Bayer-Aktie legt zu: Agrarsparte übertrifft Erwartungen
Die Bayer-Aktie steht am Dienstag nach den Quartalszahlen im Fokus. Vorbörslich gewann sie auf Tradegate 3,4 Prozent auf 48,70 Euro im Vergleich zum Xetra-Schluss.
JPMorgan-Analyst Richard Vosser sprach in einer ersten Reaktion von starken Ergebnissen des Agrarchemie- und Pharmakonzerns. Gemeinsam mit der bestätigten Prognose dürften die Konsensschätzungen für den Kerngewinn je Aktie in diesem Jahr steigen. Der Markt dürfte dies honorieren.
Quartalszahlen: Bayer übertrifft die Erwartungen
Bayer hat dank eines starken Agrargeschäfts die Erwartungen im zweiten Quartal übertroffen. Der Dax -Konzern profitierte von Zuwächsen im Geschäft mit Soja- und Baumwollsaat infolge der Wiederzulassung Dicamba-basierter Produkte in den USA sowie von Kostensenkungen. In den drei Monaten bis Ende Juni stieg der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) im Jahresvergleich um 1,9 Prozent auf 2,14 Milliarden Euro, wie der Pharma- und Agrarchemiekonzern am Dienstag mitteilte. Analysten hatten im Durchschnitt einen Rückgang erwartet.
Unter dem Strich erzielte Bayer einen Gewinn von 219 Millionen Euro, nach einem Verlust von 199 Millionen Euro im Vorjahr. Den Umsatz steigerte das Unternehmen im zweiten Quartal um 1,2 Prozent auf 10,87 Milliarden Euro, währungs- und portfoliobereinigt ergibt sich ein Plus von 2,2 Prozent. Den währungsbereinigten Umsatzausblick für 2026 bestätigte Bayer; inklusive Wechselkurseffekten hob der Konzern die Mitte der Prognosespanne leicht an.
Schulden: Bayer senkt Prognose
Bayer hat nach dem Verkauf einer Minderheitsbeteiligung am Geschäft mit Verhütungsmitteln zudem die Prognose für die Verschuldung zum Jahresende gesenkt. Die Nettofinanzverschuldung soll zum Jahresende nun bei 29 bis 30 Milliarden Euro liegen, statt bei den bislang erwarteten 32 bis 33 Milliarden Euro, teilte der Dax -Konzern am Dienstag mit den Quartalszahlen mit.
Der Pharma- und Agrarchemiekonzern, der infolge der US-Glyphosatklagewelle unter hohen Schulden leidet, hatte den Deal mit der Beteiligungsgesellschaft Apollo vor wenigen Wochen bekannt gegeben. Apollo erhält eine Minderheitsbeteiligung an einer neuen Gesellschaft, in die Bayer das Geschäft mit reversiblen Langzeit-Verhütungsmitteln einbringt. Dadurch sichert sich Bayer nach eigenen Angaben drei Milliarden Euro Eigenkapital.

