Wirtschaft

Deutsche Luftfahrt bleibt tief im Minus, das große Geschäft machen jetzt andere

Der deutsche Flugverkehr liegt mit Blick auf die Zeit vor der Pandemie immer noch deutlich im Minus. Viel bedrohlicher für die Branche jedoch sind die Auswirkungen der Klima-Politik von EU und Bundesregierung.
31.01.2022 10:18
Aktualisiert: 31.01.2022 10:18
Lesezeit: 1 min

In der deutschen Luftfahrt herrscht wegen der Pandemie weiter Flaute. Nachdem bereits im vergangenen Jahr die globale Nachfrage um 58 Prozent hinter dem Vorkrisenjahr 2019 zurückgeblieben war, hat in den ersten Monaten dieses Jahres die neue Corona-Variante Omikron zu weiteren Flugstreichungen geführt, wie der Bundesverband der deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) am vergangenen Donnerstag berichtete. Kurzfristig wurde für Januar und Februar im Verkehr von und nach Deutschland die eigentlich geplante Sitzkapazität noch einmal um mehr als ein Drittel reduziert.

Im vergangenen Jahr transportierten die deutschen Fluggesellschaften laut BDL 52,5 Millionen Passagiere und damit 68 Prozent weniger als 2019. An den deutschen Flughäfen wurden 78,6 Millionen Passagiere gezählt und damit 69 Prozent weniger als vor der Pandemie. Dass sich der deutsche Luftverkehr insgesamt langsamer erholte als in anderen europäischen Staaten, liegt dem Verband zufolge am schwachen innerdeutschen Verkehr mit nur noch rund einem Viertel der vor der Krise angebotenen Flüge. Die Reisenden hätten in Deutschland eher das Auto genommen, während in den meisten anderen Staaten wie Spanien, Italien, Griechenland oder der Türkei die Inlandsflüge bereits zwischen 68 und 77 Prozent des Vorkrisen-Niveaus erreichten.

Im Interkontinental-Geschäft habe Deutschland als Transferland seit 2010 an Bedeutung verloren, weil insbesondere nach Afrika und Asien die Passagierströme über die stark ausgebauten Drehkreuze in Arabien und der Türkei zugenommen hätten. Neben der gezielten Industriepolitik der Staaten sorgten auch geringere soziale, ökologische und verbraucherpolitische Standards für eine regelrechte Sogwirkung, erklärte BDL-Präsident Peter Gerber. Die Wertschöpfung werde ohne positiven Effekt für die Umwelt verlagert.

Damit sind die von der Politik vorangetriebenen Maßnahmen für den Klimaschutz nicht nur wirkungslos, sondern schaden der europäischen Luftfahrt massiv.

Gerber verlangte Öffnungsperspektiven, die jetzt entwickelt werden müssten. Auflagen sollten schrittweise zurückgenommen werden, weil Impfungen und Tests eine sichere Mobilität ermöglichten. "Wir brauchen praktikable und europaweit einheitliche Reiseregeln, das heißt konkret weniger Bürokratie in den Abläufen", sagte der Lufthansa-Manager laut einer Mitteilung.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen BYDFi im ausführlichen Test 2026

In deutschsprachigen Krypto-Foren hält sich eine Überzeugung besonders hartnäckig: Börsen ohne KYC-Pflicht sind unseriös, unsicher und...

DWN
Finanzen
Finanzen Lufthansa-Aktie: Technik-Sparte betritt mit militärischen Projekten Neuland
20.04.2026

Mit einem ungewöhnlichen Auftrag sorgt Lufthansa Technik für Aufmerksamkeit rund um die Lufthansa-Aktie. Die Wartung moderner...

DWN
Politik
Politik Analyse: Präsident Trump hat die USA zum mächtigsten Schurkenstaat der Welt gemacht
20.04.2026

Der Begriff Schurkenstaat wurde einst in den USA geprägt, um Staaten wie Nordkorea oder Iran zu beschreiben. Inzwischen wird er zunehmend...

DWN
Finanzen
Finanzen Rheinmetall-Aktie: Düsseldorfer Rüstungskonzern beginnt Serienfertigung von Drohnenbooten
20.04.2026

Mit einem neuen Produktionsstart sorgt die Rheinmetall-Aktie für Aufmerksamkeit am Markt. Die Rüstungsaktie profitiert von wachsender...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis aktuell: Was ist nur mit den vermeintlich sicheren Häfen Gold und Bitcoin los?
20.04.2026

Gold und Bitcoin gelten als klassische Krisenanlagen. Doch ausgerechnet in einer Phase geopolitischer Spannungen zeigen sowohl der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Verschuldungsdynamik? Bundesrechnungshof warnt vor wachsender Staatsverschuldung
20.04.2026

Deutschland steht vor wichtigen finanzpolitischen Entscheidungen: Der Bundeshaushalt 2027 soll kommende Woche konkrete Formen annehmen....

DWN
Finanzen
Finanzen Commerzbank-Aktie: Unicredit greift deutsches Geldinstitut scharf an - und fordert strategische Neuausrichtung
20.04.2026

Im Ringen um die Commerzbank verschärft Unicredit den Ton und kritisiert zentrale Strukturen des Instituts. Die Commerzbank-Aktie zeigt...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft KI im Management: Warum Führung unersetzlich bleibt – Tipps von Experte Hilgenstock
20.04.2026

Künstliche Intelligenz verändert Management, Beratung und Mittelstand rasant. Doch ersetzt KI wirklich Führungskräfte – oder...

DWN
Politik
Politik Tankrabatt ab 1. Mai erreicht Verbraucher womöglich verspätet
20.04.2026

Mit dem Tankrabatt plant die Politik sinkende Spritpreise. Doch zwischen Gesetz und Zapfsäule liegen komplexe Mechanismen. Schon einmal...