter abrutschen.

Die Analysten reagieren nach den vorläufigen Jahreszahlen am Donnerstag mit gemischten Einschätzungen auf die weitere Entwicklung von Hellofresh. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob sich Umsatz und Wachstum stabilisieren können. Für die Hellofresh-Aktie bleibt entscheidend, wie die Signale des Managements für 2026 zu bewerten sind.

Die britische Investmentbank Barclays bestätigte am Donnerstag ihr Rating „Equal Weight“ mit einem Kursziel von 6,50 Euro. Analyst Andrew Ross verwies darauf, dass das operative Jahresergebnis (Ebitda) zwar im Rahmen der Erwartungen lag, der Umsatz im vierten Quartal aber wegen des verlangsamten Wachstums bei Fertiggerichten etwas schwächer ausfiel. Zudem deuteten Management-Signale darauf hin, dass die Konsensschätzung für das Ebitda 2026 zu hoch sein könnte. Auch die Schweizer Großbank UBS beließ am Donnerstag die Einstufung auf „Buy“ mit einem Kursziel von 10,80 Euro. Jo Barnet-Lamb schrieb, der Umsatz sei etwas stärker als von ihm und dem Konsens erwartet zurückgegangen, zudem sei die optimistischere Prognosespanne verfehlt worden. Ein Ausblick auf 2026 werde erst im März folgen. JPMorgan blieb am Donnerstag bei „Neutral“ mit einem Kursziel von 6 Euro. Marcus Diebel betonte, das AEbitda habe leicht über dem Konsens gelegen, doch der Umsatzschwund sei schärfer gewesen als avisiert. Die Stabilisierung der Umsatzentwicklung bleibe entscheidend für die Hellofresh-Aktie. Jefferies bestätigte am Donnerstag „Buy“ mit einem Kursziel von 15 Euro. Giles Thorne hob hervor, dass der Nettoumsatz stärker gesunken sei als befürchtet, während das operative Ergebnis den Erwartungen entsprach. Insgesamt zeigen die Bewertungen, dass die Hellofresh-Aktie zwischen Effizienzfortschritten und Umsatzsorgen abwägen muss.

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