Finanzen

Lufthansa-Aktie: Unternehmen schneidet schlechter ab, als befürchtet

Der Iran-Krieg, hohe Kerosinpreise und Streiks setzen der Lufthansa schwer zu. Die Lufthansa-Aktie gerät unter Druck, während der Konzern seine Gewinnziele deutlich zurücknimmt und weitere Einschnitte folgen.
04.08.2026 10:19
Lesezeit: 2 min
Lufthansa-Aktie: Unternehmen schneidet schlechter ab, als befürchtet
Iran-Krieg, Streiks und hohe Kerosinpreise belasten die Lufthansa. (Foto: dpa) Foto: Hannes P. Albert

Iran-Krieg und Streiks treffen Lufthansa hart

Die Folgen des Iran-Kriegs und von Streiks sind für die Lufthansa-Aktie und den Konzern im zweiten Quartal teuer geworden. Für 2026 hält Vorstandschef Carsten Spohr nun doch einen Gewinnrückgang für möglich. Der um Sonderposten bereinigte operative Gewinn (bereinigtes Ebit) dürfte im Gesamtjahr 1,7 bis 2,2 Milliarden Euro erreichen, teilte der Lufthansa-Konzern am Dienstag in Frankfurt mit. Bislang hatte Spohr den Vorjahreswert von 1,96 Milliarden Euro trotz der massiv gestiegenen Treibstoffkosten infolge des Kriegs "deutlich" übertreffen wollen.

Am Finanzmarkt kamen die Neuigkeiten sehr schlecht an: Die Lufthansa-Aktie verlor am Dienstag im frühen Handel 8,7 Prozent auf 8,42 Euro. Im bisherigen Jahresverlauf hat das Papier unter erheblichen Schwankungen nur leicht an Wert gewonnen.

Lufthansa-Aktie: Gewinneinbruch belastet Ausblick

Doch im zweiten Quartal ließen die massiv gestiegenen Kerosinpreise den Gewinn des Konzerns deutlich einbrechen. Der bereinigte operative Gewinn sank um 56 Prozent auf 383 Millionen Euro. Der Überschuss brach auch wegen eines positiven Steuereffekts aus dem Vorjahr sogar um 88 Prozent auf 123 Millionen Euro ein. Damit schnitt die Lufthansa noch schlechter ab, als Analysten im Schnitt erwartet hatten.

Lufthansa-Aktie: Streiks und Cityline-Aus verschärfen die Krise

Im April hatte Europas größte Airline-Gruppe den 100. Jahrestag der Gründung ihrer Vorgängerin feierlich begangen. Gleichzeitig legte jedoch ein Streik des fliegenden Personals der deutschen Kerngesellschaft den Betrieb teilweise lahm.

In dem Konflikt mit Piloten und Flugbegleitern geht es vor allem um die Zukunft der Arbeitsplätze, die seit Jahren unter hohem Kostendruck stehen. Das Management um Konzernchef Carsten Spohr will Flugzeuge und damit auch Arbeitsplätze in Konzerngesellschaften verlagern, die kostengünstiger operieren.

Mitten in den Arbeitskampf platzte die Nachricht, dass die traditionelle Regionaltochter Lufthansa Citylines abrupt eingestellt wird. Als Gründe nannte der Konzern neben den hohen Personalkosten für die rund 1.300 Beschäftigten auch die Kerosinpreise, die infolge des Iran-Kriegs deutlich gestiegen waren und viele Strecken unwirtschaftlich machten. Mit der Stilllegung der Cityline hat Lufthansa bis Oktober rund 20.000 Flüge gestrichen. Das belastet auch den Ausblick auf die Lufthansa-Aktie.

Unterdessen verabschiedete sich der Vorstand von seinen Plänen, das Flugangebot in diesem Jahr auszuweiten. Anfang des Jahres war er noch von einer Steigerung um vier Prozent ausgegangen. Anfang Mai sollten es noch bis zu zwei Prozent sein.



Kleinere Lichtblicke erkennt das Management bei den Kerosinpreisen. Trotz anhaltender Schwankungen sollen die Treibstoffkosten jetzt nur auf 8,7 Milliarden steigen, 200 Millionen weniger als im Mai erwartet. Dabei schlägt auch das verringerte Flugangebot durch.

Lufthansa-Aktie: Deutsche Bank Research bleibt auf "Hold"

Deutsche Bank Research hat die Einstufung für Lufthansa mit einem Kursziel von acht Euro auf "Hold" belassen. Analyst Jaime Rowbotham hob am Dienstag in seiner Reaktion auf den Quartalsbericht hervor, dass die Frankfurter ihr Jahresziel für den Free Cashflow trotz des gestutzten Investitionsplans bestätigt haben. Dies könnte die Aktien belasten. Das gekappte Ergebnisziel sieht er derweil gemessen an den Markterwartungen nicht als größeres Problem.

Die US-Bank JPMorgan hat die Einstufung für Lufthansa mit einem Kursziel von acht Euro auf "Neutral" belassen. Das zweite Quartal habe die Erwartungen verfehlt und die Jahresziele seien wegen höherer Treibstoffkosten gesunken, schrieb Harry Gowers am Dienstag nach den Zahlen der Airline. Er rechnet mit Kursschwäche.

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