IMK prognostiziert Inflationsanstieg durch Iran-Krieg
Die Bevölkerung in Deutschland muss sich nach Ansicht von Ökonomen in den kommenden Monaten auf spürbar stärker steigende Preise und höhere Inflation einstellen. "Der durch den Iran-Krieg ausgelöste Preisschock bei Energie, insbesondere Öl, wird die Inflationsrate in Deutschland im ersten und zweiten Quartal 2026 auf merklich über 2,5 Prozent erhöhen", prognostiziert das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der gewerkschaftlichen Hans-Böckler-Stiftung. Damit dürfte die Inflation deutlich an Dynamik gewinnen.
Nach 2,1 Prozent Inflation im Januar 2026 war die Teuerung in Deutschland im Februar mit 1,9 Prozent wieder unter die Marke von zwei Prozent gefallen. Energie verbilligte sich für Haushalte in diesem Monat sogar um 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, was die Inflation kurzfristig dämpfte.
Doch der Konflikt im Nahen Osten ließ die Preise für Öl und Gas kräftig steigen, an den Tankstellen hierzulande sind Preise von mehr als zwei Euro für den Liter Benzin oder Diesel seit Tagen üblich, was die Inflation zusätzlich antreibt.
Wer besonders unter steigender Inflation leidet
Etwas stärker trifft der Anstieg der Ölpreise laut Berechnungen des IMK Alleinerziehende sowie Familien mit niedrigen und mittleren Einkommen, da für sie gemessen an ihren übrigen Ausgaben höhere Kraftstoffpreise stärker ins Gewicht fallen und die Inflation intensiver spürbar wird.
Kriegsdauer bleibt zentral für Inflation
Dauert der Krieg nicht länger als wenige Monate, könnten die Effekte des Energiepreisschubs auf die Inflation nach Einschätzung des IMK insgesamt jedoch begrenzt bleiben. Der Iran ist seit Jahren mit Sanktionen belegt und spielt für die Energieversorgung Deutschlands nur eine untergeordnete Rolle. Daher sei der langfristige Effekt in diesem Fall gering - anders als beim russischen Angriff auf die Ukraine, in dessen Folge Russland als wichtiger Energielieferant für Deutschland und Europa ausfiel und die Inflation stark beeinflusste.
"Zwar wird die Inflation kurzfristig deutlich über zwei Prozent steigen, im kommenden Jahr aufgrund von Basiseffekten jedoch deutlich darunter liegen", prognostiziert IMK-Forscherin Silke Tober.
Inflation bleibt ein sensibles Risiko
Die aktuelle Entwicklung zeigt, wie anfällig die Inflation für geopolitische Krisen bleibt. Steigende Energiepreise wirken schnell auf Verbraucherpreise und belasten insbesondere einkommensschwächere Haushalte. Zwar gehen Experten davon aus, dass der Effekt zeitlich begrenzt sein könnte, doch Unsicherheiten bleiben bestehen. Entscheidend wird sein, wie lange der Konflikt anhält und ob sich die Energiemärkte stabilisieren. Im Vergleich zu früheren Krisen erscheint die Lage derzeit weniger dramatisch, dennoch ist Wachsamkeit geboten. Für Politik und Wirtschaft bedeutet dies, frühzeitig auf mögliche Inflationsrisiken zu reagieren und Maßnahmen zur Entlastung zu prüfen.
