Aktienmarkt in Frankfurt: DAX-Kurs mit klaren Verlusten – Ölpreis steigt weiter
Konjunktursorgen haben den deutschen Aktienmarkt erneut fest im Griff, was den DAX-Kurs aktuell deutlich belastet. Die wichtigsten Indizes gerieten im frühen Handel am Donnerstag stark unter Druck. Für zusätzliche Verunsicherung sorgte der weiter kräftige Anstieg der Ölpreise, der die Furcht vor einem deutlichen Anziehen der Inflation mit entsprechend negativen wirtschaftlichen Konsequenzen schürte. An der Börse aktuell zeigt sich damit ein angespanntes Bild für den DAX-Kurs.
Der DAX-Kurs sackte im frühen Börsenhandel um annähernd 2,2 Prozent auf unter 23.000 Punkte ab. Fast alle Werte des Leitindex verzeichneten Verluste, was den DAX-Kurs aktuell weiter schwächte. Am frühen Nachmittag gab der deutsche Leitindex sogar um mehr als 2,5 Prozent nach und rutschte zeitweise unter die psychologisch wichtige Marke von 22.900 Punkte. Der kräftige Anstieg der Ölpreise schürt immer stärker die Furcht vor einem deutlichen Anziehen der Inflation. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostet nach dem jüngsten Schub knapp 115 Dollar.
"Der Iran-Krieg hat mit dem Angriff auf ein Gasfeld eine neue Eskalationsstufe erreicht", sagte Chefmarktanalyst Jochen Stanzl von der Consorsbank. "Jeder Angriff auf kritische Energieinfrastruktur nimmt dem Markt die Hoffnung auf eine schnelle Rückkehr zu alten Produktionsniveaus, sollte der Krieg einmal enden." Der MDAX der mittelgroßen Werte büßte 2,7 Prozent auf 28.722 Punkte ein und auch in Asien und europaweit wurden kräftige Verluste verbucht. Das unterstreicht die negative Stimmung an der Börse aktuell.
Ölmarkt-Turbulenzen setzen Anleger zunehmend unter Druck
Der Ölpreis reagiert weiter sensibel auf Nachrichten zum Iran-Krieg. Ein iranischer Offizieller sprach in der Nacht auf der Online-Plattform X von einer neuen Eskalationsstufe. Damit reagiert das Regime auf zunehmende Angriffe auf seine Energieinfrastruktur. Der Iran sieht seinerseits Energieinfrastruktur in Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Katar als legitime Ziele.
"Am deutschen Aktienmarkt herrscht ein Cocktail der Unsicherheit, bestehend aus geopolitischen Risiken und wachsenden Zinssorgen", sagte Marktanalyst Timo Emden von Emden Research. Die militärische Eskalation im Iran-Konflikt und die daraus resultierenden Turbulenzen am Ölmarkt hielten die Anleger weiterhin in Atem. Steigende Energiepreise nährten die Sorge, dass der geldpolitische Gegenwind nun deutlich anziehen könnte und den DAX-Kurs zusätzlich unter Druck setzt.
DAX-Kurs aktuell: Hoffnung auf Entspannung schwindet
Die Erwartung einer schnellen Entspannung habe sich erneut als zu optimistisch erwiesen, fuhr Emden fort. Jede neue Eskalationsmeldung stelle dieses Szenario infrage. "Was aktuell noch als fragile Hoffnung am Markt vorhanden ist, kann jederzeit in Ernüchterung umschlagen", resümierte der Experte mit Blick auf den DAX-Kurs.
Hierzulande neigt sich die Berichtssaison der Unternehmen dem Ende zu, und die letzten Nachzügler veröffentlichten ihre Geschäftszahlen. So hatte Deutschlands größter Wohnimmobilienkonzern Vonovia (ISIN: DE000A1ML7J1) im vergangenen Jahr zwar vor allem dank höherer Mieteinnahmen mehr verdient. In dem sehr schwachen Umfeld aber sackten die Aktien mit einem Minus von fast zehn Prozent ans Dax-Ende, was den DAX-Kurs weiter belastete. Analyst Neil Green von der US-Bank JPMorgan konnte dem Geschäftsbericht zwar einiges Positives abgewinnen. Jedoch stünden aktuell gerade auch die Inflationsrisiken und die daher steigenden Anleiherenditen im Fokus, die den Papieren der Branche üblicherweise Probleme bereiten.
Ionos-Aktie trotzt Trend: Aktie steigt trotz schwachem DAX-Kurs
Der Internetdienstleister Ionos (ISIN: DE000A3E00M1) hatte im vergangenen Jahr den Umsatz und Gewinn gesteigert. Der bereits im Dezember vorgelegte Ausblick für das laufende Jahr wurde bestätigt. Anleger feierten dies mit einem Plus von fast zehn Prozent, womit sich die Anteilsscheine an die Spitze des MDax setzten und sich vom schwachen DAX-Kurs abkoppelten.
Für Lanxess (ISIN: DE0005470405) ging es um fast sieben Prozent nach unten. Zahlen und Ausblick des Chemiekonzerns kamen bei den Anlegern unter dem Strich nicht gut an. Die Ziele des Unternehmens für 2026 lägen unter den Erwartungen, schrieb Anil Shenoy von der britischen Investmentbank Barclays. Der freie Barmittelzufluss sei schwach ausgefallen und die Nettoverschuldung etwas höher als von ihm erwartet.
Am Ende des Nebenwerte-Index SDAX knickten die Aktien von Kontron (ISIN: AT0000A0E9W5) um 15 Prozent ein. Einen Grund dafür konnten Beobachter zunächst nicht ausmachen. Der Technologiekonzern legt nächste Woche Donnerstag seine Geschäftszahlen vor.
