Politik

EU-USA-Gipfel vielleicht letzte Chance für Handelsabkommen

Am Freitag treffen die EU und USA in Washington zum gemeinsamen Gipfel zusammen. Bundeskanzler Olaf Scholz drängt seit längerem für eine unabhängigere Wirtschaft. Könnte hier die Chance für eine langfristige Lösung in den transatlantischen Handelsbeziehungen sein?
19.10.2023 15:33
Aktualisiert: 19.10.2023 15:33
Lesezeit: 1 min
EU-USA-Gipfel vielleicht letzte Chance für Handelsabkommen
Ein Vertrag mit den USA könnte Herausforderung mit sich bringen. (Foto: dpa) Foto: Kay Nietfeld

Kurz vor dem EU-US-Gipfel am Freitag pocht BDI-Präsident Siegfried Russwurm auf konkrete Ergebnisse. „Der anstehende Gipfel bietet vielleicht eine letzte Chance für langfristige Lösungen in den transatlantischen Handelsbeziehungen“, sagte Russwurm der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag. Der anstehende Gipfel biete die beste Chance für langfristige Lösungen in den beiderseitigen Handelsbeziehungen. „Das Rekordhandelsvolumen von über 1,55 Billionen Euro im Jahr 2022 unterstreicht die immense Bedeutung des transatlantischen Handels“, sagte der Präsident des Bundesverbands der deutschen Industrie.

Konkret fordert Russwurm, der auch Vorsitzender der Transatlantic Business Initiative (TBI) ist, dass die EU und die USA ein Abkommen zu Stahl und Aluminium abschließen. Strafzölle, Quoten und Protektionismus müssten vermieden werden. „Solange ein umfassendes Freihandelsabkommen außer Reichweite liegt, müssen beide Seiten insbesondere bei Umwelt- und Zukunftstechnologien eng zusammenarbeiten und Außenhandelsbürokratie abbauen“, mahnte er. Beide Seiten seien auf effektive Streitbeilegungsmechanismen und gemeinsame Regeln gegen Marktverzerrungen angewiesen.

Angesichts der Europawahl 2024 und der näher rückenden Präsidentschaftswahl in den USA schließt sich vorerst das Zeitfenster für Verabredungen. Bundeskanzler Olaf Scholz drängt seit längerem gerade mit Blick auf China, dass die EU mehr Freihandelsabkommen abschließen sollte, um die Wirtschaft unabhängiger zu machen. Ein Vertrag mit den USA stößt jedoch etwa beim wichtigsten EU-Partner Frankreich auf Vorbehalte. Der Gipfel findet am Freitag in Washington statt. Teilnehmen werden US-Präsident Joe Biden, EU-Ratspräsident Charles Michel und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. (Reuters)

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen US-Regulierungspläne lösen Turbulenzen am Kryptomarkt aus: XRP legt kräftig zu – Investoren suchen neue Anlagestrategien

Frankfurt/London, Februar 2026 – Der Kryptomarkt befindet sich erneut in einer Phase erhöhter Schwankungen. Makroökonomische...

DWN
Politik
Politik Rente mit 70? Was die Regierung diskutiert und wer betroffen wäre
28.02.2026

Rente mit 70 – dieser Plan könnte schon bald Realität werden. Die Rentenkommission und verschiedene Experten legen seit einigen Tagen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Glasfaser-Internet: Telekom peilt bei Glasfaser-Ausbau 25 Millionen Haushalte an
28.02.2026

Die Bagger der Telekom kommen gut voran, doch die Resonanz der Kunden in puncto Glasfaser-Internet ist noch ausbaufähig. Der Konzern legt...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Run aufs weiße Gold: Warum Deutschland zum Lithium-Produzenten werden kann
28.02.2026

Lithium ist einer der wichtigsten und wertvollsten Rohstoffe für die Zukunftstechnologie. Rohstoffknappheit und der anhaltende KI-Boom...

DWN
Technologie
Technologie Künstliche Intelligenz: Entscheidet KI über Aufstieg oder Abstieg Europas?
28.02.2026

Wissen explodiert, Märkte beschleunigen, Entscheidungen müssen in Sekunden fallen. Künstliche Intelligenz wird damit zur Dampfmaschine...

DWN
Immobilien
Immobilien Ifo: Schärfere Mietpreisbremse verschärft Wohnungsnot
28.02.2026

Der Wohnungsbau in Deutschland liegt am Boden. Denn die Kosten sind so hoch, dass sich der Bau für Vermieter vielerorts nicht lohnt. Ein...

DWN
Politik
Politik Moldau im Machtkampf: Russland bekämpft EU-Annäherung mit Millionen
28.02.2026

Russland versucht mit hohen Geldsummen und gezielter Desinformation, proeuropäische Mehrheiten in Beitrittsstaaten wie Moldau zu...

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin-Milliarden: Prozess um ehemaliges Streamingportal movie2k.to
28.02.2026

Ein ehemaliges Streamingportal, Millionen Raubkopien und ein Bitcoin-Vermögen in Milliardenhöhe: Vor dem Landgericht Leipzig wird ein...

DWN
Politik
Politik 4 Jahre Ukraine-Krieg: Russland unter militärischem und finanziellem Druck
28.02.2026

Vier Jahre nach Beginn des Ukraine-Kriegs steht Russland trotz demonstrativer Stärke vor massiven militärischen Verlusten und wachsenden...