Finanzen

Strahlenschutz im Check: Jedes achte Röntgengerät in Deutschland mangelhaft

Die Sicherheit bei medizinischen Röntgenuntersuchungen weist laut dem aktuellen TÜV-Report Lücken auf. Mittlerweile zeigt jedes achte Gerät Defizite, wobei die Mängelquote leicht angestiegen ist. Besonders kritisch: Ein erheblicher Teil der Fehler wird als schwerwiegendes Risiko eingestuft.
15.05.2026 07:35
Lesezeit: 2 min

Sicherheitsrisiken durch veraltete Technik und Strahlendosis

Im Rahmen des „TÜV Röntgenreports 2026“ wurden bundesweit mehr als 15.000 Anlagen unter die Lupe genommen, wobei die Experten bei rund 2.000 Geräten fündig wurden. Die Mängelquote kletterte damit im Vergleich zum Vorjahr von 12 auf 13 Prozent. Besonders besorgniserregend ist dabei die Intensität der Beanstandungen: Etwa 17 Prozent der festgestellten Defekte gelten als schwerwiegend.

Diese gravierenden Mängel führen laut TÜV-Verband zu einer erheblichen Gefährdung der Patienten, etwa durch eine unkontrolliert hohe Strahlendosis oder eine unzureichende Bildqualität, die Fehldiagnosen begünstigen könnte. In solchen Fällen greifen die Kontrolleure hart durch: Ein Weiterbetrieb der betroffenen Anlagen ist strikt untersagt, bis die Fehler vollständig behoben wurden und eine erfolgreiche Nachprüfung stattgefunden hat.

Unverzichtbares Werkzeug der Medizin

"Röntgen ist ein unverzichtbares Werkzeug der Medizin und Technik, aber jede Aufnahme bedeutet auch eine Strahlenbelastung", erklärte der TÜV-Strahlenschutzexperte Alexander Schröer. Deshalb müssten die Geräte und ihre Anwendung besonders sorgfältig kontrolliert werden. Ein einwandfreier Strahlenschutz sei Voraussetzung für den sicheren Einsatz der Technik. Röntgen sei nur dann sinnvoll, wenn der Nutzen klar überwiege und Risiken konsequent minimiert würden.

Röntgengeräte werden unter anderem in der Zahnmedizin, aber auch in der Human- und der Tiermedizin eingesetzt. Schon kleine Fehler könnten die Aussagekraft der Röntgenbilder beeinträchtigen und somit direkte Folgen für die jeweilige Behandlung haben, so Schröer. "In der Human- und Dentalmedizin ist eine verlässliche Diagnose nur anhand technisch einwandfreier Bilder möglich."

Insgesamt hat sich die Mängelquote dem Bericht zufolge in den vergangenen Jahren zwar verbessert, zuletzt aber auf einem relevanten Niveau eingependelt. Entsprechend hoch bleibe der Handlungsbedarf, besonders beim Strahlenschutz und im Umgang mit Bildgebungssystemen, betonte der TÜV-Verband.

Experte: Meiste Röntgengeräte generell in gutem Zustand

"Die meisten Röntgengeräte sind allgemein in einem guten Zustand", sagte der Strahlenschutzexperte Martin Fiebich von der Technischen Hochschule Mittelhessen, der nicht an der Prüfung beteiligt war, der Deutschen Presse-Agentur. Bei schwerwiegenden Mängeln müsse reagiert werden - genau dafür seien die Prüfungen da, betonte der Experte, der dem Vorstand der Deutschen Röntgengesellschaft (DRG) angehört. "Die Prüfungen sorgen dafür, dass die Systeme regelmäßig gepflegt und überholt werden." Tendenziell sinke die Anzahl der schwerwiegenden Mängel.

Bei Dentaluntersuchungen, die den größten Teil von Röntgenaufnahmen ausmachten, sei die Strahlenexposition in der Regel ohnehin meist sehr gering, betonte Fiebich. Bei Untersuchungen am Rumpf seien dagegen höhere Strahlenmengen erforderlich, um das dortige dickere Gewebe zu durchdringen.

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