Finanzen

Vor dem SpaceX-IPO: Wie Anleger in SpaceX-Aktien investieren können

Das SpaceX-IPO rückt näher und lenkt den Blick auf die Frage, wie Anleger schon vor dem Börsengang Zugang zu einem der begehrtesten Technologiekonzerne der Welt finden können. Welche Wege stehen Investoren offen, wenn sie sich vor dem SpaceX-Börsengang positionieren wollen?
21.04.2026 15:09
Lesezeit: 5 min

Wie Anleger sich vor dem SpaceX-IPO indirekt beteiligen können

Eines der größten Finanzereignisse des Jahres dürfte das SpaceX-IPO werden. Nach Berichten amerikanischer Medien hat das Unternehmen von Elon Musk im April bei der US-Börsenaufsicht SEC die Unterlagen für einen Börsengang eingereicht. Das Emissionsvolumen soll sich auf 50 Milliarden Dollar belaufen und damit deutlich über dem Volumen liegen, das Saudi Aramco 2019 mit rund 29 Milliarden Dollar erzielt hat.

Das Interesse am möglichen SpaceX-IPO ist entsprechend groß. SpaceX gilt als eines der bedeutendsten nicht börsennotierten Unternehmen der Welt. Viele Anleger fragen sich deshalb schon jetzt, wie sie sich noch vor dem SpaceX-IPO zumindest indirekt an dem Konzern beteiligen können.

SpaceX-IPO macht die private Raumfahrt zum Anlagethema

SpaceX zählt zu den wichtigsten Treibern der kommerziellen Raumfahrt. Elon Musk gründete das Unternehmen im Jahr 2002. Zu den langfristigen Zielen gehört auch die Besiedlung des Mars. Das Geschäftsmodell beruht auf vergleichsweise niedrigen Startkosten durch wiederverwendbare Raketen und auf dem parallelen Aufbau des firmeneigenen Satellitennetzes Starlink.

SpaceX arbeitet mit der NASA zusammen und entwickelt sich zugleich immer stärker zu einem Infrastrukturanbieter für private Kunden, der seine Rolle über das klassische Raumfahrtgeschäft hinaus schrittweise ausbaut.

Wann das SpaceX-IPO erwartet wird

Mehrfach wurde erklärt, dass ein Börsengang für die Mitte des Jahres 2026 geplant ist. Reuters berichtete in der vergangenen Woche, dass das Unternehmen seine Roadshow in der Woche ab dem 8. Juni beginnen will. Dann sollen Führungskräfte und Investmentbanker Investoren den Börsengang vorstellen.

Da diese Präsentationsphase Anfang Juni anlaufen soll, gilt ein IPO Ende Juni oder Anfang Juli als wahrscheinlich. Quellen sagten Bloomberg, dass die Unterlagen Ende Mai öffentlich eingereicht werden sollen. Die Preisfestsetzung der Aktien soll demnach in der Woche ab dem 15. Juni erfolgen.

Mehr Klarheit dürfte es geben, wenn das Unternehmen Ende Mai seinen Prospekt veröffentlicht. Dann wird sich auch genauer einschätzen lassen, wie die Platzierung aufgebaut ist. Erst dann wird klarer, welche Anlegergruppen beim SpaceX-IPO am Ende tatsächlich berücksichtigt werden.

Wie stark Privatanleger einbezogen werden könnten

Üblicherweise reservieren Unternehmen bei einem Börsengang fünf bis zehn Prozent der Aktien für Privatanleger. Im Fall von SpaceX wurde jedoch mehrfach berichtet, dass Musk bis zu 30 Prozent der Aktien für diese Gruppe vorsehen möchte. Das wäre deutlich mehr als bei den meisten herkömmlichen Börsengängen.

In ausländischen Medien war zudem zu hören, dass auch Privatanleger aus der EU teilnehmen könnten. Nach Beginn der Roadshow im Juni soll außerdem ein gesonderter Termin für rund 1.500 ausgewählte Privatanleger organisiert werden. Damit würde SpaceX auch bei der Vermarktung des SpaceX-IPO einen ungewöhnlichen Weg einschlagen.

