Wirtschaft

ZEW-Konjunkturerwartungen fallen im Februar unerwartet: Trendwende rückt in weite Ferne

Die aktuellen ZEW-Konjunkturerwartungen sorgen für Stirnrunzeln an den Märkten. Trotz zuletzt wachsender Hoffnungen auf eine Stabilisierung zeigt das Stimmungsbarometer nun eine überraschende Wendung. Droht der deutschen Wirtschaft ein erneuter Rückschlag?
17.02.2026 15:09
Lesezeit: 2 min

Deutschland: ZEW-Konjunkturerwartungen trüben sich überraschend ein

Nachdem die ZEW-Konjunkturerwartungen von Finanzexperten für Deutschland im Januar überraschend deutlich gestiegen waren, sind sie nun im Februar unerwartet gefallen. Der aktuelle ZEW-Finanzmarkttest 2026 zeigt, dass das Stimmungsbarometer des Forschungsinstituts ZEW im Vergleich zum Vormonat um 1,3 Punkte auf 58,3 Punkte sank. Das berichtete das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung am Dienstag in Mannheim. Volkswirte hatten im Durchschnitt dagegen mit einem Plus auf 65,2 Punkte gerechnet. Damit blieb die ZEW-Prognose hinter den Erwartungen zurück, obwohl der ZEW-Index weiterhin auf hohem Niveau liegt. Die Finanzmärkte zeigten kaum Reaktionen auf die Zahlen.

"Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einer Phase fragiler Erholung", kommentierte ZEW-Präsident Achim Wambach. "Die strukturellen Herausforderungen, insbesondere in der Industrie und bei den Privatinvestitionen, bleiben erheblich. Die anstehenden Reformen der Sozialversicherungssysteme sollten dazu genutzt werden, die Standortattraktivität wesentlich zu steigern."

ZEW-Index: Leichte Erholung bei der aktuellen Lage

Einige Ökonomen erkennen jedoch auch positive Signale. "Die ZEW-Konjunkturerwartungen stabilisieren sich seit Beginn des Jahres auf einem Niveau, das man zuletzt Anfang 2022 sah, also vor dem russischen Angriff auf die Ukraine", erklärte Robin Winkler, Deutschland-Chefvolkswirt bei der Deutschen Bank. "Neben anderen positiven Signalen gibt uns die ZEW-Umfrage frische Zuversicht, dass die deutsche Konjunktur weiter Fahrt aufnimmt." Damit bleibt auch die aktuelle ZEW-Prognose für die kommenden Monate im Blick.

Verbessert hat sich die weiterhin sehr schwache Bewertung der Lage. Der entsprechende Indikator legte um 6,8 Punkte auf minus 69,9 Punkte zu. Ökonomen hatten diesen Anstieg erwartet. Auch der ZEW-Index zur Lageeinschätzung zeigt damit eine leichte Aufhellung.

ZEW-Konjunkturerwartungen bleiben wichtiger Frühindikator

In der Eurozone insgesamt verschlechterten sich die ZEW-Konjunkturerwartungen um 1,4 Punkte auf 39,4 Punkte. Die Bewertung der aktuellen Lage stieg um 4,5 Punkte auf minus 13,6 Punkte. Damit bleiben die ZEW-Konjunkturerwartungen auch im europäischen Umfeld ein wichtiger Gradmesser. Weiteren Aufschluss über die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland und der Eurozone erhoffen sich Experten von der Veröffentlichung der Einkaufsmanagerindizes, die am Freitag anstehen, sowie vom Ifo-Geschäftsklima, das am kommenden Montag veröffentlicht wird. Die ZEW-Konjunkturerwartungen dürften dabei weiter im Fokus stehen.

Damit bleiben die ZEW-Konjunkturerwartungen ein zentraler Frühindikator für Investoren, Unternehmen und Politik. Ob sich die Stimmung in den kommenden Monaten stabilisiert oder weiter eintrübt, dürfte maßgeblich von Reformfortschritten und globalen Rahmenbedingungen abhängen.

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