Wirtschaft

Nach Drohnenangriffen: Moskau muss erstmals Einbruch der Ölförderung einräumen

Die ukrainischen Angriffe auf die russische Energie-Infrastruktur zeigen Wirkung: Vize-Regierungschef Alexander Nowak hat beim Wirtschaftsforum in St. Petersburg einen Rückgang der Ölfördermengen bestätigt. Er sprach verharmlosend von „unplanmäßigen Reparaturen“ in den betroffenen Betrieben.
05.06.2026 08:44
Lesezeit: 1 min
Nach Drohnenangriffen: Moskau muss erstmals Einbruch der Ölförderung einräumen
Auf diesem von der französischen Armee zur Verfügung gestellten Handout-Foto überfliegt ein NH90-Hubschrauber der französischen Armee den unter internationalen Sanktionen stehenden Öltanker Tagor, der auf dem Weg von Russland in den Atlantik war (Foto: dpa). Foto: ---

Kiews Strategie trifft Moskaus Kriegskasse

Die Ukraine fügt der Energiegroßmacht immer wieder folgenreiche Schläge mit Drohnen zu. Ziel Kiews ist es, Moskaus Einnahmen aus dem Ölexport zu dezimieren und damit wiederum der Finanzierung der russischen Kriegswirtschaft zu schaden. Die russische Führung spielt das Ausmaß der Schäden nach Einschätzung von Experten herunter. Gleichwohl profitiert Moskau aktuell auch von den hohen Ölpreisen.

Russland will vereinbarte Fördermenge bis Jahresende erreichen

Nowak sagte, dass die intakte Infrastruktur derzeit maximal ausgelastet werde. Die Firmen seien dabei, ihre Produktion auf das frühere Niveau zu bringen. Nach Darstellung des Vizeregierungschefs will Russland bis Jahresende auch seine im Rahmen der Opec+-Staaten vereinbarten Fördermengen in vollem Umfang erreichen. Im April lag die geförderte Tagesmenge in Russland bei rund neun Millionen Barrel pro Tag. Das waren 107.000 Barrel pro Tag weniger als im März und 580.000 Barrel pro Tag weniger als die Quote vorsieht.

Zu der von vielen Russen beklagten Erhöhung der Kraftstoffpreise meinte Nowak, dass die Lage auf dem Markt unter Kontrolle sei. An den meisten Tankstellen liege der Preis im Bereich der Inflation, sagte Nowak. Dagegen führten russische Medien auf, wo das überall nicht der Fall ist und die Preissprünge bei über zehn Prozent liegen. In Russland kostet der Liter Benzin weniger als ein Euro.

Das Wirtschaftsforum in St. Petersburg, bei dem Kremlchef Wladimir Putin Gastgeber ist, läuft noch bis Samstag. An diesem Donnerstag trifft Putin auch Vertreter internationaler Nachrichtenagenturen, darunter die Deutsche Presse-Agentur, zu einer Fragerunde.

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