Wirtschaft

Inflationsrate steigt erneut an: Lebensmittel für Verbraucher deutlich teurer

Die Inflationsrate in Deutschland zieht zu Beginn des Jahres 2026 wieder an. Vor allem Lebensmittel und Dienstleistungen werden spürbar teurer, während Energiepreise teilweise entlasten. Doch wie stark trifft die Teuerungsrate Verbraucher im Alltag wirklich?
17.02.2026 09:54
Lesezeit: 2 min

Inflationsrate steigt zu Jahresbeginn auf 2,1 Prozent

Hohe Lebensmittelkosten, steigende Spritpreise: Zu Jahresbeginn 2026 hat sich das Leben in Deutschland erneut spürbar verteuert. Die Inflationsrate lag im Januar bei 2,1 Prozent und damit über dem Niveau des Vorjahresmonats, nachdem die Inflation im Dezember noch 1,8 Prozent betragen hatte.

Das Statistische Bundesamt bestätigte wie von Analysten im Durchschnitt erwartet seine vorläufigen Berechnungen zur Inflationsrate. Von Dezember auf Januar stiegen die Verbraucherpreise um 0,1 Prozent. Je höher die Inflation und damit die Inflationsrate, desto stärker sinkt die Kaufkraft: Für einen Euro können sich Verbraucher dann weniger leisten.

Lebensmittel verteuern sich kräftig

Einen deutlichen Anstieg meldeten die Wiesbadener Statistiker bei den Nahrungsmittelpreisen: 2,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor mussten Verbraucher zahlen, nachdem die Lebensmittelpreise im Dezember um 0,8 Prozent gestiegen waren. Besonders stark verteuerten sich im Januar Schokolade (plus 21 Prozent), Obst (6,1 Prozent) und Fleisch (4,9 Prozent). Günstiger wurden vor allem Speisefette und Speiseöle (minus 20,1 Prozent), die Butterpreise lagen um ein Drittel (33 Prozent) niedriger als ein Jahr zuvor.

Deutschlandticket und Gastronomie als Preistreiber

Dienstleistungen, die sich seit Monaten überdurchschnittlich verteuern und die Inflationsrate beeinflussen, bleiben ebenfalls ein wesentlicher Treiber der Teuerungsrate, auch wenn der Anstieg im Januar mit 3,2 Prozent etwas moderater ausfiel als in den drei Monaten zuvor mit jeweils 3,5 Prozent.

Bei den Dienstleistungspreisen wirkt sich die Verteuerung des Deutschlandtickets für bundesweite Fahrten im Regional- und Nahverkehr aus. Zudem merken Gäste in vielen Restaurants und Cafés wenig von der Senkung der Mehrwertsteuer auf Speisen zum Jahreswechsel von 19 auf 7 Prozent. Der Restaurantbesuch verteuerte sich trotz der Steuersenkung innerhalb eines Jahres um 3,6 Prozent.

Energiepreise dämpfen Inflation, Sprit wird teurer

Etwas Entlastung kam von den Energiepreisen: Insgesamt war Energie nach Angaben des Bundesamtes im Januar 1,7 Prozent günstiger als ein Jahr zuvor. Während Strom (minus 3,2 Prozent) und Gas (minus 2,5 Prozent) billiger wurden, mussten Autofahrer an der Tankstelle für Kraftstoffe (plus 0,5 Prozent) mehr bezahlen.

Nach Angaben des Automobilclubs ADAC kostete Superbenzin der Sorte E10 im Januar im Schnitt 8,6 Cent mehr als im Dezember, bei Diesel waren es 9,4 Cent zusätzlich. Hauptgrund war teureres Rohöl. Außerdem dürfte die Anhebung des CO2-Preises auf 55 bis 65 Euro pro Tonne Kohlendioxid eine Rolle gespielt haben. Nach früheren Angaben des ADAC kann dies bis zu drei Cent pro Liter Kraftstoff ausmachen. Der seit 2021 in Deutschland geltende CO2-Preis für Heiz- und Brennstoffe soll den Wechsel zu klimafreundlicheren Technologien fördern.

