Wirtschaft

ZEW Index aktuell: Stimmung der deutschen Wirtschaft bricht wegen Iran-Krieg ein

Die wirtschaftliche Zuversicht in Deutschland hat einen drastischen Rückschlag erlitten: Der aktuelle ZEW-Index, der die Stimmung unter Finanzexperten misst, ist im März regelrecht abgestürzt. Grund für den pessimistischen Ausblick ist die Eskalation im Nahen Osten, die Energiepreise nach oben treibt und die Inflationssorgen befeuert. Angesichts dieser neuen Unsicherheit korrigieren erste Ökonomen bereits ihre Wachstumserwartungen für die Bundesrepublik nach unten.
17.03.2026 12:29
Aktualisiert: 17.03.2026 12:48
Lesezeit: 1 min
ZEW Index aktuell: Stimmung der deutschen Wirtschaft bricht wegen Iran-Krieg ein
Tanklager und Industrieanlagen der Mineralölraffinerie Oberrhein (MiRO) sind auf dem Raffineriegelände aus der Luft zu sehen. Der ZEW-Index stürzt um 58,8 Punkte ab (Foto: dpa). Foto: Marijan Murat

Dramatischer Rückgang der ZEW-Konjunkturerwartungen

Die Erwartungen der Börsenexperten sackten um 58,8 Punkte im Vergleich zum Vormonat ab und landeten bei lediglich minus 0,5 Punkten. Dieser Einbruch kam für den Markt völlig überraschend, da Volkswirte im Schnitt mit einem deutlich optimistischeren Wert von plus 39,2 Punkten gerechnet hatten. Während die Zukunftsaussichten düster ausfallen, gab es bei der Bewertung der aktuellen Lage eine leichte, wenn auch schwache Verbesserung. Der Lage-Indikator stieg um 3,0 Punkte auf minus 62,9 Punkte und schnitt damit etwas besser ab als die von Ökonomen befürchteten minus 68,0 Punkte.

Energiepreise und Inflation als größte Risikofaktoren

ZEW-Präsident Achim Wambach sieht die Ursache für den Stimmungsumschwung vor allem in der geopolitischen Lage. Die Eskalation im Nahen Osten treibe die Energiepreise massiv nach oben und sorge für einen neuen Inflationsdruck. Unter den befragten Analysten und Investoren herrscht zudem große Skepsis bezüglich eines schnellen Endes des Konflikts, was die Planbarkeit für Unternehmen zusätzlich erschwert.

Deutsche Bank senkt Wachstumsprognose für 2026

Auch die Kreditinstitute reagieren auf den Energiepreisschock. Marc Schattenberg, Volkswirt bei Deutsche Bank Research, warnt vor einer spürbaren Verzögerung der wirtschaftlichen Erholung und korrigierte die Wachstumsprognose für das Jahr 2026 auf 1 Prozent nach unten. Trotz der aktuellen Krise gehen Experten nicht davon aus, dass der Aufschwung vollständig zum Erliegen kommt. Für das Jahr 2027 hält die Deutsche Bank an einer Prognose von 1,5 Prozent Wachstum fest, wobei vor allem die staatlichen Impulse durch Milliardenausgaben für Verteidigung und Infrastruktur als stabilisierende Faktoren wirken.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Der wachsende Trend zu digitalen Zusatzeinkommen im deutschen Mittelstand

Wirtschaftliche Unsicherheit und steigende Lebenshaltungskosten verändern das Verhältnis vieler Beschäftigter und Selbstständiger zu...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Rohstoffe für Russland? Irlands Regierung weicht Verstaatlichung aus
08.07.2026

Das irische Alumina-Werk Aughinish steht wegen russischer Eigentümerstrukturen und Exporten nach Russland unter Druck. Trotz Sorgen über...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Insolvente Unternehmen: Immer mehr Firmen vorm endgültigen Aus
08.07.2026

Steigende Energiepreise, hohe Arbeitskosten, drohende Lieferkettenstörungen: Die Rettung zahlungsunfähiger Firmen in Deutschland wird...

DWN
Politik
Politik Energiewende: EnBW-Chef fordert Korrektur bei Windkraft-Ausbauzielen
08.07.2026

Die EnBW hat den Ausbau der Offshore-Windkraft als wichtigen Eckpfeiler der Energiewende in Europa vorangetrieben. Jetzt fordert der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Vom öffentlichen in den privaten Sektor: Habeck wird Berater bei Investmentgesellschaft
08.07.2026

Ex-Vizekanzler Habeck wechselt in die Privatwirtschaft: Ab August nimmt der frühere Wirtschaftsminister einen lukrativen Beraterjob bei...

DWN
Finanzen
Finanzen Besitzen Sie amerikanische Technologieaktien? Dann sollten Sie über einen Verkauf nachdenken
08.07.2026

US-Tech-Aktien haben die Märkte lange nach oben gezogen, doch die Warnungen vor überzogenen Bewertungen werden lauter. Während Jeremy...

DWN
Politik
Politik "Chatkontrolle" durch die Hintertür? Plötzliches Eilverfahren im EU-Parlament
08.07.2026

Die Bürger der EU lehnen die Chatkontrolle ab, auch das EU-Parlament. Plötzlich bringt EU-Parlamentspräsidentin Roberta Metsola kurz vor...

DWN
Finanzen
Finanzen Übernahmepoker: Unicredit nähert sich Mehrheit bei Commerzbank
08.07.2026

Die Unicredit hat mit Ablauf ihres Übernahmeangebots ihren Anteil an der Commerzbank weiter aufgestockt. Eine Mehrheit an den Dax-Konzern...

DWN
Finanzen
Finanzen ETF und Aktien handeln mithilfe künstlicher Intelligenz? Wo Chancen und Risiken liegen
08.07.2026

Tatsächlich nutzen heute viele Privatpersonen KI-Chatbots auch als Hilfe beim Investieren. Deshalb haben wir untersucht, worin der wahre...