Privatanleger sollen bei dieser Transaktion eine zentrale Rolle spielen, und ihr Anteil soll größer sein als bei jedem bisherigen Börsengang, soll Finanzchef Bret Johnsen laut zwei nicht namentlich genannten Quellen gegenüber Reuters erklärt haben. Das nährt die Erwartung, dass SpaceX bei der Zuteilung bewusst auf eine breitere Streuung setzen könnte. Ob dies am Ende tatsächlich so umgesetzt wird, bleibt jedoch offen.

Warum der direkte Einstieg schwierig bleibt

Für Anleger aus Slowenien und generell aus Europa ist der Zugang zu den Aktien vieler Unternehmen, die derzeit Schlagzeilen machen, in der Regel schwierig. Ein direkter Kauf vor dem IPO setzt meist den Status eines akkreditierten Investors voraus. Hinzu kommen ein hoher Kapitaleinsatz und die Möglichkeit, überhaupt Anteile erwerben zu können.

SpaceX könnte in dieser Hinsicht zwar eine Ausnahme werden, sicher ist das aber bislang nicht. Schon heute gibt es regulierte Wege für ein indirektes Engagement. Anleger müssen dabei allerdings akzeptieren, dass sie keine einzelnen SpaceX-Aktien erwerben, sondern nur Fondsanteile kaufen können, in denen SpaceX gemeinsam mit anderen Unternehmen enthalten ist.

Welche Fonds einen indirekten Zugang ermöglichen

Zu den naheliegenden Möglichkeiten zählen spezialisierte Investmentfonds wie der britische Scottish Mortgage Investment Trust, der amerikanische Destiny Tech100 oder der ARK Venture Fund, der von dem Team um Cathie Wood verwaltet wird. Diese Fonds haben bereits vor Jahren Teile ihres Portfolios in SpaceX investiert. Dadurch ist ein indirekter Einstieg schon heute möglich.

Derzeit liegt die durchschnittliche Gewichtung von SpaceX in den genannten Fonds bei etwa 15 bis 20 Prozent. Anleger erhalten damit zumindest eine spürbare indirekte Beteiligung. Sie kaufen den Titel aber nicht separat, sondern immer nur als Teil eines größeren Portfolios.

Warum EU-Regeln zum Hindernis werden

Für Anleger aus Slowenien und anderen EU-Staaten kommen zusätzliche rechtliche Hürden hinzu. Dazu zählen vor allem PRIIPs und MiFID II. Diese Vorgaben verpflichten Fondsanbieter dazu, für den Vertrieb im EU-Markt ein Basisinformationsblatt, also ein KID, in der jeweiligen Landessprache oder zumindest in einer von der Aufsicht akzeptierten Sprache vorzulegen.

Cathie Wood will sich mit diesen europäischen Anforderungen offenbar nicht befassen, weil der europäische Markt für sie von nachrangiger Bedeutung ist. Fehlt ein solches KID, verwehren viele europäische Broker Privatanlegern in der EU den Zugang zu entsprechenden Fonds. Genau an diesem Punkt scheitert in der Praxis oft der Kauf vor dem SpaceX-IPO.

Warum Scottish Mortgage als praktikabelste Lösung gilt

Der Scottish Mortgage Investment Trust erscheint deshalb derzeit als die naheliegendste Lösung. Es handelt sich um eine der ältesten und etabliertesten Investmentgesellschaften an der Londoner Börse. In den vergangenen Jahren hat sie sich mit offensiven Wetten auf transformative Technologien einen Namen gemacht.

Verwaltet wird der Fonds von Baillie Gifford. Die Gesellschaft ist für ihren ausgeprägt langfristigen Anlageansatz bekannt. Gesucht werden dort gezielt Unternehmen, die das Potenzial haben, ganze Branchen grundlegend zu verändern.

Zum Ende des diesjährigen März war SpaceX die größte Einzelposition im Portfolio des Fonds. Der Anteil lag bei annähernd einem Fünftel des gesamten Vermögens. Damit hängt die Entwicklung des Fonds in erheblichem Maß auch an der Bewertung von SpaceX.

Gleichzeitig enthält das Portfolio weitere große Technologiewerte wie TSMC mit 5,7 Prozent, Nvidia und ASML mit jeweils 3,2 Prozent sowie Amazon mit 3,6 Prozent. Diese Positionen sorgen zumindest für eine gewisse Stabilisierung. Falls die Erwartungen an das SpaceX-IPO nicht aufgehen, bleibt der Fonds breiter abgestützt.

