Politik

World Leaders Ranking: Indiens Premier Modi bleibt beliebtester Staatschef – wo steht Merz?

Die aktuellen Ranglisten zur Zustimmung für Staats- und Regierungschefs offenbaren spürbare Verschiebungen im globalen Machtgefüge. Welche politischen und wirtschaftlichen Faktoren stecken hinter den weltweiten Beliebtheitswerten? Und wie beliebt ist Bundeskanzler Friedrich Merz?
22.02.2026 13:47
Lesezeit: 3 min
World Leaders Ranking: Indiens Premier Modi bleibt beliebtester Staatschef – wo steht Merz?
Narendra Modi, Premierminister von Indien, mit Bundeskanzler Friedrich Merz bei dessen großer Asienreise im Januar 2026 (Foto: dpa). Foto: Kay Nietfeld

World Leaders Ranking: Beliebtheitswerte von Regierungschefs im globalen Vergleich

Die Ranglisten der Staats- und Regierungschefs gelten als Gradmesser für die öffentliche Stimmung. Sie zeigen, wie wirksam politische Führungspersönlichkeiten wirtschaftliche Reformen vorantreiben und internationale Herausforderungen bewältigen. In die Bewertungen fließen Konjunkturdaten, politische Entscheidungen, Krisenmanagement und persönliche Autorität ein.

Narendra Modi bleibt auch 2026 der weltweit populärste Regierungschef im aktuellen World Leaders Ranking, obwohl seine Zustimmungswerte unter dem Niveau vom Jahresbeginn 2025 liegen. Der indische Premierminister ist seit 2014 im Amt und setzte auf umfassende Währungs- und Steuerreformen. Ziel war es, die Schattenwirtschaft einzudämmen und das Steuersystem landesweit zu vereinheitlichen. Mit seinem fiskalisch konservativen Kurs erreichte Modi ein anhaltendes Wirtschaftswachstum. Die Reformen stärkten das Vertrauen vieler Investoren in die Stabilität der indischen Wirtschaft. Gleichzeitig zeigen die jüngsten Daten, dass der Rückhalt zwar hoch bleibt, sich aber auf einem etwas niedrigeren Niveau eingependelt hat.

Führungswechsel beeinflussen die Dynamik der Rangliste

Ein erheblicher Teil der Verschiebungen im Jahr 2025 ist auf personelle Veränderungen an der Staatsspitze zurückzuführen. In mehreren Ländern sorgten neue Amtsinhaber für steigende Durchschnittswerte, ohne dass sich die Bewertung bereits etablierter Politiker grundlegend verbesserte. Das Ranking spiegelt damit auch strukturelle Umbrüche wider.

In Japan konnte Premierministerin Sanae Takaichi bei vorgezogenen Unterhauswahlen eine Supermehrheit erringen. Sie sicherte sich nahezu zwei Drittel der Sitze im Parlament. Ihre harte Linie gegenüber China brachte ihr deutliche Kritik aus Peking ein, stärkte jedoch im Inland die Unterstützung durch viele Wähler.

Kanadas Premier setzt auf neue Handelsbeziehungen

Auch Kanadas Premierminister Mark Carney verzeichnete einen deutlichen Anstieg seiner Zustimmungswerte. Seine Rede beim Weltwirtschaftsforum in Davos fand große Beachtung und wurde im Inland positiv aufgenommen. Zudem verfolgt er angesichts angespannter Beziehungen zu den USA eine Strategie zur Diversifizierung der Handelsströme.

Besonders positiv bewertete die kanadische Öffentlichkeit Carneys Reise nach China. Das dort erzielte Handelsabkommen gilt als Schritt zu einer breiteren wirtschaftlichen Aufstellung. In Zeiten globaler Unsicherheit wird dieser Kurs als Versuch gewertet, Abhängigkeiten zu reduzieren.

Trump unter Druck, Europa mit verhaltener Zustimmung

Für US-Präsident Donald Trump fallen die Platzierungen im internationalen Vergleich schwächer aus. Seine aggressive Außenpolitik, der Druck auf langjährige Verbündete sowie seine Zollpolitik stoßen nicht bei allen Amerikanern auf Zustimmung. Zudem beginnt bereits die innenpolitische Auseinandersetzung vor den anstehenden Zwischenwahlen.

Gleichwohl liegen Trumps Werte weiterhin über denen der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und des polnischen Premierministers Donald Tusk. Auch der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz, der außenpolitisch aktiv auftritt, wird im Inland deutlich zurückhaltender bewertet. Zugleich wächst der Druck durch erstarkende Parteien am rechten Rand des politischen Spektrums. Für Deutschland zeigt die Rangliste, dass internationale Präsenz allein keine stabile innenpolitische Mehrheit garantiert. Entscheidend bleibt, ob wirtschaftliche Stabilität und Reformfähigkeit gestärkt werden können. In einem zunehmend polarisierten Umfeld dürfte die Entwicklung der Zustimmungswerte auch hierzulande weiter an Bedeutung gewinnen.

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