Politik

Chatgruppe mit AfD im EU-Parlament: Wirtschaftsministerin Reiche verweist auf andere

Eine WhatsApp-Gruppe von EVP und rechten Fraktionen im Europaparlament sorgt für Diskussionen. Wirtschaftsministerin Reiche kontert Vorwürfe.
16.03.2026 11:44
Aktualisiert: 16.03.2026 11:44
Lesezeit: 1 min

Absprache mit AfD im EU-Parlament: Reiche verweist auf andere

Nach Bekanntwerden von Absprachen der EVP-Fraktion mit der AfD und weiteren rechten Parteien im Europaparlament verweist Wirtschafts- und Energieministerin Reiche auf andere. «Ich kenne diese Zusammenarbeit nicht», sagte die CDU-Politikerin am Rande eines Treffens mit ihren EU-Amtskollegen in Brüssel. «Was ich weiß, ist, dass andere Parteien, zum Beispiel die Grünen und die Sozialisten, zusammen mit Extremen gearbeitet haben und Mercosur verhindert haben», fügte sie hinzu. «Das ist für mich ein deutliches Zeichen, dass das nicht geht.»

Eine Recherche der dpa hatte ergeben, dass die EVP-Fraktion - der CSU- und CDU-Abgeordnete angehören - im Europaparlament deutlich enger mit den rechten Fraktionen kooperierte als bisher bekannt. Eine dieser Fraktionen ist die ESN (Europa der souveränen Nationen), zu der die AfD gehört. In einer WhatsApp-Gruppe und bei einem persönlichen Treffen arbeiteten die Abgeordneten vor einer wichtigen Abstimmung gemeinsam an einem Gesetzesvorschlag zur Verschärfung der Migrationspolitik, der kurz darauf im zuständigen Ausschuss des Europaparlaments die notwendige Mehrheit bekam. Dies stieß nach Bekanntwerden bei anderen Parteien auf scharfe Kritik.

Die Grünen-Abgeordneten und die Mercosur-Abstimmung

Reiches Verweis auf eine Zusammenarbeit von anderen mit Extremen bezieht sich auf eine Abstimmung zum EU-Freihandelsabkommen mit Ländern des südamerikanischen Staatenbunds Mercosur Ende Januar. Die Abgeordneten des Europäischen Parlaments hatten mit knapper Mehrheit beschlossen, das Abkommen durch den Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) überprüfen zu lassen.

Bei der Abstimmung stimmten acht deutsche Grünen-Abgeordnete für die Überprüfung, zwei dagegen, einer enthielt sich. Damit stimmten die Befürworter zusammen mit Rechts- und Linksaußen-Parteien sowie französischen und polnischen Abgeordneten. Hätten die deutschen Grünen dagegen gestimmt, wäre es nicht zur Überprüfung gekommen. Das Abstimmungsverhalten löste einen parteiinternen Streit aus. Die deutschen Grünen sprachen sich trotzdem für eine vorläufige Anwendung des Abkommens aus.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen Investor Felix: Der neue Anleger der DWN stellt sich vor

Wie können Sie ein Vermögen an der Börse aufbauen, wenn Sie weder Erfahrung bei der Aktienanalyse haben noch die Zeit für den...

DWN
Technologie
Technologie Deutsche Bahn: Per 5-Jahres-Plan endlich pünktlich ans Ziel?
06.10.2026

Marode Gleise und unpünktliche Züge belasten den Bahnverkehr in Deutschland. Ein neuer Infraplan soll verbindliche Ziele setzen und die...

DWN
Politik
Politik Staatshaushalt: Finanzierungsdefizit im ersten Halbjahr 2026 von fast 99 Milliarden Euro
06.10.2026

Der deutsche Staat gibt deutlich mehr aus, als er einnimmt: Die öffentlichen Haushalte verzeichnen im ersten Halbjahr 2026 ein Defizit von...

DWN
Finanzen
Finanzen Investor Felix: Eine Anlage, der ich keinen Erfolg wünsche
06.10.2026

Alpha Pro Tech ist klein, langweilig und an der Börse meist nahezu unsichtbar. Doch sobald eine Gesundheitskrise ausbricht, können Umsatz...

DWN
Finanzen
Finanzen Frankreichs Schulden treiben den Euro in die Krise
06.10.2026

Der Euro fällt auf den tiefsten Stand seit 17 Monaten, während Frankreichs Schuldenkrise die Finanzmärkte verunsichert. Warum Experten...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Nissan Qashqai im Test: Elektrogefühl ohne Ladekabel
06.10.2026

Der Nissan Qashqai e-Power ist ein Hybrid, funktioniert aber anders als die meisten Konkurrenten. Die Räder treibt immer ein Elektromotor...

DWN
Technologie
Technologie Warum Fernwärme nicht überall funktioniert
06.10.2026

Fernwärme soll ein wichtiger Baustein der Wärmewende werden – doch nicht jedes neue Netz ist wirtschaftlich sinnvoll. Entscheidend sind...

DWN
Politik
Politik Nicht nur das BSW verhilft AfD-Mann zum Posten des Landtagspräsidenten
06.10.2026

Die AfD hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit fast 44 Prozent der Stimmen gewonnen und wird mit Tobias Rausch nun auch den...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Kündigungsschutzklage: Das müssen Sie wissen
06.10.2026

Wer entlassen wird, kann und sollte sich dagegen wehren. Lohnnachzahlungen oder eine Abfindung sind jedoch kein Selbstläufer. Was...