Politik

Billigfluglinien bereiten sich bereits auf Flüge in die Ukraine vor

Wizz Air, Ryanair und EasyJet bringen sich in Stellung. Europas Billigfluglinien planen bereits ihre Rückkehr in die Ukraine und rechnen mit einem explosionsartigen Nachfrageanstieg nach einem Friedensabkommen.
13.12.2025 07:22
Lesezeit: 2 min
Billigfluglinien bereiten sich bereits auf Flüge in die Ukraine vor
Wizz Air, Ryanair und EasyJet bereiten sich schon auf einen möglichen Frieden vor. (Foto: dpa) Foto: Marcel Kusch

Europas Airlines stehen in den Startlöchern für die Zeit nach einem möglichen Friedensabkommen

Europäische Billigfluglinien bereiten sich darauf vor, in die Ukraine zurückzukehren, sobald ein Friedensabkommen unterzeichnet ist, das die Wiederöffnung der Flughäfen für Passagiere ermöglicht. Das berichtet das estnische Wirtschaftsportal Äripäev unter Berufung auf die Financial Times. Die Fluggesellschaften erwarten sowohl einen regelrechten Boom heimkehrender Menschen als auch eine Welle des sogenannten Katastrophentourismus.

Die ungarische Billigfluglinie Wizz Air erklärte, dass sie innerhalb von zwei Jahren nach Unterzeichnung eines Friedensabkommens mit 15 Maschinen im Land operieren wolle. Innerhalb von sieben Jahren solle die Zahl auf 50 Flugzeuge steigen. Man sei dafür bereit und werde sehr schnell wieder Positionen aufbauen, sobald der Luftraum geöffnet werde. Das sagte Wizz Air Geschäftsführer József Váradi gegenüber der Financial Times. Neben einer Rückkehr vieler Ukrainer und umfangreichen Wiederaufbauarbeiten prognostizierte Váradi auch eine Welle des Katastrophentourismus. Beim Fall der Berliner Mauer seien Millionen Menschen angereist, um das Ereignis zu erleben. Im Jahr 2021 führte der Konzern mehr als 5000 Flüge in die Ukraine durch.

Ryanair plant massiven Ausbau, EasyJet prüft Markteintritt

Die Führung von Ryanair hat nach Angaben des Berichts die wichtigsten Flughäfen der Ukraine besucht. Ziel ist es, die Zahl der Reisenden auf vier Millionen pro Jahr zu erhöhen. Vor der Schließung der ukrainischen Flughäfen beförderte die Airline rund 1,5 Millionen Menschen pro Jahr nach Kiew, Lwiw und Odessa. Die Flüge könnten innerhalb von zwei Wochen in den Verkauf gehen. Die einzige Frage sei der Zeitpunkt, ab dem es sicher sei zu fliegen. Das sagte Geschäftsführer Eddie Wilson in einem Interview mit der Financial Times.

EasyJet, das zuvor nicht in die Ukraine flog, prüft ebenfalls die Möglichkeit, Verbindungen aufzubauen. Geschäftsführer Kenton Jarvis sagte der Zeitung, dass die Ukraine zum größten Bauprojekt Europas werden dürfte. Gleichzeitig würden viele Menschen zurückkehren wollen, sobald ihre Heimat als sicher gilt.

Billigfluglinien und der geopolitische Aufschwung im Luftverkehr

Für Deutschland hätte eine Rückkehr der Billigfluglinien in die Ukraine direkte Folgen. Deutsche Flughäfen dienen als wichtige Drehkreuze für Osteuropa und würden von der steigenden Nachfrage profitieren. Zudem wächst die Wettbewerbsdynamik zwischen deutschen und osteuropäischen Airlines. Ein stärkerer Markteintritt in die Ukraine könnte Preisdruck erzeugen und neue Impulse für den innereuropäischen Luftverkehr setzen. Die deutsche Bauwirtschaft könnte durch das prognostizierte Wiederaufbauprogramm profitieren. Der Luftverkehr würde zu einem zentralen Kanal für Arbeitskräfte, Unternehmen und Investitionen.

Die Planungen der Billigfluglinien zeigen, wie stark der europäische Luftverkehr auf einen geopolitischen Wendepunkt wartet. Die Ukraine könnte nach einem Friedensabkommen zu einem der am schnellsten wachsenden Flugmärkte Europas werden. Die großen Anbieter positionieren sich schon jetzt, um von einem möglichen Wiederaufbau und einer Rückkehr der Bevölkerung zu profitieren. Die Dynamik deutet darauf hin, dass der Wettbewerb zwischen Europas Billigfluglinien bald in eine neue Phase eintritt.

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