Politik

Billiger Tanken vor Ostern: Polens Präsident unterzeichnet Spritpreispaket

Tanken in Polen könnte schon vor Ostern deutlich günstiger werden. Die Regierung in Warschau senkt die Steuerabgaben auf Benzin und Diesel. Die Gesetze sehen eine Senkung der Mehrwertsteuer für Treibstoffe von bislang 23 Prozent auf 8 Prozent vor.
27.03.2026 21:31
Lesezeit: 2 min

Polens Präsident unterzeichnet Spritpreispaket

Polen reagiert auf die steigenden Ölpreise und senkt die Steuerabgaben auf Benzin und Diesel. Außerdem soll künftig ein maximaler Kraftstoff-Einzelhandelspreis gelten, der täglich von der Regierung festgelegt wird. Präsident Karol Nawrocki unterzeichnete am Abend zwei entsprechende Gesetzesnovellen der Mitte-Links-Regierung von Donald Tusk, die zuvor vom Parlament gebilligt worden waren. Dies teilte Nawrockis Sprecher auf X mit.

Die Gesetze sehen eine Senkung der Mehrwertsteuer für Treibstoffe von bislang 23 Prozent auf 8 Prozent vor. Außerdem erhält der Energieminister die Möglichkeit, bis Ende Juni die Höhe der Energiesteuer auf Treibstoff zu reduzieren. Die Regierung hat bereits eine Senkung auf das nach EU-Recht zulässige Minimum von umgerechnet knapp sieben Cent pro Liter Benzin und Diesel angekündigt.

Preissenkung schon vor Ostern geplant

Überdies soll künftig ein maximaler Kraftstoff-Einzelhandelspreis gelten, der täglich vom Energieminister auf der Grundlage der durchschnittlichen Großhandelspreise und der Betriebskosten der größten Lieferanten festgelegt wird. Verstöße können mit Geldbußen von umgerechnet bis zu 230.000 Euro geahnt werden.

Regierungschef Donald Tusk sagte, er rechne eher mit einer Eskalation der Situation im Nahen Osten als mit einer Beruhigung. Daher gehe man auch nicht davon aus, dass sich die Lage auf dem Treibstoffmarkt bald verbessere.

Die niedrigeren Treibstoffpreise sollen nach Plänen der Regierung bereits vor Karfreitag greifen. Man habe das Spritpreispaket schnell verabschiedet, da mit den Ostertagen auch höhere Reiseaktivität bevorstehe, was für viele Familien höhere Kosten bedeute, sagte Tusk.

Polens Regierung will ein Auge auf Tanktourismus haben

In Polen ist Treibstoff grundsätzlich sehr viel billiger als in Deutschland. Dies hatte kurz nach Beginn des Kriegs im Nahen Osten für erheblichen Tanktourismus in den Grenzregionen gesorgt. Doch auch in Deutschlands Nachbarland sind die Preise in den letzten Wochen sehr stark gestiegen. Dies geht aus den Daten der EU-Kommission hervor, die einmal pro Woche Durchschnittspreise für die Länder veröffentlicht.

Die aktuellsten Zahlen stammen vom Montag, sie weisen für Superbenzin im Vergleich zum letzten Montag vor Kriegsbeginn einen Anstieg um rund 31 Cent pro Liter aus, für Diesel ein Plus von rund 57 Cent. Das sind ähnliche Preisanstiege wie in Deutschland.

Tusk betonte bereits am Donnerstag, derzeit seien keine Beschränkungen beim Kraftstoffverkauf geplant. Allerdings werde die Regierung den Markt im Hinblick auf ein mögliches Auftreten von Tanktourismus beobachten. Sollte dieser zunehmen, sei die Einführung zusätzlicher Gegenmaßnahmen möglich, kündigte der Ministerpräsident an.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

DWN
Finanzen
Finanzen Kaffeepreis: Warum die billigste Bohne am Ende die teuerste ist
18.10.2026

Kaffee wird immer teurer. Doch wer jetzt zu günstigen Bohnen greift, könnte die nächste Preisexplosion selbst befeuern. Klimawandel,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Methanemissionen: Energiepreise – EU-Kommission will Klimaregeln verschieben
18.10.2026

In Brüssel werden Mittel gegen die ausufernden Energiepreise gesucht. Einen Weg sieht die Kommission darin, bestimmte Klimaregeln später...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Bewerbungsverfahren: Künstliche Intelligenz verändert die Auswahlkriterien
18.10.2026

Bewerber verfassen Bewerbungsunterlagen mit KI, Betriebe lassen die Maschine zumindest einen Teil der Vorauswahl machen. Das ändert die...

DWN
Finanzen
Finanzen Aktien kaufen: Der größte Fehler passiert lange vor dem ersten Aktienkauf
18.10.2026

Welche Aktie soll ich kaufen? Für viele Börsenanfänger ist das die wichtigste Frage überhaupt. Dabei entscheidet sich oft schon viel...

DWN
Technologie
Technologie Musks Flugauto: Tesla zeigt Sportwagen mit Raketendüsen
18.10.2026

Seit Jahren stellte Elon Musk ein Raketen-Auto in Aussicht - und der nun gezeigte Tesla Roadster kann dank Kaltgas-Düsen ein wenig...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Zeekr greift BMW und Mercedes an: Ex-BMW-Manager rechnet mit Europas Autobauern ab
18.10.2026

In chinesischen Autofabriken verschwinden die Menschen, Roboter übernehmen ihre Arbeit. Während BMW, Mercedes und Audi unter Kostendruck...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Entsorgungswirtschaft warnt: mehr Brände durch Batterien
18.10.2026

Immer mehr Alltagsgegenstände enthalten fest verbaute Batterien, die nicht jeder überhaupt erkennt. Im Müllauto oder der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Bald treffen die Giganten aufeinander: Die Wette auf Indien könnte lukrativer sein als die auf China
18.10.2026

Wenn nur zehn Prozent der Inder, die heute kein Auto besitzen, in den kommenden Jahrzehnten Eigentümer eines Neuwagens würden, sprächen...