Starlink als zentraler Treiber des SpaceX-IPO

Das finanzielle Bild des Unternehmens wirkt im Jahr 2026 stabiler als je zuvor. Zwar veröffentlicht SpaceX als Privatunternehmen nicht alle Details. Analysten schätzen auf Grundlage sekundärer Quellen jedoch, dass der Konzern beim SpaceX-IPO auf eine Marktkapitalisierung von 1,75 bis 2 Billionen Dollar kommen könnte.

Damit würde SpaceX in eine Größenordnung mit Unternehmen wie Nvidia oder Apple aufrücken. Zugleich wäre eine solche Bewertung sehr ambitioniert. Bei diesem Niveau würde die Aktie ungefähr mit dem Hundertfachen der erwarteten Jahreserlöse bewertet.

Für 2026 werden Umsätze zwischen 22 und 24 Milliarden Dollar geschätzt. Selbst im Technologiesektor wäre das ein sehr hoher Wert. Die Bewertung lebt damit nicht nur von den aktuellen Geschäften, sondern auch von enormen Erwartungen an das künftige Wachstum.

Starlink sorgt für stabile Erlöse

Als zentraler Treiber der künftigen Börsenbewertung gilt Starlink, das Satellitennetz für Breitbandinternet. Analysten betonen, dass Starlink bereits positiven Cashflow erzielt. Genau das gilt als eine der wichtigsten Voraussetzungen für ein erfolgreiches SpaceX-IPO.

Hinzu kommt die bessere Planbarkeit des Geschäftsmodells. Die Einnahmen basieren auf laufenden Abonnements, die 2026 bereits von vielen Millionen Nutzern getragen werden sollen. Nach Schätzungen erwirtschaftet Starlink inzwischen deutlich mehr als zehn Milliarden Dollar Umsatz pro Jahr.

Die operative Marge soll bei bemerkenswerten 60 Prozent liegen. Das verschafft dem Unternehmen erheblichen finanziellen Spielraum. Gerade dieser stabile und margenstarke Bereich dürfte für Investoren im Börsenprospekt zum SpaceX-IPO eine zentrale Rolle spielen.

Warum eine Aufspaltung für Investoren attraktiv wäre

In Finanzkreisen an der Wall Street wird deshalb zunehmend über eine strategische Abspaltung von Starlink spekuliert. Ein solcher Schritt würde es ermöglichen, Starlink als reife Telekommunikationseinheit separat an die Börse zu bringen. Der risikoreichere und stärker forschungsgetriebene Teil des Konzerns mit Raketenprogrammen und Marsplänen könnte dagegen privat bleiben.

Ein solches Modell würde Investoren eine klarere Wahl eröffnen. Sie könnten sich dann entweder für die vergleichsweise stabilen Erträge des Satelliteninternets oder für das deutlich spekulativere Raumfahrtgeschäft entscheiden. Gerade diese Trennung könnte den Reiz des SpaceX-IPO für den Kapitalmarkt noch erhöhen.

Was das SpaceX-IPO für Deutschland bedeutet

Auch für Anleger in Deutschland dürfte das mögliche SpaceX-IPO ein wichtiges Thema werden, weil das Unternehmen zentrale Zukunftsfelder wie Raumfahrt, Satelliteninternet und technologische Infrastruktur bündelt.

Der direkte Zugang vor dem IPO dürfte jedoch auch hier wegen regulatorischer Vorgaben und Marktbeschränkungen schwierig bleiben. Für viele Investoren bleibt damit vorerst nur der Umweg über Fonds realistisch.

Gerade aus deutscher Sicht zeigt der Fall SpaceX, wie stark sich Zukunftsinvestitionen inzwischen auf wenige globale Technologiekonzerne konzentrieren. Wer an dieser Entwicklung teilhaben will, muss hohe Bewertungen, regulatorische Hürden und begrenzte Zugangsmöglichkeiten in Kauf nehmen.

Für den deutschen Markt ist das auch ein deutlicher Hinweis darauf, wie groß der Abstand Europas bei kapitalmarktfähigen Technologiekonzernen inzwischen geworden ist und wie stark sich diese Entwicklung inzwischen auch im internationalen Vergleich bemerkbar macht.

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