Politik

Wahlumfrage in MV: AfD bleibt vorne, SPD holt auf

Vier Monate vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern sorgt eine neue Wahlumfrage für Bewegung im Parteienfeld. Während die AfD klar vorne liegt, kann die SPD aufholen. Besonders für CDU und kleinere Parteien wird die Lage zunehmend kritisch – droht ein politischer Machtwechsel?
13.05.2026 08:58
Lesezeit: 2 min
Wahlumfrage in MV: AfD bleibt vorne, SPD holt auf
Die aktuelle Wahlumfrage zeigt klare Veränderungen vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern. (Foto: ChatGPT)

Wahlumfrage in MV: SPD verringert Rückstand auf die AfD

Noch vier Monate bleiben bis zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern. Eine aktuelle Wahlumfrage sieht die AfD mit 36 Prozent weiterhin klar vor der SPD. Doch der Abstand wird kleiner.

Gut vier Monate vor der Landtagswahl bleibt die AfD laut einer neuen Wahlumfrage stärkste Kraft in Mecklenburg-Vorpommern. 36 Prozent der Wählerinnen und Wähler würden der Partei derzeit ihre Stimme geben, wie aus der Wahlumfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag des Norddeutschen Rundfunks (NDR) hervorgeht. Die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig erreicht 27 Prozent und verbessert sich damit im Vergleich zur Januar-Wahlumfrage von Infratest dimap um zwei Prozentpunkte. Bei der Landtagswahl 2021 hatten die Sozialdemokraten noch 39,6 Prozent der Stimmen erzielt.

CDU verliert weiter an Zustimmung – AfD und Linke gewinnen

Die AfD gewinnt gegenüber der Wahlumfrage vom Januar einen Prozentpunkt hinzu. Die CDU käme nur noch auf 10 Prozent. Im Vergleich zur Januarumfrage verliert sie 3 Prozentpunkte und fällt auf Rang 4 zurück. Damit liegt die CDU 3 Prozentpunkte hinter der Linken, die um einen Prozentpunkt auf 13 Prozent zulegen konnte.

Die Grünen erreichen erneut lediglich 4 Prozent. Das BSW kommt in der Umfrage auf 5 Prozent und muss weiter um den Einzug in den Landtag zittern. Alle übrigen Parteien einschließlich der FDP erzielen zusammen 5 Prozent. Bei der vergangenen Landtagswahl 2021 war die SPD mit 39,6 Prozent als klare Siegerin hervorgegangen. Die AfD erhielt 16,7 Prozent der Stimmen, die CDU 13,3 Prozent, die Linke 9,9 Prozent, die Grünen 6,3 Prozent und die FDP 5,8 Prozent.

Mehr als 1150 Wahlberechtigte wurden befragt

Für die Wahlumfrage wurden zwischen dem 7. und 11. Mai 2026 insgesamt 1.153 Wahlberechtigte aller Altersgruppen, Bildungsabschlüsse und Geschlechter in Mecklenburg-Vorpommern befragt. Unter anderem wurde die Frage gestellt: "Welche Partei würden Sie wählen, wenn am kommenden Sonntag in MV Landtagswahl wäre?"

Wahlumfragen sind grundsätzlich immer mit Unsicherheiten verbunden. Unter anderem erschweren sinkende Parteibindungen und zunehmend kurzfristige Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Generell bilden Umfragen lediglich das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung ab und stellen keine Prognosen zum Wahlausgang dar. Die ermittelten Ergebnisse können, wie alle Stichprobenerhebungen, Fehlertoleranzen enthalten.

Wahlumfrage erhöht politischen Druck

Die neue Wahlumfrage zeigt deutlich, dass sich das politische Kräfteverhältnis in Mecklenburg-Vorpommern weiter verschiebt. Zwar bleibt die AfD mit großem Abstand stärkste Kraft, doch die SPD kann wichtige Zugewinne verbuchen und den Rückstand verkleinern.

Besonders kritisch ist die Entwicklung für die CDU, die weiter an Zustimmung verliert und inzwischen hinter die Linke zurückfällt. Auch kleinere Parteien wie das BSW müssen um ihren Platz im Landtag bangen. Gleichzeitig verdeutlichen die Zahlen, wie volatil die politische Stimmung derzeit ist. Bis zur Landtagswahl bleiben noch mehrere Monate – genügend Zeit also für weitere Veränderungen im Wählerverhalten und neue politische Dynamiken.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen US-Märkte im Überblick: Sandisk und Intel leiden unter Ausverkauf bei Chipaktien, während Händler weitere Inflationsdaten verarbeiten
15.07.2026

Erfahren Sie, welche überraschenden Entwicklungen die Wall Street bewegten und warum einige Schwergewichte trotz Marktdrucks kräftig...

DWN
Politik
Politik Energiekrise in Europa: Die nächste gefährliche Abhängigkeit bedroht die EU
15.07.2026

Die Straße von Hormus ist blockiert, Europas Energiepreise bleiben hoch und selbst Diesel könnte knapp werden. Zwei der wichtigsten...

DWN
Politik
Politik Merz sieht Koalition auf gutem Weg - aber nicht am Ziel
15.07.2026

Die Sommerpressekonferenz des Bundeskanzlers hat Tradition. Diesmal stellte sich Amtsinhaber Friedrich Merz den Fragen der Journalisten...

DWN
Politik
Politik EU schmiedet Drohnen-Pakt mit der Ukraine
15.07.2026

Die EU und die Ukraine wollen ihre Drohnenproduktion gemeinsam ausbauen, während Kiew den Seekrieg gegen Russland auf eine neue Stufe...

DWN
Finanzen
Finanzen ASML-Aktie überrascht mit starken Quartalszahlen
15.07.2026

Die ASML-Aktie setzt ihren Höhenflug fort: Der Chipausrüster hebt nach überraschend starken Quartalszahlen erneut seine Prognose an und...

DWN
Technologie
Technologie Absatzkrise der Autobauer: Nicht nur VW und Co. verlieren
15.07.2026

Deutsche Autobauer verlieren beim Absatz, doch auch andere große Hersteller kämpfen mit Rückgängen. Am stärksten leidet dabei ein...

DWN
Unternehmen
Unternehmen 220 Euro pro Kopf: War das der Höhepunkt der Bahn-Investitionen?
15.07.2026

Der Bund investiert so viel wie nie in die Schiene – doch schon in wenigen Jahren droht wieder der Rückwärtsgang. Die Bahnbranche warnt...

DWN
Finanzen
Finanzen Investieren für Kinder: Diese Entscheidungen können teuer werden
15.07.2026

Beim Ansparen für ein Kind hängt das Ergebnis nicht allein von der Rendite der Anlage ab. Es ist ebenso wichtig, auf wessen Namen das...