Finanzen

Rheinmetall-Aktie crasht: Wie tief kann es noch gehen?

Milliarden-Schock für Rheinmetall: Berlin stoppt das größte deutsche Kriegsschiff-Projekt seit dem Zweiten Weltkrieg. Die Aktie stürzt ab und zieht die gesamte Branche mit nach unten.
24.06.2026 11:09
Aktualisiert: 24.06.2026 11:09
Lesezeit: 2 min
Rheinmetall-Aktie crasht: Wie tief kann es noch gehen?
Auslöser der starken Kursbewegung könnte die Meldung sein, dass Verteidigungsminister Pistorius offenbar plant, das Projekt zum Bau der Fregatten des Typs F126 nicht weiter fortzusetzen. (Foto: dpa) Foto: Kay Nietfeld

Rheinmetall-Aktie rutscht ab: Wie tief kann es noch gehen?

Rheinmetall ist vom Börsenliebling zum Problemfall im DAX geworden – zumindest kurzfristig. Rund 20 Prozent hat die Aktie in den vergangenen drei Monaten verloren und gehört damit zusammen mit BMW zu den schwächsten Werten im Leitindex.

Auslöser der starken Kursbewegungen ist ein Bericht des Nachrichtenmagazins „Spiegel“. Laut dem Magazin plant Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius, das Projekt zum Bau von Fregatten des Typs F126 nicht weiter fortzusetzen. Generalunternehmer sei der deutsche Schiffsbauer Naval Vessels Lürssen (NVL), der von Rheinmetall übernommen worden ist. Stattdessen habe sich Pistorius nun als Alternative für Fregatten des Typs Meko-200 von TKMS entschieden, so das Magazin.

Analyst David Perry von JPMorgan nannte diese Entwicklung "einen herben Rückschlag" für Rheinmetall. Die Düsseldorfer dürften nun die eigenen Vorgaben für den Auftragseingang im zweiten Quartal sowie im Gesamtjahr wohl nicht mehr erreichen. Der Experte bezifferte den Auftragswert auf rund 12 Milliarden Euro. Ob damit der Übernahme von Naval Vessels Lürssen durch Rheinmetall quasi die Geschäftsgrundlage entzogen werde, sei noch nicht zu entscheiden. Denn der Bund könne bei NVL ein anderes Kriegsschiff ordern oder das Unternehmen könne als Subunternehmer agieren.

Rheinmetall-Aktie: Das sorgt für negative Stimmung

Gleichzeitig bleibt das politische Umfeld für Rheinmetall grundsätzlich außergewöhnlich. Denn bei einem von Deutschland und Großbritannien geleiteten Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe im Nato-Hauptquartier in Brüssel wurden der Ukraine erneut rund eine Milliarde Dollar bzw. 900 Millionen Euro für US-Rüstungsgüter zugesagt. Deutschland will sich daran mit 200 Millionen Dollar beteiligen. Über das sogenannte Purl-Programm kaufen europäische Verbündete und Kanada in den USA hergestellte Waffen und Munition, die anschließend der Ukraine zur Verfügung gestellt werden.

Für Rheinmetall bedeutet das: Die Nachfrage nach Munition, gepanzerten Fahrzeugen, Luftabwehrsystemen und militärischer Ausrüstung dürfte hoch bleiben. Doch an der Börse ist vieles davon bereits eingepreist. Die Aktie hat in den vergangenen Jahren eine enorme Rally hingelegt, die Bewertung ist anspruchsvoll, und jeder Zweifel an Tempo, Finanzierung oder Margen kann schnell zu Gewinnmitnahmen führen.

In Zeiten geopolitischer Spannungen und steigender Verteidigungsausgaben rücken Rüstungsaktien zunehmend in den Fokus von Anlegern. Die Nachfrage nach militärischer Ausrüstung und Technologie treibt die Umsätze vieler Unternehmen der Branche an.

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