Finanzen

TSMC-Aktie profitiert vom KI-Boom

Die TSMC-Aktie erhält neuen Rückenwind: Der weltgrößte Chip-Auftragsfertiger hebt seine Umsatzprognose an und erhöht zugleich seine Investitionen deutlich. Der KI-Boom treibt die Nachfrage nach Halbleitern weiter an – und stärkt die Erwartungen an den Branchenriesen.
16.07.2026 11:29
Lesezeit: 6 min
TSMC-Aktie profitiert vom KI-Boom
TSMC hebt seine Umsatzprognose an und erhöht die Investitionen. Der KI-Boom treibt die Nachfrage nach Halbleitern weiter an. (Foto: dpa) Foto: David Chang

TSMC-Aktie: KI-Boom treibt Investitionen und höhere Umsatzprognose

Die Halbleiterbranche dürfte nach Einschätzung des weltgrößten Chip-Auftragsfertigers TSMC noch lange vom KI-Boom profitieren. Die Nachfrage übersteige das Angebot bei Weitem, sagte TSMC-Chef Che-Chia We am Donnerstag in Hsinchu. Der taiwanesische Konzern will deshalb noch mehr investieren als bislang angekündigt. Zudem erhöhte das Unternehmen, das wegen des KI-Booms inzwischen zu den wertvollsten der Welt zählt, seine Umsatzprognose für das laufende Jahr.

Investitionen: TSMC baut Kapazitäten weiter aus

In diesem Jahr will die Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) nach Angaben vom Donnerstag 60 bis 64 Milliarden US-Dollar in neue Anlagen und Technologien investieren. Damit erhöhte der Konzern die Spanne für das Investitionsziel um acht Milliarden Dollar. Experten werten dies als Vertrauensbeweis und Beleg für die anhaltend hohe Chipnachfrage infolge des Ausbaus der KI-Infrastruktur.

Neben dem erhöhten Investitionsziel für dieses Jahr will der asiatische Konzern mittelfristig noch mehr Geld in Fabriken in den USA stecken. TSMC stockte nach eigenen Angaben die Zusagen für den Ausbau von Fertigungsanlagen um 100 Milliarden Dollar auf 265 Milliarden US-Dollar auf. Nach Abschluss der Investitionen soll TSMC zehn Fertigungs- sowie zwei Verpackungsanlagen in den Vereinigten Staaten betreiben.

USA: Ausbau der Chipproduktion als Teil eines Abkommens

Der Schritt ist Teil eines politischen Abkommens zwischen Taiwan und den USA vom Januar. Damals hatte US-Präsident Donald Trump im Handelsstreit mit dem asiatischen Land die Einfuhrzölle für Güter aus Taiwan gesenkt und im Gegenzug Zusagen zu Investitionen in die Halbleiterindustrie ausgehandelt.

Die Vereinigten Staaten wollen damit ihre Abhängigkeit von der Chipproduktion in dem asiatischen Land verringern. Taiwan wird von China als abtrünnige Provinz angesehen. Zudem hatte es während der Corona-Pandemie Probleme mit den Lieferketten gegeben. Trump will mit dem Ausbau der Chipfertigung im eigenen Land darüber hinaus noch stärker vom KI-Boom profitieren.

Umsatz: TSMC hebt Prognose deutlich an

Beim Umsatz werde, in US-Dollar gemessen, im laufenden Jahr nun ein Anstieg von etwas mehr als 40 Prozent angepeilt, teilte der weltgrößte Chip-Auftragsfertiger weiter mit. Bislang hatte TSMC ein Plus von mehr als 30 Prozent in Aussicht gestellt.

Im zweiten Quartal zog der Umsatz, wie bereits seit Montag bekannt, wegen der hohen Chipnachfrage infolge des KI-Booms um 36 Prozent auf 1,27 Billionen Taiwan-Dollar an. Da zudem die Margen gestiegen sind, legte der Überschuss um 77 Prozent auf knapp 707 Milliarden Taiwan-Dollar (19 Mrd. Euro) zu. Damit übertraf TSMC die Erwartungen der Experten.

Die Aussagen zu den Investitionen und der erhöhten Umsatzprognose stammen aus der Presse- und Analystenkonferenz zu den kurz nach Börsenschluss in Taiwan veröffentlichten detaillierten Quartalszahlen. Die in den USA gehandelten TSMC-Anteile, sogenannte Hinterlegungsscheine (ADRs) der Papiere an der Börse in Taipeh, gaben vorbörslich rund dreieinhalb Prozent auf 405 Dollar nach.

TSMC-Aktie: Kursentwicklung bleibt beeindruckend

An der Börse in Taiwan legte der TSMC-Kurs in den vergangenen zwölf Monaten um fast 120 Prozent zu. In den vergangenen fünf Jahren hat sich der Kurs mehr als vervierfacht. TSMC ist an der Börse derzeit rund 64 Billionen Taiwan-Dollar oder umgerechnet knapp zwei Billionen US-Dollar wert. Zieht man die Hinterlegungsscheine, die mit dem vorbörslichen Minus aktuell einen Bewertungsaufschlag von rund fünf Prozent haben, heran, kommt man auf knapp 2,1 Billionen Dollar.

Damit liegt TSMC in der Rangliste der wertvollsten Konzerne der Welt als erster nicht-amerikanischer Konzern hinter Nivdia (5,1 Billionen), Apple (4,8), der Google-Mutter Alphabet (4,5), Microsoft (2,9) und Amazon (2,7) auf Rang sechs.

Taiwan: KI-Boom stärkt die Wirtschaft

Der KI-Boom und die guten TSMC-Zahlen sind ein Grund für das zuletzt außerordentlich hohe Wirtschaftswachstum in dem asiatischen Land. In den ersten drei Monaten des Jahres legte das Bruttoinlandsprodukt um 14,6 Prozent zu. Dies war die höchste Rate seit fast 40 Jahren. Bereits im vergangenen Jahr war die taiwanesische Volkswirtschaft um fast neun Prozent gewachsen.

Nominal betrug die Wirtschaftsleistung des Landes mit etwas mehr als 23 Millionen Einwohnern umgerechnet rund 920 Milliarden Dollar. In diesem Jahr rechnet der Internationale Währungsfonds mit einem Anstieg auf knapp eine Billion Dollar, und bis 2031 soll das Nominalvolumen der taiwanesischen Wirtschaft auf fast 1,3 Billionen Dollar anwachsen.Zum Vergleich: Die Wirtschaftsleistung hierzulande stagnierte zuletzt bei etwas mehr als umgerechnet fünf Billionen Dollar – und auch 2026 rechnen die IWF-Experten nur mit einem moderaten Wachstum.

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