Finanzen

Es wird knallen: In der Euro-Zone erhebt sich ein großer Berg aus faulen Krediten

In der Euro-Zone werden zahlreiche kleine und mittelständische Unternehmen aufgrund der Corona-Krise untergehen. Das Problem ist nur, dass viele von ihnen zuvor Kredite aufgenommen hatten. Die Euro-Zone muss sich auf einen dramatischen Anstieg von notleidenden Krediten vorbereiten. Was am Ende stehen wird sind zahlreiche Insolvenzen, Banken-Pleiten und eine Verarmung der Mittelschicht in Europa.
22.01.2021 15:33
Aktualisiert: 22.01.2021 15:33
Lesezeit: 2 min

„Miguel Ríos hatte ein gutes Geschäft mit vier Karaoke-Bars in Barcelona, ​​bis das Coronavirus ihn zwang, sie zu schließen. Er nahm Bankdarlehen im Wert von 80.000 Euro auf, was 96.000 US-Dollar entspricht, stellte seine 10 Mitarbeiter in ein staatliches Lohnunterstützungsprogramm und hoffte auf das Beste. Fast ein Jahr später sind die Türen seiner Bars immer noch geschlossen. Nun befürchtet Ríos, dass sein Geschäft scheitern wird, was ihn mit einem Haufen Schulden zurücklässt und seine Banken Verlusten aussetzt. ,Wir widersetzen uns dank Ersparnissen und Bankkrediten, aber wir können nicht mehr lange so durchhalten‘, sagt der 59-jährige Unternehmer. Seine Geschichte wiederholt sich in ganz Europa, weil kleine Unternehmen darum kämpfen, sich im Verlauf der Pandemie über Wasser zu halten. Ihr Überleben ist der Schlüssel für die Banken der Euro-Zone, die zusammen über zwei Billionen Euro ausgeliehen haben – 40 Prozent der gesamten Geschäftskreditbücher der Kreditgeber. Insgesamt haben die Kreditgeber die notleidenden Kredite aus der vorherigen Krise erheblich bereinigt, aber viele sind immer noch mit Souring-Portfolios beschäftigt. Sie kämpfen auch darum, in einem Umfeld mit negativen Zinssätzen Geld zu verdienen. Die Aufsichtsbehörden befürchten, dass eine neue - und möglicherweise größere - Welle von Ausfällen die Banken dazu bringen könnte, Verluste zu erleiden (…) Andrea Enria, Leiterin der Bankenaufsicht bei der Europäischen Zentralbank, hat gewarnt, dass notleidende Kredite in der Eurozone - mehr als nach der Finanzkrise - bis zu 1,4 Billionen Euro erreichen könnten, wenn die Wirtschaft stärker als erwartet schrumpft“, so das „Wall Street Journal“ in einem Artikel, der auf den 20. Januar 2021 datiert ist.

Auf diese Gefahr hatten die Deutschen Wirtschaftsnachrichten bereits am 13. Januar 2021 im Zusammenhang mit der geplanten Einführung des „IMF Coins“ ausgiebig hingewiesen: „Sobald der ,IMF Coin‘ zum Einsatz kommt, wird er voraussichtlich in wenigen Jahren alle anderen weltweiten Währungen übertrumpfen und ersetzen. „Ich bin überzeugt, dass der IWF in dieser Hinsicht eine wichtige Rolle spielt. Der Fonds muss jedoch auch offen für Veränderungen sein, von der Einbeziehung neuer Parteien an den Tisch bis hin zur Prüfung einer Rolle für eine digitale Version des SDR“, hatte die damalige IWF-Chefin Christine Lagarde im Jahr 2017 gesagt. Um dieses Ziel zu erreichen, müsste folgende Aktion stattfinden: Die weltweit aufgeblähten Kreditgelder müssten durch zahlreiche Insolvenzen vernichtet werden (HIER). Denn Insolvenzen führen zwangsläufig zu notleidenden Krediten bei den Banken, die nicht mehr bedient werden können. Nur dann wäre es möglich, eine neue digitale Leitwährung, die möglicherweise durch Gold gedeckt wäre, in Form eines „IMF Coins“ einzuführen. In gewisser Weise muss das Alte sterben, damit das Neue eingeführt werden kann. Eine erneute staatliche Rettung der Banken dürfte dann allerdings nicht erfolgen. Aktuell wird Fiat-Geld produziert, um (angeblich) Insolvenzen zu verhindern – seit März 2020 massiver als je zuvor. Das Fiat-Geld wirkt sich positiv auf die Börsen-Kurse aus – zumindest noch. Doch es kann nicht unendlich produziert werden, zumal es am Ende immer zu einer Inflation und/oder Hyper-Inflation führt. Diese große Fiat-Blase muss oder soll am Ende platzen.“

Die EU-Wirtschafts- und Finanzminister hatten sich am 19. Januar 2021 über die gemeinsamen Anstrengungen gegen die Corona-Krise beraten. Zum einen ging es bei der Online-Konferenz um einen Aktionsplan gegen faule Kredite bei den europäischen Banken. In der Krise wird ein starker Anstieg von Darlehen befürchtet, die nicht mehr bedient werden können. Der Aktionsplan soll helfen, dass Banken die Wirtschaft trotzdem weiter mit Kredit versorgen. Darüber hinaus war erneut die Umsetzung des europäischen Corona-Hilfsprogramms Thema. Wie schon die Eurogruppe befassen sich die Wirtschafts- und Finanzminister aller 27 EU-Staaten mit der Vorbereitung der Aufbaupläne, mit denen Geld aus dem 750 Milliarden Euro schweren Aufbaufonds beantragt werden kann. Zudem geht es in der Sitzung um die wirtschaftspolitischen Empfehlungen der EU-Kommission.

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