Wirtschaft

Industrielle Revolution am Bau: Leipzig erhält weltweit erstes Carbonbetonwerk

Sachsen setzt ein deutliches Zeichen in der modernen Industriepolitik und positioniert sich als Pionier für ressourceneffiziente Bautechnologien. Mit dem Projekt „C-Factory“ entsteht in Leipzig die weltweit erste industrielle Fertigungsstätte für Carbonbeton-Bauteile, die nicht nur die Stabilität von Bauwerken erhöht, sondern diese künftig auch als CO2-Speicher nutzt. Das Vorhaben markiert den entscheidenden Übergang von der universitären Forschung hin zur wirtschaftlichen Skalierbarkeit einer Technologie, die das Potenzial hat, die gesamte Baubranche nachhaltig zu transformieren.
30.03.2026 15:30
Lesezeit: 1 min
Industrielle Revolution am Bau: Leipzig erhält weltweit erstes Carbonbetonwerk
Dirk Panter (SPD, r), Wirtschaftsminister von Sachsen, und Alexander Kahnt, Projektleiter der C-Factory, nehmen im Carbonbetonhaus «Cube» auf dem Campus der TU Dresden an der Einweihung des ersten Carbonbetonwerks teil: In Leipzig entsteht die weltweit erste Carbonbeton-Fabrik. Was das für Baukosten, Ressourcen und CO2-Emissionen bedeutet, lesen Sie hier (Foto: dpa). Foto: Robert Michael

Staatliche Förderung als Katalysator für mittelständische Innovation

Unter der Federführung des Leipziger Mittelständlers Kahnt & Tietze GmbH wird die Pilotanlage bis Ende 2029 aufgebaut und in Betrieb genommen. Das Bundeswirtschaftsministerium unterstützt diesen Prozess mit einer Fördersumme von rund 14 Millionen Euro, um den technologischen Vorsprung Deutschlands im Bereich der Hochleistungsbaustoffe zu sichern. Nach zwei Jahrzehnten intensiver Forschung an der TU Dresden und ersten erfolgreichen Pilotprojekten wie dem Dresdner „CUBE“ erfolgt nun die Überführung in die industrielle Serienreife, was neue Marktchancen für spezialisierte Zulieferer und Bauunternehmen eröffnet.

Effizienzgewinne und Ressourcenschonung als Wettbewerbsvorteil

Angesichts der Tatsache, dass der Bausektor für rund 40 Prozent der Treibhausgasemissionen in Deutschland verantwortlich ist, bietet die Carbonbetonbauweise erhebliche ökonomische und ökologische Vorteile. Da Carbon im Gegensatz zu Stahl nicht korrodiert, lassen sich die Bauteile deutlich schlanker und leichter konstruieren, was den Bedarf an Zement, Kies und Sand massiv senkt. Schätzungen der beteiligten Industrieunternehmen gehen davon aus, dass bereits heute bis zu 80 Prozent an Ressourcen eingespart werden können, was besonders vor dem Hintergrund steigender Rohstoffpreise und strengerer Klimaschutzvorgaben einen strategischen Wettbewerbsvorteil für Anwender bedeutet.

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