Immobilien

Unternehmen verlieren Arbeitskräfte: Großstadtmieten schrecken Berufstätige ab

Gastronomie, Shopping, Kultur, Jobs: Großstädte bieten viel, aber für viele sind die Mieten zu hoch. Manche Menschen ziehen deshalb weg, zeigt eine Umfrage - mit Folgen für Unternehmen.
13.05.2026 07:33
Lesezeit: 2 min
Unternehmen verlieren Arbeitskräfte: Großstadtmieten schrecken Berufstätige ab
Großstadtmieten schrecken Berufstätige ab: 37 Prozent haben laut PwC-Umfrage schon einmal über einen Jobwechsel wegen hoher Mieten nachgedacht. (Foto: dpa)

Kampf um bezahlbaren Wohnraum: Großstadtmieten schrecken Berufstätige ab

Viele Jobs und ein reiches Freizeitangebot, aber Mieten, die das Leben schwer machen: Die hohen Wohnkosten in deutschen Großstädten schrecken laut einer Studie viele Berufstätige ab und sind eine Hürde für Unternehmen im Ringen um Fachkräfte. Viele Menschen sehen teures Wohnen laut einer Umfrage der Beratungsgesellschaft PwC als zentralen Nachteil für das Leben in Ballungsräumen.

"Die Höhe der Mieten und die Schwierigkeit, in Ballungsgebieten eine bezahlbare Wohnung finden, bleibt ein riesiger Frustfaktor bei den Berufstätigen", sagte Bernd Roese, PwC-Standortleiter in Frankfurt. Die Umfrage werde seit drei Jahren durchgeführt, das Problem habe sich verfestigt.

Resignation bei der Wohnungssuche

Für die Studie wurden 4.000 Berufstätige zwischen 18 und 65 Jahren aus zwölf deutschen Großstädten mit mindestens 500.000 Einwohnern befragt - darunter Berlin, Hamburg, Frankfurt, München, Essen, Leipzig und Hannover. Die repräsentative Online-Umfrage im Auftrag von PwC fand im Januar statt.

Ergebnis: Die große Mehrheit der Menschen findet das Großstadt-Leben angenehm - etwa die Einkaufsmöglichkeiten, Kultur- und Bildungsangebote, Jobchancen und die kurzen Arbeitswege. Rund neun von zehn Befragten (89 Prozent) fühlen sich an ihrem Wohnort wohl.

Doch zugleich sind je zwei Drittel mit den Mieten, den Kosten für Wohneigentum und dem knappen Wohnungsangebot unzufrieden. 87 Prozent meinen, dass es in Großstädten "reine Glückssache" ist, eine bezahlbare Wohnung zu finden.

Junge Leute bereit zum Umzug

Manche Beschäftigte ziehen wegen der hohen Wohnkosten Konsequenzen. 37 Prozent haben laut Umfrage schon einmal über einen Jobwechsel wegen hoher Mieten nachgedacht. Tatsächlich umgezogen sind deswegen zehn Prozent. Bei den 18- bis 34-Jährigen ist es sogar fast jeder Fünfte. Acht von zehn Erwerbstätigen sehen ein Problem darin, mit Blick auf den angespannten Wohnungsmarkt Fachkräfte zu gewinnen und zu halten.

Wenn Erwerbstätige einen neuen Job suchen, der einen Umzug erfordert, sind für 50 Prozent die Mieten entscheidend, noch vor der Länge des Arbeitswegs (42 Prozent). Auf Platz 1 der Faktoren bei einem Umzug steht aber Jobsicherheit (54 Prozent) - laut Roese ein klarer Hinweis auf große Sorgen wegen der schwierigen Wirtschaftslage.

Hohe Ansprüche an Politik und Arbeitgeber

Im Ringen um bezahlbaren Wohnraum sehen die Befragten sowohl Arbeitgeber als auch die Politik in der Pflicht. 88 Prozent befürworten einen öffentlichen Wohnungsbau mit Fokus auf niedrige und mittlere Einkommen und 85 Prozent die Umwandlung von Büroflächen in Wohnraum.

Auch die Ansprüche an Arbeitgeber sind hoch: So sprechen sich 83 Prozent für einen Mietzuschuss von Firmen als "geeignete" oder "sehr geeignete" Maßnahme aus. Rund 80 Prozent plädieren dafür, dass Arbeitgeber die Fahrtkosten zum Arbeitsort übernehmen oder Betriebswohnungen bereitstellen.

Es wurden 4.000 Berufstätige zwischen 18 und 65 Jahren aus zwölf Großstädten online befragt, darunter Berlin, Bremen, Düsseldorf, Leipzig, München und Stuttgart.

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