Inflationsrate im Gesamtjahr über zwei Prozent erwartet

Nach Einschätzung von Ökonomen spricht vieles dafür, dass die Inflationsrate beziehungsweise die Teuerungsrate im Gesamtjahr 2026 leicht über zwei Prozent liegen wird. Dazu dürfte auch die jüngste Mindestlohnerhöhung beitragen, da zahlreiche Unternehmen gestiegene Kosten an ihre Kundinnen und Kunden weiterreichen. Im Durchschnitt des vergangenen Jahres waren die Verbraucherpreise wie 2024 um 2,2 Prozent gestiegen.

Die Inflationsrate ist zu Beginn des Jahres 2026 erneut gestiegen und zeigt, dass die Inflation für viele Haushalte weiterhin spürbar bleibt. Besonders Lebensmittel sowie Dienstleistungen wie Restaurantbesuche oder Nahverkehr belasten Verbraucher stärker. Zwar sorgen sinkende Energiepreise bei Strom und Gas für etwas Entlastung, doch steigende Spritkosten wirken dem entgegen. Ökonomen rechnen damit, dass die Teuerungsrate im Gesamtjahr knapp über zwei Prozent liegen wird. Damit bleibt die Inflationsrate ein entscheidender Faktor für Kaufkraft und Lebenshaltungskosten in Deutschland.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Immobilienmakler für Kitzbühel – Hotel und Gewerbeimmobilien verkaufen mit Experten

Der Verkauf von Hotels und Gewerbeimmobilien in Kitzbühel stellt besondere Anforderungen an Eigentümer und Makler. Ein erfahrener...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis aktuell: Gewinnmitnahmen nach Zweimonatshoch
20.08.2026

Der Goldpreis hat binnen kurzer Zeit deutlich an Wert gewonnen, doch am Donnerstag legt das gelbe Edelmetall eine Verschnaufpause ein....

DWN
Finanzen
Finanzen JD Sports-Aktie stürzt ab: Gewinnwarnung und Filialabbau belasten – Branche leidet mit
20.08.2026

JD Sports senkt sein Gewinnziel und enttäuscht vor allem in Nordamerika. Gleichzeitig verschwinden immer mehr deutsche Filialen. Der...

DWN
Technologie
Technologie Weltmarkt für E-Lkw wächst rasant – Infrastruktur bleibt Engpass
20.08.2026

Eine halbe Million verkaufte E-Lkw und E-Busse markieren einen neuen Meilenstein für die Verkehrswende. Während China den Weltmarkt...

DWN
Finanzen
Finanzen Criteo-Aktie: Übernahmewette für Mutige oder unkalkulierbares Risiko?
20.08.2026

Die Criteo-Aktie führt vor Augen, welche Chancen Sondersituationen für Anleger bieten können. Doch gerade bei vermeintlich klaren Deals...

DWN
Finanzen
Finanzen Adieu Frankreich, adieu Deutschland: Wohin Europas Reiche ziehen
20.08.2026

Politische Unsicherheit, hohe Steuern: Das sind die wichtigsten Gründe, warum Reiche die zwei stärksten Länder Europas verlassen. Wohin...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ferrari Luce: Erst verspottet, jetzt reißen sich Käufer um den Elektro-Ferrari
20.08.2026

Der Ferrari Luce provozierte Fans, verunsicherte Anleger und ließ Zweifel an Ferraris Elektrostrategie wachsen. Nun ist das Verkaufsziel...

DWN
Politik
Politik Wirtschaftskrieg gegen Iran: Trump droht mit „wirtschaftlichen D-Day“
20.08.2026

Mit Sanktionen historischen Ausmaßes will Donald Trump den Iran wirtschaftlich in die Knie zwingen. Während Teheran die Drohungen als...

DWN
Technologie
Technologie Solaranlagen-Ausbau: Photovoltaik auf Rekordkurs – doch die nächsten Ziele wackeln
20.08.2026

Mehr als 128 Gigawatt Solarleistung sind inzwischen in Deutschland installiert. Damit ist das Jahresziel vorzeitig erfüllt. Für die...