Wirtschaft

Nur schwache Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt

Die Frühjahrsbelebung am deutschen Arbeitsmarkt ist in diesem Jahr fast ausgeblieben – trotz saisonaler Impulse. Fachkräftemangel, weniger Lehrstellen und ein gedämpfter Stellenmarkt deuten auf strukturelle Probleme hin. Die Bundesagentur warnt bereits vor steigenden Arbeitslosenzahlen im Sommer.
28.05.2025 14:40
Aktualisiert: 28.05.2025 14:40
Lesezeit: 2 min

Frühjahrsbelebung auf dem Arbeitsmarkt bleibt schwach

Normalerweise zieht der Arbeitsmarkt im April und Mai kräftig an. Diesmal bleibt die Belebung hinter früheren Jahren zurück. Die Bundesagentur rechnet im Sommer mit steigenden Arbeitslosenzahlen.

Frühjahrsaufschwung fällt gering aus

Die Frühjahrsbelebung auf dem deutschen Arbeitsmarkt ist in diesem Jahr ausgesprochen schwach verlaufen. Nach bereits geringer Verbesserung in den Monaten März und April sank die Zahl der Arbeitslosen im Mai gegenüber dem April um lediglich 12.000 auf 2,919 Millionen Menschen. Das sind 197.000 mehr als vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote verringerte sich um 0,1 Punkte auf 6,2 Prozent.

Steigende Arbeitslosenzahlen erwartet

"Die nun ausgelaufene Frühjahrsbelebung war insgesamt schwach", sagt die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur, Andrea Nahles. "Der Arbeitsmarkt bekommt nicht den Rückenwind, den er für eine Trendwende bräuchte. Daher rechnen wir für den Sommer auch mit weiter tendenziell steigenden Arbeitslosenzahlen", sagte Nahles.

Fachkräftemangel hält an

Gleichzeitig bleibt aber auch das Fachkräfteproblem akut. In 163 von 1.200 bewerteten Berufen zeigten sich in einer Studie der Bundesagentur Engpässe bei der Besetzung offener Stellen. Damit sind 20 Berufe weniger betroffen als im Jahr zuvor, aber fast genauso viele wie 2018. Somit seien in jedem achten Beruf Fachkräfte knapp.

Engpässe trotz Konjunkturflaute

"Der Rückgang bei den Engpassberufen überrascht aufgrund der anhaltend schwachen Wirtschaftslage nicht", sagte Nahles. Dennoch: "Der Fachkräftemangel bleibt eine zentrale Herausforderung für den Wirtschaftsstandort Deutschland." Betroffen waren im vergangenen Jahr vor allem Pflege- und Gesundheitsberufe, aber auch der Bau und das Handwerk. Gesucht wurden außerdem sehr stark Berufskraftfahrer und Erzieherinnen. Insgesamt waren im Mai 634.000 offene Arbeitsstellen bei der Bundesagentur gemeldet. Das sind 67.000 weniger als vor einem Jahr.

Mehr Kurzarbeit beantragt

In den ersten drei Mai-Wochen wurde für 33.000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angemeldet. Dies muss allerdings nicht zwingend auch in Anspruch genommen werden. Verlässliche Daten stehen bis März 2025 zur Verfügung. In diesem Monat wurde für 248.000 Menschen konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt. Das waren 13.000 weniger als im Februar, aber 38.000 mehr als im März 2024.

Weniger Lehrstellen, mehr Bewerber

Auf dem Ausbildungsmarkt zeigt sich nach vorläufigen Beobachtungen eine geringere Zahl von zu besetzenden Stellen. Bis Mai waren den Arbeitsagenturen 441.000 Lehrstellen gemeldet worden, 28.000 weniger als im Vorjahr. Im Gegenzug hätten sich 375.000 Bewerberinnen und Bewerber gemeldet, 11.000 mehr als im Vorjahr. Im Mai waren noch 191.000 von ihnen unversorgt.

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