Wirtschaft

Billiganbieter: Temu, Shein und Co. steigern Marktanteil auf Rekordwert

Die Verbraucher in Deutschland geben online immer mehr Geld bei Shoppingplattformen wie Temu oder Shein aus. Während die asiatischen Billiganbieter deutlich zulegen können, bleibt die Verbraucherstimmung hierzulande angespannt.
06.07.2026 14:22
Lesezeit: 1 min
Billiganbieter: Temu, Shein und Co. steigern Marktanteil auf Rekordwert
Die asiatischen Billinganbieter beginnen bereits eigene Logistikstrukturen innerhalb Europas aufzubauen. (Foto: dpa) Foto: Oliver Berg

Temu, Shein und Co. steigern Marktanteil auf Rekordwert

Asiatische Shoppingplattformen gewinnen in Deutschland weiter an Bedeutung. Auf Anbieter wie Temu, Shein und AliExpress entfielen im zweiten Quartal hierzulande 5,3 Prozent der Onlinehandelsumsätze – ein Rekordwert. Das berichtet der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (Bevh).

Gegenüber dem Vorjahreszeitraum steigerten die Portale ihre Umsätze demnach um mehr als 20 Prozent. Der Gesamtmarkt wuchs hingegen lediglich um 5,1 Prozent. Besonders stark sind die Anbieter laut Verband im Online-Modehandel. In diesem Bereich entfielen inzwischen mehr als 16 Prozent aller Bestellungen auf Temu und Co.

"Die asiatischen Plattformen sind vor allem wegen ihrer niedrigen Preise beliebt", sagte Martin Groß-Albenhausen, stellvertretender Bevh-Hauptgeschäftsführer. Viele Verbraucher berichteten von einem positiven Einkaufserlebnis. Groß-Albenhausen hält es für möglich, dass die Anbieter ihren Umsatzanteil weiter ausbauen.

Zoll jetzt auch auf Billig-Bestellungen

Günstige Waren, die außerhalb der EU bestellt werden, könnten künftig etwas teurer werden. Die Zollregeln wurden zum 1. Juli geändert. Bislang galt eine Ausnahme für günstige Lieferungen, die nun entfällt. Auch für Bestellungen im Wert von unter 150 Euro ist eine Zollabgabe fällig. Pro Warengruppe werden pauschal 3 Euro berechnet.

Der Bevh erwartet allerdings kaum Auswirkungen. "Billigimporten aus Asien wird die Abgabe wenig anhaben. Die Anbieter haben bereits begonnen, eigene Logistikstrukturen innerhalb Europas aufzubauen", sagte Hauptgeschäftsführerin Alien Mulyk.

Verbraucherstimmung auf niedrigem Niveau

Während die asiatischen Plattformen deutlich zulegen können, bleibt die Verbraucherstimmung hierzulande angespannt. Zwar zeigt sich laut dem aktuellen Konsumbarometer des Handelsverbands Deutschland (HDE) ein positiver Trend, das Niveau bleibt jedoch niedrig.

Vor allem der anhaltende Konflikt im Iran hat laut HDE massive Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung und die Verbraucherstimmung. Für das Konsumbarometer werden monatlich 1.600 Haushalte repräsentativ unter anderem nach ihrer Anschaffungs- und Sparneigung befragt.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen Tagesgeld-Vergleich (09/2026): Diese Banken bieten die besten Tagesgeld-Zinsen

Ein Tagesgeld-Konto gilt als sichere und flexible Geldanlage. Doch hinter manchem Spitzenangebot verbergen sich nicht selten Bedingungen,...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Kampf gegen hohe Ölpreise: Frankreich sichert wichtiges Terminal in Saudi-Arabien
25.09.2026

Frankreichs Streitkräfte greifen einer Schlüsselanlage der saudischen Ölförderung unter die Arme. Durch die Absicherung mit Soldaten...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Wachsender Druck durch Wohnkosten: Immer mehr Menschen auf Wohngeld angewiesen
25.09.2026

Für immer mehr Bürger wird das Wohnen zu einer unbezahlbaren Last. Weil die eigenen finanziellen Mittel angesichts der steigenden Miet-...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Teure Energie dämpft Konsumlust: Sparneigung der Deutschen zieht spürbar an
25.09.2026

Angesichts hoher Energiekosten zeigen sich die Bürger in Deutschland beim Geldausgeben wieder deutlich zurückhaltender. Nach...

DWN
Politik
Politik Einheit ohne Gleichstellung: Die Linke fordert Bürgerrat zur Überwindung der Ost-West-Kluft
25.09.2026

Selbst 36 Jahre nach der Wiedervereinigung hinken die östlichen Bundesländer bei Gehältern und Vermögen hinterher. Da sich die...

DWN
Technologie
Technologie Unbemerkte Aufnahmen im Alltag: Steht Smart Glasses ein Verbot bevor?
25.09.2026

Das heimliche Filmen anderer Personen in der Öffentlichkeit gelingt mit Smart Glasses noch unauffälliger als mit dem Smartphone. Dies...

DWN
Politik
Politik Chinas Einfluss in Russland: Putin droht der Kontrollverlust im Osten
25.09.2026

Während Putin und Xi demonstrativ Nähe zeigen, verschiebt sich im russischen Fernen Osten das Kräfteverhältnis. Chinesisches Kapital,...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Märkte im Überblick: US-Aktien schließen uneinheitlich, während sich die Rendite 10-jähriger Anleihen 5,2 Prozent nähert
24.09.2026

Erfahren Sie, welche Kräfte die Wall Street aktuell in Atem halten und was das für Ihre Anlagen bedeutet.

DWN
Politik
Politik Debatte im Bundestag: Neuer Anlauf für umstrittene Widerspruchsregelung bei Organspenden
24.09.2026

Tausende schwerkranke Patienten warten dringend auf ein Spenderorgan wie eine Niere oder eine Leber. Um die Zahl der Transplantationen zu...