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Stellenmarkt in Deutschland: Ghosting bei Bewerbungen nimmt zu

Bewerber erhalten einer Umfrage zufolge oft nicht einmal eine Rückmeldung auf ihre Bewerbungen. Das führt zu Frust und dazu, dass Menschen länger an ihren Jobs kleben als gut wäre.
23.04.2026 13:47
Aktualisiert: 23.04.2026 14:17
Lesezeit: 1 min

Umfrage: Ghosting bei Bewerbungen nimmt zu

Der Stellenmarkt in Deutschland hat sich gedreht: Arbeitgeber haben wieder eine stärkere Stellung, Bewerber um Jobs haben nicht mehr die Qual der Wahl. Die Folge: Ghosting, wie in Partnerbörsen. «Die Mehrheit der Bewerber erhält keinerlei Antwort auf Bewerbungen», heißt es in einer repräsentativen Umfrage des Instituts Appinio im Auftrag der Jobbörse Indeed. Zwischen 9. und 11. März wurden jeweils 500 Männer und Frauen im Alter zwischen 16 und 66 Jahren befragt.

Mangelhafte Rekrutierung

63,5 Prozent der Bewerber hätten angegeben, im letzten Jahr keine Rückmeldung auf ihre Bewerbungen erhalten zu haben, für fast 80 Prozent der Befragten habe Ghosting zugenommen. «Personalabteilungen stehen in Zeiten wirtschaftlicher Instabilität unter erheblichem Druck», sagte Indeed-Geschäftsführer Frank Heesgens. «Die sich wandelnde Marktdynamik darf jedoch keine Entschuldigung für mangelhafte Rekrutierungspraktiken sein.» Das Ignorieren von Bewerbern untergrabe das Vertrauen in den Arbeitsmarkt.

Neben der mangelnden Kommunikation schrecke auch der Aufwand bei der Bewerbung ab. Auf die Frage nach den größten Hürden und Belastungsfaktoren sei der zeitliche und bürokratische Aufwand mit 41,5 Prozent bei der Umfrage auf dem ersten Platz gelandet. Komplizierte Formulare müssten teils per Hand ausgefüllt werden. Auch die Angst vor Ablehnung oder das Gefühl, sich verstellen zu müssen, wurden in der Umfrage als Hürde genannt.

Mehr Transparenz bei Verdienstmöglichkeiten

63 Prozent der Befragten wünschten sich bei Stellenanzeigen mehr Transparenz, vor allem bei Angaben zum Gehalt. Nur 11,5 Prozent der Stellenanzeigen beinhalteten bisher entsprechende Angaben, hieß es von Indeed.

Geschäftsführer Heesgens sieht in den Ergebnissen der Umfrage ein Problem für das gesamte Wirtschaftsgefüge. Frustration verstärke Stagnation. «Unzufriedene Fachkräfte bleiben aus Sorge vor den Bewerbungshürden länger in ungeeigneten Jobs», betonte er. «Das mindert die Gesamtproduktivität und behindert den notwendigen Wissenstransfer.»

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