Politik

Iran-Krieg: Zwei Drittel schränken Energieverbrauch ein

Viele Menschen in Deutschland sparen wegen gestiegener Energiepreise in Folge des Iran-Kriegs bei Strom und Heizung, laut einer Umfrage im Auftrag des Vergleichsportals Verivox. Auch das Auto bleibt öfter mal stehen.
11.05.2026 13:08
Lesezeit: 1 min
Iran-Krieg: Zwei Drittel schränken Energieverbrauch ein
"Die gestiegenen Kosten infolge des Iran-Kriegs führen bei einer großen Mehrheit der Menschen in Deutschland zum sparsameren Umgang mit Energie", sagte Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox. (Foto: dpa) Foto: Christoph Schmidt

Iran-Krieg: Zwei Drittel schränken Energieverbrauch ein

Die infolge des Iran-Kriegs gestiegenen Energiepreise führen bei vielen Menschen in Deutschland zu einem sparsameren Umgang mit Energie. Bei einer Umfrage im Auftrag des Vergleichsportals Verivox gaben rund zwei Drittel (67 Prozent) der Befragten an, ihren Energieverbrauch wegen der höheren Kosten bewusst einzuschränken.

Der repräsentativen Erhebung zufolge reduzieren 55 Prozent ihre Heizkosten, 52 Prozent achten stärker auf ihren Stromverbrauch. 56 Prozent vermeiden nach eigenen Angaben den Stand-by-Betrieb elektronischer Geräte. Auch beim Verkehr zeigen sich Veränderungen: 48 Prozent lassen wegen hoher Spritpreise häufiger das Auto stehen. 29 Prozent steigen öfter aufs Fahrrad um, 24 Prozent nutzen häufiger Bus und Bahn.

Zugleich spart mehr als ein Viertel der Befragten nach eigenen Angaben keine Energie ein. Als wichtigsten Grund nannten 52 Prozent dieser Gruppe, bereits zuvor sparsam gewesen zu sein und kein weiteres Einsparpotenzial zu sehen. Besonders häufig vertreten ältere Menschen zwischen 70 und 79 Jahren diese Ansicht. Weitere 22 Prozent erklärten, die höheren Energiekosten seien für sie finanziell verkraftbar; 18 Prozent möchten ihre Alltagsgewohnheiten grundsätzlich nicht ändern.

Abkehr von fossiler Energie bei vielen noch Zukunftsprojekt

Bei der langfristigen Abkehr von fossilen Energieträgern wie Öl und Gas zeigt sich laut der Umfrage dagegen Zurückhaltung. Zwar haben 23 Prozent bereits Maßnahmen ergriffen, weitere 38 Prozent planen entsprechende Schritte. 40 Prozent gaben jedoch an, bislang nichts unternommen zu haben.

Wer bereits gehandelt hat, setzt vor allem auf kleinere Maßnahmen und Solartechnik. 68 Prozent dieser Gruppe nutzen nach eigenen Angaben Sonnenenergie, 48 Prozent sparen gezielt Energie ein. Größere Investitionen wie Gebäudedämmungen, moderne Heizsysteme oder der Umstieg auf ein Elektroauto spielen dagegen eine deutlich geringere Rolle.

"Die gestiegenen Kosten infolge des Iran-Kriegs führen bei einer großen Mehrheit der Menschen in Deutschland zum sparsameren Umgang mit Energie", sagte Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox. Kurzfristige Sparmaßnahmen überwögen deutlich. Die grundsätzliche Abkehr von fossilen Energien bleibe dagegen für viele eine größere Hürde.

Für die Umfrage befragte das Marktforschungsinstitut Innofact im April 2026 online 1.013 Menschen zwischen 18 und 79 Jahren.

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